Oliver Scholz, Björn Börris Peters | DEKUMO

DEKUMO – Die Plattform für Design, Kunst und Mode


DEKUMO ist eine Entdeckerplattform, die einzigartigen und individuellen Produkten mit Charme eine Plattform gibt und das nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa. Die Kreativen präsentieren Kreationen aus Design, Kunst und Mode und lassen damit die Herzen von Liebhabern einzigartiger Dinge höher schlagen.

Gegründet wurde die Kreativplattform vom Architekten Oliver Scholz und dem Kommunikationsdesigner Björn Börris Peters. Beide werden von einem 15-köpfigen Team unterstützt. Je nach Bedarf werden immer wieder verschiedene Experten eingebunden, vor allem aus den Bereichen Rauminstallation und Innenarchitektur. Oliver kommt ursprünglich aus Filderstadt und Björn ist ebenfalls aus dem Großraum Stuttgart. Hier blieben beide auch und bewohnten dabei gefühlt alle Stadtteile des „Städtles“. Mittlerweile haben beide Familie – Oliver hat einen Sohn, Björn wohnt mit seiner Frau und zwei Kindern im schönen Esslingen.

Wie seid ihr auf die Idee zu DEKUMO gekommen?

Björn: Der Ausgangsgedanke für DEKUMO war, die kreative Energie die es in Stuttgart gibt, mehr zu nutzen. Die Dichte an kreativen Menschen und ihren Projekten ist sehr hoch.
Uns faszinieren diejenigen, die Ideen haben, einem Interesse nachgehen und den Alltag mit durchdachten, gut gestalteten und hochwertigen Produkten erleichtern und erweitern.
Im ganzen Stadtgebiet finden sich Büros, Ateliers und Werkstätten, die allerdings durch die Topographie Stuttgarts nicht leicht zu finden sind. Deshalb haben wir uns überlegt, diese Kreativität auf einer temporären Online-Plattform sowie als Design-Messe zu bündeln. Mittlerweile umfasst die Verkaufsplattform nicht nur Stuttgart, sondern zieht auch die Gestalter anderer Regionen an. Die Ursprungsidee zur Messe startete zur Vorweihnachtszeit, als die Hinterhöfe und Ateliers der Künstler zu Verkaufsräumen umfunktioniert wurden.

Oliver: Die Online-Plattform ist dabei nur ein Teil unseres Projektes. Die entsprechende Design Pop-Up Messe findet mittlerweile schon seit dem Jahr 2004 statt. Damals haben wir mit 35 Ausstellern angefangen, das Modelabel Blutsgeschwister war unser Zugpferd. Daraufhin war jedes Jahr ein klares Wachstum zu beobachten, 60 Aussteller im Jahr 2005, inzwischen sind es 160. Wir hoffen, dass es so bleibt oder noch besser, immer weiter wächst.

Was ist das Besondere an DEKUMO?

Oliver: Eigentlich ist die DEKUMO eine Pop-Up Designmesse, die jedes Jahr in einer anderen Location stattfindet. Unser Credo ist es, dass wir uns jedes Jahr neu erfinden müssen und dabei auch die verschiedensten Ecken in Stuttgart wiederbeleben, die eigentlich gar nicht mehr als relevant gelten. Uns macht es Spaß, neue Orte und Räumlichkeiten zu entdecken und diese immer wieder in andere Farben zu tauchen. Jedes Jahr umfasst das Portfolio neue Aussteller. Uns ist es besonders wichtig, dabei einen guten Mix hinzubekommen. Langjährige und befreundete Künstler auf der einen Seite, frische Ideen und Produkte auf der anderen Seite, die meistens einen Anteil von 30 % ausmachen. So wird es nie langweilig.

Björn: Die DEKUMO ist dabei nicht nur Kreativ- sondern auch Wirtschaftsplattform. Die Aussteller können ihre Geschäftsideen testen und werden so ermutigt, ihren Weg weiter zu gehen. Mittlerweile ist daraus schon eine richtige Szene entstanden, die sehr offen ist. Wir wollen auch den Dialog zwischen Besuchern und Kreativen fördern, davon profitieren beide Seiten. Oder sogar alle drei, denn mittlerweile sind mit den Ausstellern echte Freundschaften entstanden. Das alles passt zu unserer Philosophie, die individuelle Gestaltungsprozesse, ein Bewusstsein für Produkt und Produktion sowie Persönlichkeiten umfasst. Uns ist es wichtig zu wissen, welche Geschichten hinter den Ideen und Produkten stecken. Dazu kommt ein regionaler Bezug, der für uns sehr wichtig ist. Es gibt eine Menge ökologische und Fair Trade Produkte, die vor allem durch die Sub-Marke Grüne Bühne abgebildet werden.

Oliver: Zum zehnjährigen Jubiläum im letzten Jahr hatten wir eine Kooperation mit der polnischen Partnerstadt Lodz, aus der auch viele Aussteller kamen. Dieses Wirtschaftsförderungsprogramm weiter auszubauen ist eines unserer zukünftigen Ziele. Dabei umfasst die Zielgruppe Jung und Alt, ein generationsübergreifendes Event, das auch nach 11 Jahren immer noch ein Geheimtipp ist. Nach wie vor sind wir mit viel Herzblut und Begeisterung dabei und wir versuchen ein besonderes Erlebnis für jeden Besucher zu schaffen.

Wo fand die DEKUMO denn schon überall statt?

Björn: Gefühlt waren wir schon in der ganzen Stadt und Umgebung unterwegs. Die Locations waren immer anders und hatten jedes Mal eine ganz besondere Qualität. Da gab es zum Beispiel die Kulturdirektion H7 an der Heilbronner Straße, ein ehemaliges Möbelhaus an der Hauptstätter Straße, das Kulturhaus Arena (ehemaliges Theaterhaus), zweimal schon das Wilhelmspalais (nachdem die Stadtbibliothek ausgezogen ist) und auch schon dreimal die Ex-Mercedes-Benz-Niederlassung Türlenstraße und noch viele mehr. Es gibt so viele tolle Ecken und wir freuen uns darauf, immer mehr davon zu entdecken.

Oliver: Bei der Auswahl der Locations sind uns die Lichtstimmung und Architektur besonders wichtig. Wegen diverser Auflagen und Brandschutzbestimmungen ist eine Zwischennutzung oft schwierig und leider auch zu teuer. Das können wir uns nur bis zu einem gewissen Level leisten, denn wir wollen ja auch wirtschaftlich irgendwann auf den grünen Zweig kommen. Außerdem müssen wir relativ spontan sein. Die Zusage zur Zwischennutzung kommt in der Regel circa zwei Monate vor der Veranstaltung. Aber das passiert nicht nur im Stuttgarter Stadtgebiet. In den Jahren 2009 und 2010 fand die DEKUMO sogar mit dem gleichen Konzept in München statt. In diesem Jahr findet die DEKUMO CABANA, die Sommerausgabe der DEKUMO, vom 18.-20. September rund um den Feuersee statt. Wo die DEKUMO im Winter stattfinden wird, können wir hoffentlich bald mitteilen.

Wie kam es zu eurer Zusammenarbeit?

Björn: Wir kennen uns daher, dass wir im Jahr 1994 in Stuttgart WG-Nachbarn waren. Wir haben uns sehr schnell angefreundet und ab und zu sogar im 1. Stock oder im früheren Tearoom aufgelegt. Das hat von Anfang an einfach sehr gut funktioniert, vor allem weil wir mit den Themen Urbanität, Musik und natürlich Leidenschaft für Stuttgart einfach gemeinsame Schnittstellen haben.

Oliver: Damals waren wir auch die Initiatoren des Studentenprojektes „Waggons Stuttgart“ am Nordbahnhof, einem Kreativ- und Veranstaltungszentrum, das über die Stadt hinaus einen wichtigen Beitrag für die Kunstlandschaft bildet.

Was mögt ihr an Stuttgart besonders?

Oliver: Ich liebe den Blick auf den Fernsehturm. In diesen Momenten denke ich immer „Das ist mein Stuttgart“. Die richtig schönen Flecken offenbaren sich in dieser Stadt oft erst auf den zweiten Blick. Für mich ist der schönste Fleck im Stuttgarter Süden der Marienplatz.

Björn: Mittlerweile wohne ich in Esslingen. Hier ist es sehr schön. Ich mag die Ruhe und gehe hier samstags gerne auf den Markt. Aber auch kulturell ist hier einiges los, es gibt zum Beispiel das Jazzfestival, Kino auf der Burg oder das Podiumsfestival – Musikfestival für zeitgenössische Musik.

Stuttgart hat definitiv sehr schöne Ecken, allerdings wird es an manchen Stellen auch gesichtsloser. Die Verantwortlichen verpassen oft ihre Chancen, der Stadt ein Gesicht zu geben, wie zum Beispiel an der Türlenstraße. Hier wird ein tolles Gebäude abgerissen, um daraufhin ein weiteres Bürogebäude hochzuziehen.

Was sind eure Geheimtipps für Stuttgart?

Oliver: Die Dokumentation „Die Kalte Platte“ ist ein Stück Stuttgarter Filmgeschichte über den kleinen Schlossplatz. Die sollte man gesehen haben.

Björn: Früher gab es noch das Magische Dreieck zwischen dem Zum Zum, dem Palast der Republik, und dem Club „Das unbekannte Tier“. Heute ist davon leider nur noch der Palast übrig. Ein urschwäbischer Tipp ist außerdem noch das Café Stöckle.

Wie schaltet ihr ab?

Oliver: Ich entdecke gerne das gastronomische Angebot und verbringe Zeit mit der Familie.

Björn: Am liebsten bin ich mit meiner Familie auf der Schwäbischen Alb, hier kann man toll wandern und die herrliche Landschaft geniessen.

Habt ihr ein Lebensmotto?

Björn:  Für sich selbst: Mehrwerte schaffen aus Dingen, die man gerne macht!
Für die Stadt: Begeisterung ausstrahlen und Impulse setzen!

Oliver: Wenn eine Tür zugeht, geht eine andere auf!

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