Sonja Jordan | Yogalounge

Ob grüne Wiese vor dem neuen Schloss, Palast der Republik oder Hans-im-Glück-Brunnen, Stuttgart ist mal wieder voll von fröhlichen Menschen, die den Sommer ausgiebig genießen. Zeit, der guten alten Sonne, der wir diese wunderbare Sommerhitze zu verdanken haben, mal einen schönen Gruß zu senden. Wie man das am besten macht, könnt ihr bei Sonja Jordan in der Yogalounge lernen. Doch natürlich beherrscht die ausgebildete Yogalehrerin nicht nur den allseits bekannten Sonnengruß. Mit viel Ruhe und Kreativität führt Sonja ihre Schüler über ihre eigene Flexibilität hinaus und trainiert so nicht nur den Körper, sondern auch den Geist der Nachwuchs-Yogis und Yoginis.

Um ein bisschen mehr über Sonja und ihre Yoga-Leidenschaft zu erfahren, haben wir uns auf den Weg nach Schornbach, in der Nähe von Schorndorf, gemacht. Schon die Adresse der Schule verrät, was uns bei Sonja erwartet. In der Friedrich-Glück-Straße 20 in einer alten, idyllisch gelegenen Kunstmühle befindet sich die Yogaschule. Bei Tee und Plätzchen sprechen wir mit der gebürtigen Frankfurterin über Yoga, Stuttgart und das Leben.

Aus privaten Gründen ist die gebürtige Frankfurterin mit ihrer Familie von der hessischen Metropole ins Schwabenland gezogen. Hier konnte sie mit der Yogalounge einen ihrer größten Lebensträume erfüllen. Yoga ist für Sonja eine Lebensphilosophie, die sie auf all ihren Wegen begleitet. Dabei ist es ihr wichtig, immer authentisch und vor allem mit dem Herzen zu unterrichten. Besonders hervorzuheben ist ihre Ausbildung im Prenatal-Yoga, eine besondere Art des Yoga, die schwangeren Frauen auf eine natürliche Geburt vorbereitet. Yoga ist eine kontinuierliche Reise, auf der sich Sonja immer gerne neue Inspirationen durch Workshops und Weiterbildungen bei internationalen Lehrern holt.

Wir sind jedenfalls schon völlig überzeugt von Sonja, der Yogalounge und der entspannenden Kraft des Yoga. Wer eine Auszeit braucht und sich in Ruhe mit seinem Geist und Körper auseinandersetzen möchte, der ist bei Sonja Jordan genau richtig.

Wie bist du zum Yoga gekommen und was bedeutet es für dich persönlich?

Schon als Flugbegleiterin war ich viel in asiatischen Ländern unterwegs. Vor allem die indische Kultur hat es mir angetan. Bereits in Frankfurt hab ich Yogakurse besucht. Yoga ist für mich ein Werkzeug zur Gesundheitserhaltung und Therapie für meinen Körper und Geist. Yoga ist ideal, um sich mit sich selbst auseinanderzusetzen. Es lehrt Akzeptanz mit all seinen Licht- und Schattenseiten, Selbstliebe, auf das Herz zu hören und den Körper zu fühlen, spüren und kennenzulernen.
Ich bin ein spiritueller Mensch und stelle mich immer wieder den großen Fragen des Lebens: Wo geht die Reise hin? Warum und wie passiert das und jenes im Leben? Welche Aufgabe ist die meine?

Kann denn jeder Yoga machen oder gibt es da Einschränkungen?

Man muss dazu sagen, dass es Yoga als indische Lehre schon seit tausenden von Jahren gibt. In den letzten Jahrzenten hat man dann die Übungen auf die ergonomischen und auch klimatischen Gegebenheiten der westlichen Welt angepasst. Aber grundsätzlich kann jeder Yoga üben.

Es gibt viele Hilfsmittel, die ich bei den Übungen mit einbeziehe, wie z.B. Bänder, Stützen und Schaumstoffblöcke. Ich gehe in meinen Privatstunden individuell auf jeden Einzelnen ein. Natürlich macht ein sportlich aktiver Mann anders Yoga als eine ältere Dame mit Rückenbeschwerden. Jede Yogastunde wird deshalb individuell auf den Schüler konzipiert. Je nach körperlicher und seelischer Verfassung gibt es dynamische, fließende oder langsame Varianten und Methoden. Oft baue ich auch kleine Highlights wie eine Thai Yoga Massage mit ein. Yoga ist wie eine Psychotherapie, die über den Körper funktioniert. Es werden nicht nur körperliche Verspannungen gelöst, sondern auch Blockaden auf energetischer und seelischer Ebene. Deshalb hilft Yoga auch Menschen mit Erschöpfungszuständen und Burn-Out. Beim Dynamischen Vinyasa Yoga  wird durch Bewegung ein meditativer Zustand erreicht. Ich biete auch Yoga für Kinder und Schwangere an. Durch Meditation, Tiefenentspannung, das Üben von Haltungen und verschiedene Atemtechniken werden auch Hormone und Drüsen angeregt und Muskeln gedehnt und gestärkt. Was die wenigsten wissen: auch die deutsche Nationalmannschaft macht Yoga! Bei der WM in Brasilien war sogar ein Yogalehrer mit vor Ort. Es kommen auch immer mehr Männer zu meinen Yogakursen.  Ich würde aber gerne noch mehr dazu aufrufen, es mal mit Yoga zu probieren.

Und wie bist du auf diese schöne Location in Schornbach gestoßen?

In Frankfurt hab ich 15 Jahre in der Einflugschneise gewohnt. Als wir dann 2008 nach Schorndorf gezogen sind, habe ich nach einer ruhigen Location gesucht, in der ich meine Yogastunden geben kann. Anfangs habe ich das noch in einem kleinen Raum in unserer Wohnung gemacht. Das Kunstmuseum war die erste Location, die ich mir angeschaut habe. Ich habe dann mit meinen Schülern eine Probestunde absolviert und wir waren uns alle einig, dass wir uns hier wohlfühlen. Also habe ich die erste Etage im Kunstmuseum bezogen. Mit der Hilfe von Freunden und auch Schülern habe ich alles in Eigenregie renoviert und nach meinen Vorlieben eingerichtet. Wir haben auch eine Terrasse und vor der Tür eine große Wiese mit Gartenlaube, die wir nutzen können.

Im Juni und Juli finden dort wieder die Yogatage statt. Teil dessen ist auch die ayurvedische Verköstigung mit eigens engagierter Köchin. Das wird wieder herrlich. Während der Yogatage halten wir die Yogastunden morgens und nachmittags in den Yogalounge Räumen oder unter freiem Himmel auf der großen Wiese ab. Mittags lassen wir uns mit leichter ayurvedischer Kost und abends mit leckerem ayurvedischem Buffet belohnen und verwöhnen. Die Natur lädt zum Verweilen und zu herrlichen Spaziergänge im Grünen in Form von Gehmeditationen ein. Man kann die Sonne auf der idyllischen Wiese genießen, im erfrischenden Bächlein Wassertreten oder einfach in der Lounge, auf der Terrasse oder in der gemütlichen Gartenlaube relaxen. Am Abend gibt es smoothe Musik, Getränke und ein romantisches, kleines Feuer!

Das hört sich wirklich toll an. Was kann man in der Yogalounge noch so erleben?

Ich biete eine Reihe von Veranstaltungen und Vorträge mit besonderen Gastlehrern, Musikern, Künstlern und Ärzten an. Außerdem gibt es Workshops (z.B. der Schulter-Nacken-Workshop) und Videoabende mit themenbezogenen Filmen. Ein besonderes Highlight ist Yoga in Tüchern. Hierbei kann man das fantastische Gefühl von der Leichtigkeit des Seins und der Schwerelosigkeit in den Tüchern erfahren. Mit viel Spaß wird die Welt auf den Kopf gestellt und gleichzeitig Selbstvertrauen und Mut gestärkt. Man fühlt sich herrlich frei und ganz nebenbei werden Muskeln und Körper gedehnt und gestärkt. Wirbelsäule und Gelenke werden wunderbar entlastet.

Viele Menschen müssen lernen, zur Ruhe zu kommen und Dinge loszulassen. Meine Intention ist es, als Lehrer Impulse zu geben und mit meinen Schülern auf die (Yoga-) Reise zu geben. Es ist auch für mich jedes Mal eine tolle Erfahrung, meine Schüler ein Stück auf ihrem Lebensweg zu begleiten (z.B. bei einer Schwangerschaft). Einfach mal am Tag der offenen Tür vorbeikommen und reinschnuppern.

Kannst du denn beim Yoga dann selbst noch entspannen?

Das Tolle am Yoga ist, dass man selbst immer auch Schüler bleibt. Deshalb besuche ich nach wie vor auch andere Kurse und lerne dazu. Entspannen kann ich außerdem sehr gut beim Singen von Mantras. Das ist Balsam für meine Seele. Ich musiziere auch gerne auf dem indischen Harmonium. Yoga ist für mich eine Art Lebensstudium und Lebensphilosophie. Es bedeutet für mich bewusstes Leben bezüglich Ernährung, qualitative Zeit mit Familie und Kindern, Selbstbestimmung, Freiheit und Dankbarkeit. Ich produziere seit einiger Zeit Yoga-Anleitungs-CDs als Lehrmaterial. Auch das entspannt mich.

Hast du dich denn von Anfang an im Schwabenland wohlgefühlt?

Was mir im Vergleich zu Frankfurt aufgefallen ist: man ist hier weniger oberflächlich. Es dauert vielleicht ein bisschen länger, bis man ankommt, aber wenn man Freundschaften geschlossen hat, dann halten diese auch länger. Ich bin hier wirklich angekommen und fühle mich pudelwohl. Manchmal packt es mich aber auch und dann muss ich in die Stadt. Ich bin ein großer Stuttgart-Fan. Was hier vor allem kulturell geboten wird, hat man nicht überall. Als absoluter Musical-Fan liebe ich das SI-Centrum. Ich glaube, ich hab wirklich jedes Musical dort gesehen. Ab und zu muss auch mal Casino sein. Ich mag auch, dass die Stadt viele kleine Ecken zu bieten hat, die es zu entdecken gilt.

Hast du denn ein paar Geheimtipps in Stuttgart?

Ich mag das Café Zimt und Zucker im Süden. In der Nähe hatte ich öfter mal Yogakurse. Ich fand es jedes Mal sehr schön dort. Als Stadtteil finde ich Degerloch generell attraktiv. Ich könnte mir durchaus auch vorstellen, dort zu leben.

Hast du ein Lebensmotto?

Hör immer auf dein Herzgefühl! Ich versuche mein Leben bewusst zu genießen und das Augenmerk auf die wichtigen Dinge, wie Familie, Kinder und Freunde zu legen. Entsprechend dem Motto beim Yoga: bewusst leben!

Danke Sonja!


MEHR INFOS:
www.yogalounge-schorndorf.de