DURCH STUTTGART MIT ELISABETH SEITZ

Es gibt nicht viele Turnerinnen, die mit ihrem Talent für so viel Aufmerksamkeit sorgen, dass sogar ein Turnelement nach ihnen benannt wird. Elisabeth Seitz ist eine der wenigen Damen der diese Ehre zuteil wurde. Seit 2011 trägt ein Turnelement am Stufenbarren ihren Namen – der Seitz. Wir haben mit unserer deutschen Vorzeigeturnerin eine sportliche Runde durch Stuttgart gedreht und all ihre Lieblingsorte entdeckt.

In diesem Jahr durfte die junge Leistungssportlerin zum zweiten Mal in ihrer Karriere für Deutschland bei den Olympischen Spielen an den Start gehen.

„Dass ich in Rio nun schon zum zweiten Mal dabei war, ist einfach genial,“

verrät uns die 22-jährige Heidelbergerin mit einem riesengroßen Lächeln auf den Lippen, als wir sie für unsere Spritztour durch Stuttgart abholen, „die Teilnahme an Olympischen Spielen ist sicherlich mit nichts zu vergleichen.“ In Rio ist Elisabeth am Stufenbarren nur ganz knapp an der Bronzemedaille vorbeigeschrammt. Im deutschen Duell mit Sophie Scheder fehlten am Ende nur 0,033 Punkte zu Platz 3. Eine super Leistung, wie wir finden!

Doch niemand wird mal eben so zum erfolgreichen Sportstar. Auch Eli hat jahrelang hart für ihren Erfolg trainiert und eine ganze Menge Schweiß vergossen. Während wir als sechsjährige Knirpse noch versucht haben, ohne aufgeschürfte Knie über das Klettergerüst des städtischen Spielplatzes zu balancieren, hat Elisabeth schon die ersten Übungen an Stufenbarren und Co. absolviert. „Eigentlich habe ich eher spät mit dem Turnen angefangen. „Erst“ mit sechs Jahren habe ich mit dem Training begonnen“, erzählt sie uns mit einem Augenzwinkern.

Der „späte“ Start in den Profisport konnte Eli, die beim MTV Stuttgart in der 1. Bundesliga turnt, allerdings nicht davon abhalten jede Menge sportliche Erfolge zu feiern. Seit 2004 ist sie Mitglied des Bundeskaders des Deutschen Turnerbundes und der Nationalmannschaft. 2011 wurde sie Vize-Europameisterin im Mehrkampf. 2012 hat sie im Finale der Olympischen Spielen in London am Stufenbarren einen hervorragenden 6. Platz erreicht. Ein Jahr später hat sie dann schließlich als erste Turnerin den neu geschaffenen Turn-Gesamtweltcup im Mehrkampf gewonnen.

„Ein Traum als Turnerin ist immer eine total perfekte Übung hinzulegen“, verrät uns die gebürtige Heidelbergerin, während wir mit ihr durch die Stuttgarter Straßen kurven. Dazu gehört natürlich reichlich Disziplin und ein fokussiertes Training. „In der Regel trainieren wir sechs Tage in der Woche. Pro Tag sind das dann meistens vier bis sechs Stunden. Dazu kommen noch Physio- und Regenerationseinheiten.“ Sofort fragen wir uns, ob man bei so einem straffen Zeitplan überhaupt Zeit hat, um abends mal mit Freunden um die Häuser zu ziehen: „Wichtig ist, dass der Körper jeden Tag Hochleistungen bringen kann. Lange weggehen geht nach großen Erfolgen sicherlich mal punktuell, letztlich kann man im Sport aber nur dauerhaft Erfolg haben, wenn man auch diszipliniert lebt.“

Im Januar 2015 ist Eli nach Stuttgart gezogen. Seitdem lebt sie mit ihrem Turnerkollegen Alex Maier in einer WG in S-Untertürkheim, wo sie sich extrem wohlfühlt. An Stuttgart gefallen ihr besonders die vielfältigen Einkaufsmöglichkeiten, denn die Profisportlerin schwingt sich nicht nur gerne über den Barren, sondern liebt es auch, beim Shopping gemütlich durch die Stuttgarter Innenstadt zu bummeln. Vom Breuninger aus schlendert sie gerne mal quer über die Königstraße bis hoch ins Gerberviertel. An regnerischen Tagen kann es aber auch gerne mal das Milaneo sein.

Um vom anstrengenden Trainingsalltag abzuschalten, entspannt Eli gerne am Neckarstrand, wo sie einfach mal das Nichtstun genießt. Das klappt aber nicht nur am Neckar, sondern genauso gut hoch über den Dächern der Stadt, auf dem Sky Beach. Dort verbringt sie nämlich gerne mal einige freie Stunden. Mit einem kühlen Getränk in der Hand und Sand zwischen den Zehen, wird der Blick in Stuttgarts Weinberge gleich doppelt so schön. Wenn sich Eli zwischen Training und Physiotherapie mit ihren Freunden trifft, tut sie das im Palm Beach direkt neben der Mercedes-Benz Arena. Wenn der Magen zu knurren beginnt, geht es dann aber wieder zurück in die City. Denn für die Profiturnerin gibt es nirgendwo so leckere Burger wie bei Hans im Glück. Da kann auch die disziplinierteste Sportlerin nicht nein sagen.


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www.elisabeth-seitz.de