INSTRUMENTE FÜR EINSTEIGER – DER GUIDE FÜRS MUSIKMACHEN

Es ist nie zu spät, mit dem Musikmachen anzufangen. Man braucht dabei eigentlich nur etwas Geld. Viel mehr braucht man Motivation und die Lust am Musizieren, damit man auch dabei bleibt. Wir stellen einige Instrumente vor, mit denen der Einstieg leichter fällt und geben Tipps und Tricks, wie man schon bald die ersten Stücke meistert! Damit es spannend bleibt, sind von ganz klassischen bis hin zu ganz modernen Instrumenten alle dabei.

Worauf achten bei der Wahl des richtigen Instruments?

Gerade wenn man so gar keine Ahnung von Musikinstrumenten hat, sollte man die Instrumente schon mal anfassen können. Wenn einem das Feeling beim in der Hand halten schon nicht gefällt, dann wird es mit dem Spielen erst recht nix. Und bitte auch keine Coolness-Käufe a la „Wonderwall“ von Oasis auf der Akustik-Klampfe und dann hoffen, dass die Mädels oder Kerle drauf stehen – zumal der Trick wirklich nicht mehr zieht.

Schlau ist es, sich die Musik, die man so in der Playlist hat, wirklich mal genau anzuhören und darauf zu achten, was diese Künstler für einen so gut macht. Ist es das sanft angeschlagene Piano im Hintergrund? Steht man auf den pumpenden Bass? Oder was ist mit dieser verspielten Gitarrenmelodie? Das Herausfinden der Klänge, auf die man am meisten steht, ist schwerer, als so mancher Musikfan vermuten würde. Denn viele Klänge können auch elektronisch verzerrt und verfremdet werden.

Auf jeden Fall müssen Musik-Neulinge mal schwer darauf achten, sich realistisch einzuschätzen. Kein Rhythmusgefühl zu haben, ist grundsätzlich schon eher suboptimal. Will man dann noch der weltbeste Drummer werden, wird es schwierig. Dann doch lieber zu einem melodischen Instrument greifen. Geht natürlich auch umgekehrt: Gitarristen oder irgendwelche Gefühle für Harmonien und Melodien lassen lieber die Finger vom Griffbrett und nehmen dann vielleicht doch hinter den Kesseln Platz.

Und natürlich spielt auch das liebe Geld eine Rolle. So bekommt man den vollen Klang eines Grand Pianos nicht einfach so für ein Taschengeld. Da müsste man auf ein Keyboard ausweichen – das aber wiederum beim besten Willen nicht diesen raumgreifenden Sound hat. Also am besten im Geschäft ausprobieren und überlegen, ob einem der Klang trotzdem noch gefällt oder nicht. Billiger ist man mit Einsteigerinstrumenten beraten, zum Beispiel einfachen Akustikgitarren oder der Einstiegsdroge in die Blasinstrumente, nämlich der Blockflöte. Auch elektronische Musik lässt sich dank USB-Keyboards unter 100 Euro schon relativ leicht umsetzen.

Autodidakt oder Profi?

Eine der Möglichkeiten, ein Instrument zu lernen, ist natürlich der autodidaktische Modus. Und in Zeiten der Digitalisierung geht das auch ganz gut. Damit das Projekt Autodidakt ein Erfolg wird, sollte man allerdings zumindest eine Grundmusikalität mitbringen, um gewisse Muster mit einem guten Ohr wieder erkennen zu können.

Wer das Instrument „richtig“ lernen will, sollte aber trotzdem lieber zu einer Musikschule wie der Musikbox Stuttgart gehen. Das hängt aber natürlich vom eigenen Budget ab. Denn obwohl Anfänger da garantiert mehr lernen als beim autodidaktischen Stil, aber ein größeres Budget ist natürlich auch notwendig, und zwar regelmäßig.

Gut zu lernen und zu meistern – Einsteigerinstrumente vorgestellt

Damit die Qual der Wahl nicht ganz so schwer fällt, stellen wir hier ein paar sehr gut geeignete Anfängerinstrumente vor, für die man einerseits kein riesiges Talent braucht und die andererseits richtig viel Spaß machen können.

Die Blockflöte – schnelle Erfolgserlebnisse

Die Blockflöte gehört zu am meisten zu Unrecht als Kinderinstrument abgetanen Musikgeräten überhaupt. Denn im Gegensatz zu vielen Blasinstrumenten braucht man nicht beinahe ein Studium, um überhaupt einen sauberen Ton aus dem Instrument herauszubekommen. Zudem sind Blockflöten leicht, pflegeleicht, klein, damit gut zu transportieren und überdies noch günstig. Außerdem haben die kleinen Geräte gleich noch einen eigenen Tag spendiert bekommen. Was günstig bedeutet? Viele Einsteigerinstrumente bekommt man schon für unter 20 Euro. Insofern ist das Ausprobieren auch kein finanzieller Drahtseilakt!

Wen das noch nicht überzeugt: Die kleine Flöte sorgt für einen guten Teil bei der grandiosen Atmosphäre eines absoluten Klassikers der Rock-Geschichte: „Stairway to Heaven“ von Led Zeppelin!

Keyboard und Klavier

Wie schon angedeutet, werden wohl die meisten Leute, die Lust aufs Klavierspielen haben, tendenziell eher mit einem USB-Keyboard oder der herkömmlichen Variante anfangen. Dabei ist es natürlich so, dass ein USB-Keyboard an sich noch nichts nutzt, sofern man keine Programme dafür hat. Besitzt man aber beispielsweise ein MacBook oder ein iMac, so ist mit GarageBand  und dessen Optionen, das eigene Spiel sogar aufzunehmen, schon mal ein guter Grundstein, um anzufangen!

Wer es lieber analoger mag, greift auf „analoge“ Keyboards zurück. In der Regel haben die auch eine ganze Bandbreite an klanglichen Optionen neben dem klassischen Klaviersound. Und da auf vielen Alben professioneller Künstler statt Grand Pianos Keyboards zum Einsatz kommen, kann man sich ganz sicher sein, dass die Dinger viel besser klingen als noch vor zehn, zwanzig Jahren.

Wer es schafft, irgendwo ein halbwegs günstiges, aber intaktes Klavier oder E-Piano zu erstehen, kann das natürlich auch probieren.
Für Autodidakten gibt es im Internet zahlreiche Hilfestellungen. So zum Beispiel Tutorials, für die keinerlei Kenntnisse notwendig sind.

Zuletzt noch ein Tipp: In Stuttgart sind freistehende Häuser, wo man Niemanden beim Üben stören kann, ziemlich selten, besonders im Zentrum. Kaum Jemand, der noch nicht besonders reich ist, wird allein wohnen. Ganz klarer Vorteil also für USB-Keyboards und E-Pianos sowie reguläre Keyboards. Schließlich kann man die auch mit Kopfhörern spielen.

Für den Fall, dass das Wohnen im freistehenden Haus kein Thema ist und Geld keine Rolle spielt, lässt man das echte Klavier dann jährlich natürlich von einem Profi nachstimmen.

Gitarre – akustisch oder elektrisch?

Für Leute, die sich für die Gitarre entscheiden, gibt es zunächst die Glaubensfrage Nummer Eins: Akustisch oder elektrisch? Nun, möchte man die richtige Spieltechnik lernen, sollte man definitiv mit der akustischen anfangen. Ist man aber Rock- oder Metal-Fan, führt eigentlich kein Weg an einer elektrischen vorbei.

Das Coole ist übrigens, dass die Möglichkeiten für Autodidakten bei der Gitarre wirklich umfangreich sind. Denn mittlerweile gibt es aberwitzig viele Seiten, die sogenannte Tabs für Songs anbieten. Wenn es sein muss, auch für das schon genannte „Wonderwall“. Somit könnt Ihr die Griffe relativ schnell meistern, ohne Noten dafür kennen zu müssen. Bei manchen Seiten muss man dafür einfach nur einen Song- oder Künstler-Namen eingeben und schon spuckt sie eine Reihe von Tab-Varianten aus.

Aber Achtung: Wer länger dabei ist und die Tabs korrekt lernt, stellt manchmal fest, dass man nicht selbst falsch spielt, sondern die Tabs manchmal schlichtweg falsch sind. Bücher, die voll mit Tabs berühmter Bands gibt, gibt es dann oft in der autorisierten Version, sind aber leider oft falsch.

Kleiner Unterschied: Während Ihr bei der akustischen praktisch eigentlich nur Eure Finger und die Gitarre braucht, fängt man bei der elektrischen in der Regel damit an, die Gitarre an den Verstärker anzuschließen. Schließlich muss ihr Signal verstärkt werden!

Der Klang einer elektrischen Gitarre ist natürlich viel einfacher zu manipulieren als der einer akustischen. Preislich gesehen ist es auf jeden Fall so, dass für ein gutes Einsteigerset für die elektrische Gitarre schon 200-300 Euro anfallen können. Wer wirklich Spaß damit haben will, sollte nicht zu den ultra-billigen Modellen greifen, denn sie muss ja ordentlich klingen!

Im Zweifelsfall ist man übrigens mit einer akustischen sogar lauter unterwegs. Die meisten modernen Verstärker für E-Gitarren haben auch einen Eingang für Kopfhörer. Hat man Lust, sich mal draußen musikalisch zu betätigen, kann man mit beiden Varianten zum Beispiel in den Höhenpark Killesberg ziehen. Batteriebetriebene Verstärker gibt es nämlich auch – obwohl sie recht bescheiden klingen. Also besser keinen anderen Parknutzern auf die Nerven fallen!

Schlagzeug – Der Donner vom Rhythmus

Wer sich an das Erlernen des Schlagzeugs wagen will, steht erst mal in einem Dickicht aus Teilen. Denn anders als bei den meisten anderen Instrumenten gibt es hier kein einzelnes Instrument, das man erwerben kann. Standard-Teile eines jeden Drum-Kits sind aber zum Beispiel zwei Tom-Toms, die Hi-Hat, eine Snaredrum, Ein Ride- und ein Crash-Becken und natürlich die berühmte Bassdrum. Einen Sitz, meistens einen Hocker und ein paar Sätze Sticks sollte man natürlich dazu kaufen. Allerdings gibt es oft Sets, die bereits die nötigsten Komponenten enthalten, damit Ihr direkt loslegen könnt.

Natürlich können auch Schlagzeuger autodidaktisch anfangen, es gibt auch die eine oder andere große Band, deren Drummer so angefangen hat. Und, oh Danke, ihr endlosen Weiten des Internets: Auch hier gibt es zahlreiche Videos bei Youtube, die Euch helfen können, die ersten Grooves zu üben. Preistechnisch seid Ihr bei absoluten Drum-Set-Einsteiger-Sets zwischen 150-250 Euro am Start – nach oben ist die Grenze wie immer offen.

Auch hier gilt: Habt Ihr bei keiner der zahlreichen Initiativen, die in Stuttgart Proberäume vermieten, Glück und auch gerade zufällig keinen schallisolierten Raum zur Hand, bietet sich die E-Variante eines Schlagzeuges an. Die sind durchschnittlich nicht nur günstiger, sondern können auch mit Kopfhörersound verdroschen werden.