FEINSTAUBALARM!

SIND DIE LASERDRUCKER SCHULD?

Mittlerweile wird in Stuttgart regelmäßig Feinstaubalarm ausgelöst. Am Pranger stehen dabei vor allem die Autos. Doch was ist eigentlich mit dem Laserdrucker?

TONERBASIERTE DRUCKSYSTEME SIND UMSTRITTEN

Eines vorweg: Wir scherzen natürlich nur. Es ist unbestritten, dass die Mischung aus dichtem Autoverkehr und der Stuttgarter Kessellage Schuld am Feinstaubalarm haben. Dennoch sollten Menschen, die täglich mit Laserdruckern zu tun haben, Vorsicht walten lassen. Denn Deutschland wäre nicht Deutschland, wenn sich nicht schon längst eine sogenannte Innenraumlufthygiene-Kommission mit den Emissionen aus Laserdruckern befasst hätte. Sie empfehlen beispielsweise darauf zu achten, dass dieTonerkartuschen das Umweltsiegel des Blauen Engels tragen. Dieses soll garantieren, dass möglichst wenig schädlicher Feinstaub freigesetzt wird. Außerdem sollten Laserdrucker grundsätzlich in gut gelüfteten Räumen betrieben werden und nicht – wie in vielen Büros üblich – in einem fensterlosen Kabuff stehen.

DER UMGANG MIT LASERDRUCKERN IM PRIVATEN BEREICH

Für Privatpersonen gibt es in der Regel keine Bedenken beim Umgang mit Laserdruckern und Toner. Sie müssten schon täglich hunderte Seiten ausdrucken, um eine gesundheitsschädigende Menge Feinstaub einzuatmen. Auch sie können beim Kauf von Druckerzubehör darauf achten, dass es sich um möglichst emissionsarme Tonerkartuschen mit Umweltsiegel handelt. Noch wichtiger jedoch ist die korrekte Entsorgung: Leere Kartuschen gehören nicht in den Hausmüll! Sie können zum Beispiel zu Wertstoffmobil gebracht werden, das in Stuttgart seine Runden dreht. Alternativ sind die Hersteller und Verkäufer von Tonerkartuschen zu deren Rücknahme verpflichtet. Die leeren Kartuschen können zum Beispiel beim Kauf einer neuen Kartusche abgegeben oder zum Onlinehändler zurückgeschickt werden.

DIE ALTERNATIVE FÜR SKEPTIKER

Wer dem Laserdrucker nicht so richtig über den Weg traut, kann natürlich – zumindest zuhause im Privatleben – stattdessen einen Tintenstrahldrucker verwenden. Diese verzichten ganz auf Toner. Allerdings hat der Tintenstrahldrucker auch Nachteile: Da ist zum einen die unglaublich teure Tinte, die regelmäßig nachgefüllt werden muss. Dazu druckt er wesentlich langsamer als der Laserdrucker. Kein Problem, wenn nur mal kurz eine Bahnfahrkarte ausgedruckt werden muss, aber nervig, wenn es um ein 50-seitiges Referat in dreifacher Ausführung für die Uni geht. Hier sollten Kosten und Nutzen sorgfältig abgewogen werden.

Beweise gibt es übrigens keine für den Feinstaub aus dem Laserdrucker. Der Branchenverband BITKOM wies angesichts der Kritik darauf hin, dass moderne Laserdrucker den Toner beim Drucken so stark erhitzen, dass überhaupt kein Staub mehr freigesetzt wird – er verdampft stattdessen. Gegenüber dem Diesel-PKW ist der Laserdrucker also wahrhaftig ein Unschuldslamm.