„Das Leben ist zu kurz für schlechte Drinks!“

Steffen Witz ist Barbesitzer und selbst ernannter Botschafter in Sachen Gin. Er ist der Mann, dem die Gäste in der Fou Fou Bar, dieser stylischen Bar im Stuttgarter Rotlichtviertel, vertrauen. Und weil Gin gerade unser Lieblingsdestillat ist, haben wir mit dem Barkeeper der Stunde für euch gesprochen. Insgeheim hoffen wir, dass wir nach unserem Gespräch immerhin das passende Tonic zum Hendrick’s aussuchen können.

Denn Gin ist ja gerade ziemlich angesagt, wir würden sogar sagen, das In-Getränk der Stunde. Jemand, der sich schon früh über gute Drinks im Klaren war, ist Steffen Witz. Schon als Schüler hat er sein Taschengeld als Barkeeper aufgebessert und sich das Motto „Das Leben ist zu kurz für schlechte Drinks“ zu eigen gemacht. Während wir also noch Bier und Wodka-Lemon schlürften, beschäftigte sich Steffen schon mit den guten Sachen. Das Betreiben einer Bar wurde ihm damit zwar nicht in die Wiege gelegt – trotzdem wollte er schon immer eine eigene Bar haben. Diesen Wunsch kann er sich jetzt als Mitteilhaber der Fou Fou Bar erfüllen. Versteckt im Rotlichtviertel, auf Kopfsteinpflaster und zwischen engen Gassen, findet man diese angesagte Szene-Bar. Und auch wenn es sich seltsam anfühlt: Ein Schritt über die Grenze, zu den roten Lichtern, lohnt sich. Denn in der Fou Fou Bar erwartet uns ein ganz besonderer Ort mit verwinkelten Ecken, einer großen Cocktailbar, der kleinen Gin & Tonic Bar sowie verrückten Barkönigen sowie Service-Prinzessinnen. Dort, in gemütlicher Atmosphäre, stellen wir Steffen Witz noch ein paar Fragen.

Steffen, bevor du Mitteilhaber der Fou Fou Bar wurdest, hast du viele verschiedene Erfahrungen gesammelt und die Welt bereist. Was hast du bisher gemacht?

Im Jahr 2000 gründete ich zunächst mit meinem guten Freund Franccino die Firma „Barmeister“, die ich 2007 wieder verließ. Danach kamen weitere Ideen und Selbstständigkeiten – vom Naherholungsgebiet in Vaihingen über Bio-Suppen und Pasta bin hin zu einem Boutique-Hotel auf Bali. Mein größter Wunsch war es aber schon immer, eine etablierte Bar in Innenstadtlage zu betreiben.

Wie kam es zu deiner Leidenschaft für Gin?

Als Schüler habe ich damals in der Cocktailbar Osho’s angefangen, mir etwas dazu zu verdienen. Diese war in Stuttgart eine der besten Barkeeper-Schmieden. In dieser Zeit wurde ich direkt am Bier und den schlechten Drinks vorbeigeführt. Schon früh probierte ich von dem guten Zeig – dazu gehörte auch Gin.

Du bist also schon lange im Geschäft. Was hat sich deiner Meinung nach in der Bar-Szene verändert, sowohl positiv als auch negativ?

Besonders gefällt mir der neue Einfallsreichtum. Früher waren es die Grundbestandteile, die einen guten Drink ausmachten. Heute sind diese selbstverständlich: Man arbeitet mit Bittern, Zesten, Rauch und Zauberformeln. Kritisch hingegen betrachte ich das übertriebene Augenmerk auf den Barkeeper, der sich heute selbst gern „Mixologe“ nennt. Mehr Bescheidenheit und Fokus auf den Gast wären meiner Meinung nach angebracht.

Wie schaltest du am besten nach einem stressigen Arbeitstag ab?

1 neue Idee am Tag, 1 Kilometer Schwimmen, 1 Stunde mit meinem Hund spazieren gehen, 1 Abend mit Freunden kochen, 1 Woche Tauchen. Alles in Allem: Ein Leben lang Dinge tun, die einem Spaß machen.

Was magst du besonders gern an Stuttgart?

Stuttgart ist intim, diskret und hat Spannung. Die Stadt zeigt Anklänge einer Großstadt, ohne sich damit profitieren zu müssen. Das macht Stuttgart für mich lebenswert.

Wo ist Stuttgarts schönste Ecke?

48°45’55.0″N 9°07’55.0″E


MEHR INFOS:
www.bar-foufou.de

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