SPLENDID, BLENDED: WARUM HEUTE ALLES GEMIXT WIRD UND WO DU ES BEKOMMST

Cronut, Crunning und C(G)rüne Smoothies – heute wird alles gemixt und geblended. Mixer auf, alles rein und schon entsteht eine neue Wunderwaffe gegen das Böse. Ob es jetzt den Hüftspeck, die schlechte Laune oder auch die freien Radikale bekämpfen soll: Sicher ist, es muss gemixt werden. Warum ist das so erfolgreich und vor allem: Macht Stuggi da mit?

„Shake it, baby, shake it…”

Was sich einst an die dancenden Club Besucher richtete, ist heute eine Aufforderung an alle Trendsetter, – sucher und diese, die es werden wollen: Man nehme eine althergebrachte, zeitlos gute aber inzwischen doch ein wenig angestaubte Sache und füge ihr in gleichen Teilen etwas ähnliches, aber doch irgendwie noch hippes hinzu. Deckel drauf, shaky shaky, und tadaaa: Ein neuer Trend ergießt sich ins Glas. Oder auf den Teller. Oder auf den Timetable der Spitzensportler. In den letzten Jahren gab es immer wieder Trends, die genau aus solchen Kombinationen entstanden sind. Bestes Beispiel überhaupt (und vielleicht auch die gehypteste Kalorienbombe evereverever) der CRONUT.

Die Geschichte? Ein französischer Patissier in New York möchte etwas „ganz neues, noch nie dagewesenes“ kreieren. Er schließt sich zwei Monate lang in der Küche ein und bastelt aus zwei an sich höchst erfolgreichen Stücken eine Weltneuheit. Geboren ist er, der Cronut.

Croissant x Donut, der Mega-Hype

Das Patisserie-Meisterstück aus einer anderen Welt wird in aller Ruhe aus viel Butter und Zucker und ein petit peu Mehl hergestellt und bettet sich dann erst einmal drei Tage zur Ruhe. Dann erwecken es Einhörner sanft aus dem Schlaf, formen es zu einem Kringel und stürzen es jäh in ein Bad voll mit heißem Fett, bevor sie mit ach so weicher Buttercreme durch das Innere des Zauberstücks galoppieren, wo es sich um das geschundene Herz des nun luftig aufgegangenen Teiges legt. Um seine Tränen zu trocknen, wird es nun noch in Zucker gewälzt und schließlich mit einem Krönchen aus bunter Creme versehen… Und dann, landet es in der Verkaufstheke der Dominique Ansel Bakery, wo es mit seinen 349 Geschwistern garantiert nicht lange bleibt: Vor der Bäckerei bilden sich seit 4 Uhr in der Früh Menschenmassen, die nur darauf warten, eines der verzaubert bezaubernden Kunstwerke zu erhaschen. Spätestens um 9 ist dann alles ausverkauft.

Das Erfolgsrezept ist simpel, aber effektiv: Nimm zwei Dinge, die die Menschen absolut lieben, aber definitiv schon mal gegessen/gehört/gemacht haben und mach was Neues daraus. Rede groß auf Social Media darüber, versuche am besten, einen oder mehrere Stars dafür zu begeistern. Künstliche Verknappung und eine Geschichte dahinter tun den Rest. Schon will jeder Mal ein kleines Wunderding probieren, das prinzipiell einfacher nicht sein könnte, aber irgendwie doch neu ist.

Ein weiterer Faktor beim Cronut ist außerdem, dass er gar nicht so einfach nachzumachen ist. Die richtige Butter, die richtige Verarbeitung, der richtige Zeitplan, die genaue Temperatur des Fetts…all das sind Stellschrauben, die exakt sitzen müssen, damit das Croissant-Donut-Baby auch wirklich perfekt wird. Zusätzlich bietet Dominique Ansel, der „Erfinder“ dieses Foodtrends, jeden Monat nur eine Sorte an, die sich nie doppelt und bisher nur ein einziges Mal dagewesen ist. Der Mai wird übrigens mit Rasperry Earl Grey versüßt und mit Earl Grey Sugar gekrönt. So sorgt er dafür, dass der Hype auf keinen Fall abreißt. Aktuell beschreibt er die Chance, einen Cronut zu ergattern als „einigermaßen sicher“, wenn sich die Kauflustigen um 7:30 Uhr vor dem Laden einfinden und sich in die den-Gehweg-freihaltende, mit-nur-minimaler-Lautstärke-redende Schlange einreihen. Die Bäckerei öffnet dann um 8.

Ganz so rasant geht es in Stuttgart aber nicht zu, auch wenn es tatsächlich nur einen Laden gibt, der eine Kopie dieses kleinen Zucker-Zauberwerks verkauft. Bei Pink Punk in den Königsbau Passagen sind sie in der Regel auch nachmittags ohne stundenlanges Anstehen noch zu haben, wenn auch nicht in den fancyschmancy Ausführungen von Chefpatissier Dominique Ansel. So lange dieser aber sage und schreibe 6,301 Kilometer Luftlinie oder mindestens 9 Flugstunden entfernt ist, muss das reichen.

Ähnliche Hybrid Foods kommen immer wieder „auf den Markt“ und werden dann für kurze Zeit zum besonderen Hype. Mit darunter: Cragels (Bagel meets Croissant), Ramen-Burger (Burger mit Ramen-Nudelpatty) oder auch der Sushirritho (Burrito mit Sushireis-Hülle, ist doch klar!). Erst kürzlich zogen die neuen Bubble-Waffeln mit mega Belag – Eis, Oreos, frische Mango, Beeren und natürlich Schokoladeeee – durch Facebook und Instagram und ließen augenblicklichen Food-Neid aufkommen. All das hat nämlich einen unnachahmlichen Will-ich-haben-und-zwar-sofort-Faktor! Das Laugencroissant sieht daneben leider schon wieder aus wie ein alter Hut. Sorry, Brezn-Buddy.

Wobei der ultimative Love-Faktor bald schwindet. Nämlich sobald man sich mal die Nährwerte Tabelle anschaut, die – wohlweislich – nur seltenst dazu gereicht werden dürfte. 500 kcal für einen Cronut? Und wahrscheinlich mal eben das doppelte für einen Burger, der mit Ramen-Nudeln belegt ist. Hallo – der Sommer kommt!

Superfood x Superfriut x Superfancy Trend-Sportarten

Wer schon bei dem Anblick also ein schlechtes Gewissen bekommt, der sollte sich schnellstens um 180 Grad drehen und sich dem gesünderen Lifestyle zuwenden. Glücklicherweise gibt es auch da – tadaa – Blended-Trends ohne Ende, allesamt natürlich blendend und eine splendid Möglichkeit, sich rasch in Bikini-Power-Shape zu bringen.

Ganz oben auf der Liste: Die neuen Trendsportarten, die in diesem Jahr hauptsächlich aus –shaky shake shake – Mixen aus verschiedenen konventionellen Sportarten zu bestehen scheinen. Crunning, Boxing Yoga, Poolbiking, PHIIT, Skiken oder Crossminton: Bei einigen lassen sich die einzelnen Komponenten zwar irgendwie aus dem Namen ablesen, eine genau Vorstellung davon hat aber irgendwie niemand so recht. Also hier ein Beispiel:

Poolbiking bezieht sich nicht etwa auf das Runden ziehen im Swimming-Pool mit dem Lieblings-Mounti. Stattdessen ist es eher eine Art Spinning unter Wasser. Dafür wird zunächst ein Stand-Rad – aus Edelstahl weil Rostgefahr – im Wasser versenkt. Das Teil an sich ist aufs wesentlichste reduziert: Lenker und Pedale müssen reichen, der Wasserwiederstand tut sein Übriges. Das ist auch die Theorie dahinter. Der Wasserwiederstand wirkt nicht nur an den Beinen, sondern zerrt rundum an der Angriffsfläche, die der Körper ihr bietet. Die Kraft ist also im Gegensatz zum Spinning nicht nur auf einen Punkt – die Fußsohle – beschränkt, sondern bezieht den gesamten Körper mit ein. Auch der Rumpf muss stabil bleiben, zusätzlich werden häufig noch Armübungen mit eingebunden, wie auch bei anderen Cycling-Kursen üblich.

Stuttgart ist seiner Zeit voraus und hat natürlich schon die ersten Poolbiking aka Aqua-Cycling Kurse im Angebot gehabt, aber leider inzwischen das Mineralbad Berg zur Komplettsanierung freigegeben, so dass alle Wasser und Rad Verrückten sich noch gute 27 Monate gedulden dürfen, bis sie wieder an Ort und Stelle los strampeln dürfen. Hier aber die gute Nachricht für alle Trendverrückten: Crunning, Boxing Yoga und PHIIT geht ganz allein zu Hause, die bunte Welt des Internetzes bietet dazu beinahe unendlich viele Anleitungen und Tutorials. Und Bouldern, was nach wie vor zu den Trendsportarten 2017 zählt, gibt’s in vier Kletterhallen in Stuttgart:

Oder du gehst einfach mal laufen. Das soll ja auch sehr gesund sein, auch wenn es grade völlig out ist.

Ein weiterer Trend aus der gesunden Ecke ist wohl jedem schon bekannt, sollte aber der Vollständigkeit halber doch noch genannt werden. Und – anders als die anderen Trends – kommt er tatsächlich aus dem Mixer. Grüne Smoothies, oder um es anzupassen auch wahlweise die Crünen Smoothies stecken voll mit gesunden Antioxidantien und natürlich jeder Menge Vitamine, die ganz im Sinne von Detox und Juice-Cleanse in Form bringen und die furchterregenden Giftstoffe von Cronuts, Cragels und C(r)o. rasch aus dem Körper spülen. Auch das gibt’s in Stuttgart, zum Beispiel bei LALA healthy livin, die ihre Kreationen nicht nur ganz frisch zubereiten sondern auch immer schick anrichten und damit auch das gesunde Superfood ganz trendgerecht aussehen lassen. Vorteil: Ganze 3000 Kalorien weniger als ein Cronut, oder so.

Am Ende bleibt also: Stuttgart, du rockst mal wieder alle Trends, die von fettig-fancy Cronuts über Crunning hinzu supergesunden C(G)rünen Smoothies reichen – yeah!