STUTTGART AHOI!

Große Sause im Hafen und ein Performance-Geheimtipp

Stuttgart ist nun schon seit 60 Jahren Hafenstadt. Das muss gefeiert werden! Und zwar mit dem Hafenfest am 21. und 22. Juli, auf dem ihr die Möglichkeit habt, die Arbeit im Hafen und auf den Schiffen bei Rundfahrten, Besichtigungen und Vorführungen kennenzulernen. Dazu gibt es ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm.

Bundespräsident Theodor Heuss und Oberbürgermeister Arnulf Klett eröffneten den Stuttgarter Hafen am 31. März 1958. In seiner Rede zur Einweihung sagte Klett:

„Stuttgart, eine ausgesprochene Binnenstadt, wird nun auch Hafen und ist angeschlossen an das europäische Kanal- und Binnenschifffahrtssystem. Was diese Tatsache für das wirtschaftliche Leben unseres Gemeinwesens bedeutet, können heute wahrscheinlich noch nicht alle unserer Bürger ermessen.“

Ein Traum vieler Generationen ging damals in Erfüllung, als das Gelände zwischen Unter- und Obertürkheim, zwischen Wangen und Hedelfingen in Betrieb genommen wurde.

Die gleichzeitige Kanalisierung des Neckars machten aus diesem einen durchweg industriell nutzbaren Wasserweg. Zwischen Mannheim und Stuttgart liegen insgesamt 27 Staustufen auf 203 Kilometer Länge, die den Fluss schiffbar machen und dabei insgesamt eine Differenz von der Höhe des Ulmer Münsters (160 Meter) ausgleichen. Groß war daher die Freude, als Klett und Heuss an jenem Montag in der Karwoche 1958 vor 3000 Ehrengästen und Tausenden Stuttgartern mit dem Hafen auch den letzten Abschnitt der Kanalisierung einweihen konnten.

Seit seiner Eröffnung stärkt der Hafen Stuttgarts wirtschaftliche Qualität enorm. Als trimodales Verkehrszentrum verknüpft er Binnenschifffahrt, Eisenbahn und Güterkraftverkehr und verbindet die in der Region angesiedelte Industrie mit Kunden auf der ganzen Welt. Im vergangenen Jahr wurde über eine Million Tonnen an Gütern auf mehr als 1000 Frachtern verladen, vor allem Eisen, Stahl und Schrott. Hinzu kommen noch einmal rund 2,8 Millionen Tonnen, die per Eisenbahn verfrachtet wurden.

Die tagtägliche Arbeit im Hafengebiet, der Umschlag von Containern, Massengütern, Rohstoffen und Waren mit Binnenschiffen, Kränen, Lokomotiven, Lastkraftwagen, Baggern und anderem schwerem Gerät ist dabei normalerweise eine Welt für sich. Die Hafen Stuttgart GmbH, die Eigentümerin und Betreiberin des Hafens, nimmt daher das 60-jährige Bestehen zum Anlass, euch in den Hafen einzuladen und den Hafenbetrieb und die vielfältigen Geschäftsbereiche der Hafenfirmen vorzustellen.

Im Hafengebiet erwartet euch ein breit gefächertes Angebot aus Information und Unterhaltung. So könnt ihr bei einer wasser- oder landseitigen Hafenrundfahrt über die meterhohen Berge aus Schrott, die großen Hallen, die Sandberge, schwergewichtige Verladekräne und Containertürme staunen. Die historische Dampflokomotive fährt auf Industriegleisen durch das Hafengebiet und verbindet die beiden Enden des Veranstaltungsgeländes. Und für die kulinarische Versorgung sorgen verschiedene Gastronomiestände im gesamten Veranstaltungsbereich. Außerdem lässt es sich an den beiden Abenden an der Kaimauer am Pier 1 wunderbar bei guter Musik bis in die späten Abendstunden verweilen.

P.S.(SSSST!): Wer im Juli und August noch Lust auf Kultur am Hafen hat, dem bietet sich mit „Prinzip Abie Nathan“ des Citizen.KANE.Kollektivs ein einzigartiger Geheimtipp. Die Hafenperformance ist eine energiegeladene, stimmungsvolle, musikalische und performative Auseinandersetzung mit dem Leben des israelischen Friedensaktivisten Abie Nathan und sie wird Ende Juli und Anfang August zum letzten Mal in dieser einzigartigen Location zu sehen sein.

Nathan flog verbotenerweise 1966 aus Israel ins ‚feindliche‘ Ägypten und wurde für tot erklärt. Er warf tausende Blumen als Geschenk an Ägypten in den Suezkanal. Er kaufte 1973 ein Schiff und ließ es zum schwimmenden Radiosender „The Voice of Peace“ umbauen, der zur Stimme und Musik einer ganzen Generation wurde. Er wurde von Popstars in seinem Studio auf dem Meer besucht. Wiederholt wurde er inhaftiert und trat in Hungerstreiks. Er handelte, wo andere sich endlos Fragen stellten. „Prinzip Abie Nathan“ ist dabei kein Bio-Play, kein Nacherzählen, sondern ein sinnliches Ausloten modernen Heldentums. Musikalisch mit Band sowie in großen theatralen Bildern wird unter freiem Himmel an einen zu Unrecht vergessenen Friedenskämpfer erinnert.

Die Vorstellungen finden am 27. und 28. Juli sowie vom 2. bis 5. August, jeweils um 19:30 Uhr statt. Der Startpunkt der Performance ist die U-Bahn-Haltestelle „Hedelfinger Straße“.

Wir finden: Prädikat „absolut sehenswert“!


MEHR INFOS:
www.stuttgarter-hafenfest.de
www.citizenkane.de

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