1 JAHR SÜDAMERIKA – ABENTEUER PUR!

Wir sind Lisa und Johannes und Anfang 2017 ging es für uns von Stuttgart in die weite Welt. Ohne genauen Plan und Rückflugticket erkunden wir unterschiedliche Kontinente, lernen neue Kulturen kennen, genießen traditionelles Essen und schließen neue Freundschaften. Momentan bereisen wir den südamerikanischen Kontinent und dürfen euch heute von unseren bisherigen Erfahrungen und Erlebnissen berichten.

Doch zuerst eine kleine Zusammenfassung. Wir bereisen seit ca. 6 Monaten den viertgrößten und artenreichsten Kontinent der Welt. Die Vielfältigkeit der Natur, der Kulturen und des Essens haben uns von Anfang an begeistert. Wir waren seit unserer Ankunft schon unter dem Meeresspiegel beim Tauchen und über 5000 Metern in den Bergen der Atacama-Wüste. Wir reisen per Boot, Auto, Bus, Flugzeug und manchmal auch per Pferd und auf unserem Weg von dem südlichsten Ort der Welt bis nach Nordamerika haben wir schon Lama, Meerschweinchen, Ceviche (roher Fisch) und andere kulinarische Traditionen gegessen. Hier berichten wir euch von unseren absoluten Highlights auf unserer bisherigen Reise und erzählen euch Anekdoten, die uns auf unserem Weg widerfahren sind.

Vor etwa 2 ½ Jahren entschlossen wir uns dazu Südamerika zu bereisen. Wir sparten, recherchierten und planten alles, bis es am 3. Januar diesen Jahres endlich losgehen konnte. Die ersten Wochen verbrachten wir in Myanmar und Thailand bevor wir im Februar über Europa nach Buenos Aires in Argentinien flogen. Viele fragten uns schon lange vor der Reise, warum wir gerade nach Südamerika wollten. Auf den Kontinent, wo es kaum Tourismus, aber dafür viel Kriminalität gibt. Für uns war diese Frage ganz einfach zu beantworten. Wir waren beide noch nie in Südamerika und irgendwie hatten wir auch noch keinerlei Vorstellungen, wie es dort sein würde. Das klang für uns nach purem Abenteuer mit Herausforderungen, neuen Erkenntnissen und einer Menge schöner Erlebnisse. Um unsere Familien und Freunde auf dem Laufenden zu halten und für uns selbst eine schöne Erinnerung zu schaffen, entschlossen wir uns dazu, unseren Blog immerfernweh.de mit Reiseinformationen und Beiträgen über unsere Reise zu befüllen und starteten einen YouTube-Kanal namens immerfernweh, auf dem wir bis heute mindestens zweimal wöchentlich ein Video von unseren Abenteuern, aber auch unserem Reisealltag, veröffentlichen.

Nachdem unsere Zeit in Südostasien vorbei war, bekamen wir in der pulsierenden Stadt Buenos Aires einen ersten Eindruck von Südamerika, bevor es einige Tage später mit der Fähre weiter nach Uruguay ging. Die Fähre brachte uns in die kleine Kolonialstadt Colonia del Sacramento und Anfang März holten wir unseren Mietwagen in Uruguays Hauptstadt Montevideo ab. Auf unserem Roadtrip durch Uruguay aßen wir das erste Mal das unfassbar gute und perfekt gegrillte südamerikanische Fleisch, schauten als einzige Touristen auf dem Gauchofestival Gauchos beim Wetteifern zu, setzten in Rivera einen Fuß nach Brasilien und entspannten ein paar Tage in den Fischerdörfchen an der Atlantikküste. Am Morgen nachdem wir den Mietwagen abgegeben hatten, brachte uns der Bus zurück nach Argentinien. Wir waren in Argentiniens zweit- und drittgrößter Stadt Cordoba und Rosario unterwegs und fuhren dann zurück nach Buenos Aires, von wo aus unser Flug in die südlichste Stadt der Welt ging. Nach Ushuaia. Wir fieberten schon Wochen zuvor auf diesen Tag hin und dann war er endlich da. Wir flogen ans Ende der Welt. Von Ushuaia aus fahren im Sommer täglich Schiffe zur Antarktis. Die Reisebüros bieten meist 10-tägige Exkursionen an.

Wir landeten früh morgens, als gerade die Sonne über dem Feuerland aufging. Ein perfekter Start für ein neues Abenteuer. Ganz unten in unseren Backpacks warteten bereits unsere dicken Jacken auf den Zeitpunkt, an dem sie endlich zum Einsatz kommen würden und in Ushuaia war dieser Zeitpunkt gekommen. Wir waren von der ersten Sekunde an beeindruckt von den malerischen Landschaften und der friedlichen Natur. Eine zweistündige Wanderung brachte uns zur Laguna Esmeralda, einer schönen türkisfarbenen Lagune umgeben von Bergen und Gletschern. Es war eine gute Vorbereitung für unser nächstes Ziel. Bereits in Asien hatten wir uns Campingplätze für den Torres del Paine Nationalpark reserviert. Der beliebte Nationalpark liegt ganz im Süden Chiles und lockt jährlich Tausende von Menschen aus der ganzen Welt an. Hier findet man eine der spektakulärsten Landschaften der Welt. Ein absolutes Highlight unserer Reise stand uns also in den nächsten Tagen bevor. Wir rüsteten uns für den Weg von Ushuaia nach Puerto Natales (der Ort, von dem man am schnellsten in den Nationalpark gelangt) noch mit Trekkingschuhen, Vlies und Wandersocken aus, liehen uns Zelt und Schlafsäcke und packten am Abend in unserem Hostel unsere letzten Sachen in den Rucksack. Wir kauften Essen für die nächsten 5 Tage und luden all unsere Akkus, da wir nicht wussten, ob wir irgendwo Strom finden würden. Internet gab es sowieso nicht. Die 90 km, die wir insgesamt gewandert sind, waren atemberaubend schön. Wir sahen Gletscher, Eisberge, türkisfarbene Lagunen, grüne Wälder und auf dem letzten Meter sogar einen wilden Puma, der vor unseren Augen einen Hasen erlegte. In unserer letzten Nacht im Zelt biss sich eine Maus ihren Weg durch Zelt und Außenhülle und weckte uns, indem sie über unsere Schlafsäcke rannte. Auf engstem Raum versuchten wir die Maus wieder nach außen zu bekommen, doch die Schokolade, die sie in einem unserer Rucksäcke entdeckte, ließ sie immer wieder zurückkehren. Selbst nach provisorischem Flicken des Mäuselochs ließ sie uns nicht in Ruhe. Doch das milderte nicht die Freude, als wir am nächsten Morgen die drei Türme des blauen Himmels (Übersetzung von „Torres del Paine“) beim Sonnenaufgang sahen.

Die Tage danach hieß es erst einmal: Beine hochlegen, Blasen heilen lassen und entspannen. Das nächste Abenteuer war aber schon geplant und unser Bus von Chile zurück nach Argentinien brachte uns zwei Tage später nach El Calafate zum beeindruckenden Perito Moreno Gletscher. Hier kletterten wir, mit Eisschuhen bewaffnet, über die riesige Eisfläche und genossen einen Whiskey mit Gletschereis. Unsere Zeit in Argentinien neigte sich nach unserer dritten Einreise dem Ende zu und unser nächstes großes Ziel weiter im Norden war Santiago de Chile. Aufgrund des Wintereinbruchs war unsere Zeit in Patagonien leider etwas schneller vorbei als geplant. Deshalb wollen wir unbedingt irgendwann nochmal nach Patagonien zurück. Unser Traum wäre es mit einem alten VW Bus die Carretera Austral entlang zu fahren, eine wunderschöne Straße mit beeindruckender Natur, die parallel zur Grenze mit Argentinien verläuft.

Von Santiago de Chile buchten wir uns einen Flug nach San Pedro de Atacama, ein weiteres Must-See auf unserer Reise durch Südamerika. Die Atacama-Wüste ist die trockenste Wüste der Welt und bietet so einige Naturspektakel. Mit einem Camper fuhren wir durch das Tal des Mondes, zu Lagunen und sahen neben Flamingos, Alpakas und anderen Tieren die höchstgelegenen Geysire der Welt. In der ersten Nacht in unserem Camper froren wir auf über 4000 m Höhe, sodass wir uns jede Minute mehr auf den Sonnenaufgang freuten. Über Nacht waren die Scheiben von innen gefroren, die Autobatterie hatte sich entladen und unseren Gasbrenner konnten wir aufgrund des Sauerstoffmangels auf dieser Höhe nur mit viel Mühe und Not anzünden. Aber das war genau das, was wir wollten – pures Abenteuer! Während es in Stuttgart allmählich Sommer wurde, froren wir in der trockensten Wüste der Welt. Genauso haben wir es uns vorgestellt.

Wir haben uns jetzt schon in diesen wunderbaren Kontinent verliebt, der so viel mehr bietet als man in einem Jahr geschweige denn auf wenigen Seiten zu Papier bringen kann. Heute Abend geht unsere Reise übrigens weiter. Wir fliegen nach Paraguay und arbeiten uns dann zu den berühmten Iguazú-Wasserfällen an der brasilianisch-argentinischen Grenze vor. Als weitere Ziele sind dann noch Brasilien und Kolumbien geplant. Wenn ihr wissen möchtet, wie es bei uns weiter geht und wie unsere Reise aussieht, dann würden wir uns freuen, wenn ihr bei uns auf www.immerfernweh.de vorbeischaut oder uns einen Gruß unter unseren Videos auf YouTube dalasst.

Liebe Grüße in die Heimat
Lisa und Johannes