DRESSCODE FÜR DEN WASEN

„Die Krüge hoch!“

Der richtige Dresscode fürs Cannstatter Volkfest

Kein September ohne – und jetzt kommt’s: die Festzeltsaison. Das Cannstatter Volksfest (22.09. – 08.10.) bei uns in Stuttgart und die Wiesn (16.09. – 03.10.) auf der Münchner Theresienwiese sind nicht nur die beiden größten Volksfeste der Welt, sie sind auch ein fester Termin im Kalender von Freunden zünftiger Unterhaltung. Klar, auf den großen Volksfesten geht es primär um Bier und Tracht. Für das Bier wird in den großen Zelten zur Genüge gesorgt sein. Allein auf dem Oktoberfest werden jährlich zwischen 6 und 7 Millionen Liter Bier ausgeschenkt, auf dem Cannstatter Volksfest in Stuttgart feiern rund 4 Millionen Menschen, die sich auch in etwa diese Menge an Litern Bier schmecken lassen. Für das Bier ist also gesorgt. In Sachen Dresscode sieht die Vorortversorgung schon schwieriger aus. Das passende Outfit für den Wasen oder die Wiesn ist die Tracht. Aber Tracht tragen ist gar nicht so einfach, denn auch hier gibt es „No Go’s“. Und: Nicht alle Schwobamädla haben ein Dirndl im Schrank und nicht alle Lausbuba eine traditionelle Lederhose parat.

Tracht: der traditionelle Dresscode

Das einfachste und schwierigste Outfit zugleich ist das Dirndl. Einfach, wenn man bereits eines im Schrank hängen hat. Schwierig, wenn man sich erst eines kaufen muss. Ein Dirndl ist für Süddeutsche eine Investition, denn es wird nicht nur zum Volksfest getragen, sondern darf auch bei Hochzeiten, Taufen etc. nicht fehlen. Wer ein gutes Dirndl hat, stellt sich bei besonderen Anlässen seltener die Frage „Was zieh‘ ich an?“, schließlich hängt das beste Kleid schon im Schrank. Wichtig bei der Dirndlwahl: traditionell ja, aber nicht verkleidet soll es aussehen. Konservative Wasen- und Wiesnfans halten es schon für ein Problem, wenn die Mädels im kurzen Dirndl im Zelt sitzen. In Ordnung ist es allemal, wenn junge Mädchen ein knielanges Dirndl tragen.

Man muss nicht immer viel Geld in ein Dirndl investieren, vor allem dann nicht, wenn man es sonst nie anziehen würde. Deshalb lohnt sich der Blick in die Saisonmode großer Modeketten. Zwei hübsche knielange Dirndl für das Oktoberfest gibt es bei Esprit, inklusive Bluse und Schürze. Die Trachtenkleider haben einen Karrée-Ausschnitt, sind vorn geschnürt und lassen sich bequem an- und ausziehen. Bei den Designs hat sich Esprit von klassischen Dirndln inspirieren lassen, dem Ganzen durch die Länge der Kleider und der Farbwahl aber einen modernen Twist verpasst.  Auch bei C&A gibt es viele farbenfrohe Modelle, für die man auch nicht sofort das ganze Geld ausgeben muss. Vor allem die, die ihr Dirndl gerne etwas länger haben, sollten sich das Angebot anschauen.

Traditionell, aber keine Tracht

Wer keine Lust auf Tracht hat, aber trotzdem ein echter Hingucker sein will, der setzt auf den alpinen Bergsteiger-Look. Hierfür wird die kurze Lederhose mit einem karierten Holzfällerhemd kombiniert. Ob das im Hosenbund steckt oder lässig über der Hose getragen wird, ist dabei egal. Alternativ zur traditionellen kurzen Lederhose funktioniert dieses Outfit auch mit Hotpants aus Denim. Wichtig ist nur, dass das ganze Outfit nicht zu glatt wirkt. Lange Wollstrümpfe und Wanderschuhe oder derbe Boots runden das Gesamtbild ab. Fehlt eigentlich nur noch das Alpenveilchen hinterm Ohr und man könnte meinen, es geht von der Alb direkt ins Bierzelt.

Ohne Tracht und trotzdem gut angezogen

Vorweg muss man aber auch sagen: Es gibt keine Dirndl-Pflicht. Jeder darf anziehen, was er mag. Wer jedoch wahnsinnig unpassend gekleidet auf dem Volksfest auftaucht, der wird von den Einheimischen und Alteingesessenen mit Sicherheit irritierte Blicke ernten. Wer mit Spruchshirt mit schlechtem Witz vor einem der besseren Zelte auf Einlass wartet, kann damit rechnen, nicht reingelassen zu werden. In diese Falle tappen vor allem Touristen, die „zum Saufen“ kommen. Angemessener gekleidet sind da diejenigen, die auf Karohemd und Jeans setzen. Aber es gibt noch mehr Alternativen zur Tracht, etwa eine schöne Kombination aus Rock und Bluse, etwa ein Jeansrock und eine weiße Bluse. Das hat etwas Traditionelles, ist aber gleichzeitig bequem und casual. Auch hübsche Kleider mit Blumenmuster sind im Spätherbst eine gute Wahl. Kombiniert mit einem Wollcardigan ist das ein so schickes wie praktisches Wasen- und Wiesn-Outfit. Ein paar fesche Schnürstiefel oder Baumwoll-Sneaker dazu und der Look ist perfekt.

Was bei den Damen übrigens zu einem zünftigen Wiesn- und Wasen-Look unbedingt dazugehört, ist die richtige Frisur. Und da hält man es mit den Haaren wie mit den Brezeln: es wird geflochten was das Zeug hält. Wer lange Haare hat, ist dabei natürlich klar im Vorteil. Das wird zu Zöpfen gebunden, egal ob als French Braid oder die arg nah an der Kopfhaut geknüpften Boxer-Braids. Damit stylt „Frau“ auch das untypischste Outfit noch richtig fürs Volksfest. Na dann:

„Die Krüge hoch und Prost in Stuttgart und München!“