Dafina Veselaj | GTS-Team

Unsere Modebloggerin Dafina Veselaj bezeichnet sich selbst als herzensgutes, leicht durchtriebenes Modeopfer. Aber zur Tussi macht sie das noch lange nicht. Ganz im Gegenteil, denn die Liebe zur Mode und Gestaltung schlummerte schon immer in ihr und entwickelte sich Schritt für Schritt zu ihrem Lebenstraum.

Ursprünglich in Stuttgart Leonberg geboren, wuchs sie in Ditzingen auf. Hier, am nordwestlichen Rand von Stuttgart, muss es wohl gewesen sein, dass sie ihre Leidenschaft für alles rund ums Thema Fashion entdeckte und anschließend immer mehr zu ihrem Lebensmittelpunkt machte.

Schon als Dreijährige hielt sie nicht viel von den Sachen, die ihre Mutter ihr anzog und wurde diese ganz schnell wieder los. Mit 11 Jahren beschloss sie dann endgültig, nicht mehr auszusehen wie alle anderen, sondern ihren ganz eigenen Stil zu entdecken. Mit 13 traute sie sich dann an ausgefallenere Looks und achtet spätestens seitdem immer darauf, das richtige Outfit zu wählen, sogar zu Hause. Hier trägt sie, wie Ihre Freundin Esther immer sagt, ihre eigene „Homewear Collection“.

Als ihr klar war, dass es irgendwas mit Mode sein muss, folgte eine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau und anschließend eine Weiterentwicklung im Bereich Visuelle Gestaltung und Marketing. Soviel Engagement wurde dann auch direkt mit einer Festanstellung bei einer großen deutschen Modemarke belohnt.

Zwischendurch verbrachte sie fünf Jahre in München. Hier organisierte sie mit Freunden Modeevents unter dem Namen „Urban Lifestyle Sessions“. Als sie dann im September 2013 wieder nach Stuttgart zurückkam, stand fest, dass sie hier irgendwann einen Multi-Label Store aufmachen will. Aber eins nach dem anderen. Erst mal stand eine Beförderung bei ihrem Arbeitgeber ins Haus. Seitdem darf sie den Titel „Visual Merchandising Strategist global/Int.“ tragen und ist für die strategische Weiterentwicklung im Bereich Visual Merchandising/ Marketing verantwortlich.

Ihr absolutes Vorbild ist Coco Chanel. Logisch, das jetzt schon feststeht, dass ihre Tochter auf jeden Fall nach der Stilikone benannt werden wird. Dafina lässt sich aber nicht nur von ihrem Stil inspirieren, sondern hat ihre ganz eigenen Ideen. Vor allem die Achtziger Jahre und Oversize-Looks prägen ihren Stil. Außerdem leidet sie unter der „Mantelkrankheit“. Die Symptome sind eindeutig und werden durch die fünfzig Mäntel in ihrem Kleiderschrank attestiert. Wichtig ist ihr, nicht einem kurzlebigen Trend hinterherzurennen, sondern einen ganz eigenen Stil zu entwickeln, ohne sich vom ständigen Trend-Marathon stressen zu lassen.

Ihre Inspirationen bekommt sie weniger aus Modezeitschriften als vielmehr durch die Looks der Straße. Was die Ladies auf der ganzen Welt tragen, ist eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration. Auch in Stuttgart gibt es einige Mädels, die sich etwas trauen, die Stadt könnte nur noch eine Prise mehr Progressivität beim Thema Streetwear vertragen. Dafina findet es schwierig, wenn ein Stil als Schablone dient und alle dann doch wieder gleich rumlaufen, wie zum Beispiel die Hipster, obwohl das ein Stil ist, der ihr gut gefällt. Jeder sollte die Möglichkeit nutzen, mit Mode das auszudrücken, was er oder sie möchte, je nach Gefühlslage und Situation, ohne sich dabei von Konventionen etwas vorschreiben zu lassen. Man sollte sich einfach so kleiden, wie man sich fühlt.

Stuttgart ist Dafinas Heimat. Hier hat sie ihre Freunde und auch die Familie ist nicht weit. Dieses heimelige Gefühl, wenn sie mit dem Auto die Weinsteige runterfährt und die ganze Stadt vor ihr liegt, war allerdings nicht immer da. An ihrem ersten Tag im Städtle regte sich ein älterer Schwabe über sie auf, weil sie anscheinend zu viel in ihren Einkaufswagen gepackt hat und das an einem Samstag! Auf ihren Konter, dass sie gerade erst hier hingezogen sei und sich das aber noch mal ganz genau überlegen müsse, entschuldigte sich der Mann aber gleich. Mit Schwaben muss man erst mal warm werden, da sind die Münchener irgendwie offener. Berlin ist auch eine wahnsinnig spannende Stadt, zum Leben allerdings zu anstrengend. In Hamburg sind die Menschen sehr angenehm und irgendwie aufgeräumt. Aber im Endeffekt hat Stuttgart ihr Herz gewonnen und egal, wohin es sie verschlägt, sie wird immer wieder hierhin zurückkommen.

Hast du denn ein paar Geheimtipps in Stuttgart?

Ich bin gerne unterwegs und habe definitiv meine Lieblingsspots, die ich immer wieder ansteuere. Da ich sehr gerne spazieren gehe, findet man mich oft am Feuersee. Dort drehe ich sehr gerne meine Runden und treffe auch immer wieder Freunde, die es in diese Idylle zieht. Meine Sonntage verbringe ich gerne beim Brunchen im Café Liebreich. Das ist gleich bei mir um die Ecke und gehört zu meinen festen Ritualen. Sehr gut essen kann man in der Taverne Yol oder im Reiskorn. Den besten Kaffee gibt es in der Caffè-Bar oder im Tatti im Fluxus. Eines meiner liebsten Geschäfte dort ist das Lá pour lá. Gerne shoppen gehe ich auch im Kauf dich glücklich oder bei Urban Outfitters. Generell vermisse ich aber kleine individuelle Boutiquen in Stuttgart. Da gibt es auf jeden Fall noch Nachholbedarf.

Was ist dir bei anderen wichtig?

Zwei Eigenschaften sind mir besonders wichtig. Das sind Ehrlichkeit und Spaß am Leben.

Wie schaltest du ab?

Leider bin ich oft nicht so gut darin, abzuschalten. Ich neige dazu, nicht nein sagen zu können und so kommt es viel zu selten vor, dass ich mir wirklich Zeit für mich gönne. Wenn ich es dann doch mal schaffe, gehe ich gerne joggen oder ziehe mich mit einem Buch zurück – am liebsten ins eigene Bett mit Wärmflasche bei Kerzenschein.

Was war dein letztes Buch?

Das letzte Buch, das ich gelesen habe, war „Im Café der verlorenen Jugend“. Ein richtig gutes Buch, das mich an unsere heutige Zeit erinnert und damit einfach relevant ist und Dinge anspricht, die mich auch beschäftigen. Ich kann das Buch nur empfehlen.

Hast du ein Lebensmotto?

Mein Lebensmotto besteht aus den zwei L – „Lebe, als würdest du morgen sterben aber lerne, als würdest du ewig leben“ ( Ghandi ). Damit ich täglich daran erinnert werde, habe ich mir die Buchstaben auf den Unterarm tätowiert. So verliere ich meine Ziele nie aus dem Blick.

Danke Dafina!


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