DURCH STUTTGART MIT ALEXANDER „SANDY“ FRANKE

Alexander „Sandy“ Franke ist ein Stuttgarter Radio-Urgestein und ist dabei noch richtig jung. Wir haben den DASDING-Moderator einen Tag durch Stuttgart begleitet und mit ihm unter anderem über das beste Sushi, Hotelbars und feine Cocktails gesprochen.

Killesberg, Baby, ich bin aus Heslach? Das mag vielleicht auf Thomas D zutreffen, auf Alexander „Sandy“ Franke allerdings nicht. Der wurde nämlich 1984 am Killesberg geboren, ist seitdem in Stuttgart daheim – und liebt es hier. Seit 2000 ist er Moderator bei DASDING vom SWR. „Der Sender ging einen Monat vorher on air – und ich war mit 15 Jahren dort schon Deutschlands jüngster Moderator ever“, erzählt er uns. 2007 hat er dann den Deutschen Rundfunkpreis für die Moderation der besten Musiksendung Deutschlands bekommen. Auszeichnungen über Auszeichnungen. Die beste Musiksendung Deutschlands war die sogenannte Sprechstunde, die es heute immer noch gibt: Eine wöchentliche HipHop-Show, die immer donnerstags zwischen 21 und 23 Uhr läuft.

Wenn DJ Sandy mal nicht im Radio zu hören ist, ist er im Fernsehen zu sehen – eben ein Moderator durch und durch.

Und Stuttgart? Ganz klar, erste Liebe, er bleibt Stuggi Resident: „Ich liebe Stuttgart! Ich bin selbst viel in Hamburg, Berlin oder München unterwegs – aber für mich bleibt Stuttgart einfach die schönste Stadt Deutschlands. Eine Großstadt, in der jeder jeden kennt; wo gibt es denn sowas noch?“ Wer könnte uns also besser durch unseren Kessel führen als jemand, der ihn so super findet wie wir?

Es ist nicht wo du bist, es ist was du machst.

Herzlich willkommen in der Mutterstadt – und deshalb geht es für uns am Bärensee los: Dort ist Alexander vor allem im Winter gern, weil es ruhiger ist. Raus zieht ihn sein Hund Thommy, mit dem er dann den See umrundet und ihm beim Spielen im Dreck zusieht: „Die Zeit hier ist für mich Entspannung, ich kann einfach gut abschalten – egal wie viel Stress ich habe.“ Aber manchmal reicht es zeitlich nicht, erzählt er. Deshalb ist Alexander sehr froh, dass sich seine Eltern so oft um seinen Thommy kümmern können und er nicht zu kurz kommt.

Dass der Moderator viel zu tun hat, ist klar, wenn man weiß, was er alles macht: Er moderiert nebenher noch Off-Air-Events wie Rock am Ring, ist Auktionator, Printautor, RestaurantTESTER und DJ. Als Auktionator versteigert er sündhaft teure Rennpferde – und kürzlich Elvis Presleys Auto für ganze 600.000 Euro. Hauptsächlich sehe er sich aber immer noch als Radiomoderator, das betont er immer wieder. Wir merken, dass er genau das macht, was ihm Spaß macht.

Wer viel arbeitet, der muss auch essen. Und das macht Alexander am liebsten im Oishi in Feuerbach. „Ich wohne selbst in Feuerbach. Da ist es natürlich durchaus geschickt, dass der beste Sushiladen des Landes quasi vor der Haustüre ist“, lacht er. „Letztes Jahr habe ich selbst ein paar Wochen geschäftlich in Tokio unterwegs – und ich muss sagen: Das Oisho-Sushi ist wirklich fast so gut wie dort.“ Zu seinen California Rolls trinkt er gerne mal ein Kirin Bier. Heute isst und trinkt er im Laden, machmal nimmt er sein Bento aber auch mit nach Hause und lässt es sich dort schmecken. Eins steht für Alexander fest: Er kennt nur einen Laden, der mit dem Oishi mithalten kann – Henssler in Hamburg – aber da zahle man auch das Dreifache. Und dann geht es für uns auch schon wieder weiter, denn Alexanders Zeitplan ist eng. Neben allen anderen Jobs betreibt er nämlich noch eine eigene Eventagentur namens Sundee Entertainment. Dort vermittelt er in erster Linie Moderatoren und DJs, hilft aber Unternehmen auch bei Firmenevents oder Messeauftritten.

Apropos Geschäftliches: Interviews führt Alexander gerne in der John Cranko Lounge im Hotel am Schlossgarten. Und prominenter wird eine Interviewvita fast nicht: 50 Cent, Eminem, Sean Paul, Shaggy, LL Cool J, Wyclef Jean, Wu-Tang Clan – und noch sehr viele weitere HipHop-Größen standen ihm schon Frage und Antwort. Früher habe er gar nicht gewusst, dass man in Hotelbars einfach so rein marschieren könne, weil er dachte, dass man dafür Gast sein müsste. „Mittlerweile gehe ich tatsächlich am Liebsten in Hotelbars. Die haben fast immer geöffnet, das Personal ist dort wirklich ultra freundlich und man hat meistens seine Ruhe, weswegen ich dort gerne Geschäftstermine oder Interviews wahrnehme“, meint er, während er ein paar Nüsschen knabbert. Die Nüsschen sind für Alexander auch ein großer Hotelbar-Pluspunkt. „Die gibt es dort nämlich eigentlich immer“, freut er sich – und isst darauf gleich nochmal eine Nuss. Die John Cranko Lounge feiert er auch deshalb am meisten, weil sie direkt gegenüber vom Hauptbahnhof liegt und auch für Nicht-Stuttgarter einfach super gut zu erreichen ist.

Für die Heads, die nicht nur Raps, sondern auch Gin aus 0711 lieben, hat der Moderator etwas ganz besonderes geplant: Sein neuestes Projekt ist sein eigener Gin, der Anfang nächsten Jahres auf den Markt kommen soll. „Das wird ein richtig guter Stuttgarter Gin, mit Stuttgarter Namen, Stuttgarter Botanicals und Stuttgarter Wasser – eine Hommage an meine Heimat und diese tolle Stadt.“

Und wenn wir schon bei Gin sind und der Gin Basil Smash in der Fou Fou Bar eine absolute Wucht ist, geht es jetzt auch weiter zum Henkersplatz. Dort geht Alexander am liebsten etwas trinken. Während er an seinem Drink nippt, verrät er uns seine liebsten Spots: „Im Klassiker Ciba Mato gefällt es mir, aber auch bei Ferro im Le Petit Coq fühle ich mich unheimlich wohl und bekomme genauso gute Drinks wie bei Dawit im Paul & George. Dort müsst ihr übrigens unbedingt den Gin Tonic mit Karotte probieren! Mit der Fou Fou Bar verbinde ich auch einige besondere Abende.“ Eine ganz besondere Erinnerung führt Alexander aber wieder zurück zu seinem Geburtsstadtteil – den Killesberg. Die erste Disko, in der er in seinem Leben zu Gast war, war der Perkins Park – mit 16 bei den Oberstufenparties. Bis heute ist der Park auch die einzige Location, in der er regelmäßig als DJ auflegt, wenn sein Terminkalender es zulässt, also jeden letzten Freitag des Monats. Und wer kann es ihm verdenken? Nachts bei klarem Wetter, rappten schließlich schon die Massiven Töne, fahr ich mit meinem VW Jetta rechts über den Killesberg und bleibe stehen, um ein bisschen mehr von meiner Stadt im Lichtermeer zu sehen.


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