SV Cannstatt | Wasserball

Manche erinnern beim Schwimmen eher an einen Hund, andere an einen Schmetterling und dann gibt es da noch die Blei-Enten, die im nassen Element die Schwerkraft mehr denn zu spüren scheinen. Beim SV Cannstatt 1898 e.V. soll jedem der Spaß an Bewegung im Wasser vermittelt werden, vom Kraulen über Aqua Jogging bis zum Wasserball. Doch auch an Land machen Sportbegeisterte bei Angeboten wie Aerobic, Callanatics, Thai-Bo oder Wirbelsäulengymnastik eine gute Figur. Im Rahmen der Aktion „Stuttgarter Sport-Spaß“ können nämlich auch Nicht-Mitglieder das umfangreiche Programm nutzen und ordentlich ins Schwitzen kommen. Im schönen, frisch sanierten Hallenbad kann man im Wasser der Mombacher Mineralquelle, die sich auf dem Vereinsgelände befindet, seine Bahnen ziehen.

Im Mittelpunkt steht natürlich das Schwimmen und so trainieren die Mitglieder an 360 Tagen im Jahr auf den Bahnen des eigenen Schwimmbads, das sich neben Geschäftsstelle, Vereinsgaststätte und Fitnessbereich im Hauptgebäude befindet. Sobald die Temperaturen steigen, kann auch im Außenbecken geplanscht werden. Die umgebende parkähnliche Anlage lädt aber auch zum Tischtennisspielen oder Entspannt-auf-der-Wiese-Liegen ein, je nachdem wie ernst man eine Olympia-Teilnahme nimmt.

Diejenigen, die mehr im Becken als auf der Wiese anzutreffen sind, teilen sich beim SV Cannstatt in vier Abteilungen auf: Wasserball, Schwimmen, Freizeitsport und Behindertensport, in dem der Verein sogar der erfolgreichste in Baden-Württemberg ist, wie zahlreiche Deutsche Meistertitel beweisen.

Auch bei den Wasserballern ist die Historie der Erfolge lang. Zu den sportlichen Highlights des Teams gehörte der Gewinn des Deutschen Meistertitels im Jahr 2006 und die Rückkehr in die 1. Liga im Jahr 2009 nach einem Sponsoring bedingten Zwangsabstieg. Ab diesem Zeitpunkt häuften sich die Erfolge: ein dritter Platz im Pokal 2011, der Aufstieg in die Gruppe A im folgenden Jahr sowie ein vierter Platz in der Deutschen Meisterschaft von 2013 folgten.

Die Cannstatter sind ein junges Team (der jüngste Spieler ist im 1999 geboren), das unter Trainer Jovan Radojevic immer alles gibt. In der Saison von Oktober bis Mai wird fünfmal die Woche im Becken trainiert, dreimal die Woche geht es in den Kraftraum. Aber nicht nur Technik und Ausdauer sind von Bedeutung. Jeder Wasserballer muss über Zeit, Fleiß, Kraft, Durchhaltevermögen und taktisches Talent verfügen.

Obwohl Wasserball zu den ältesten olympischen Disziplinen gehört, wird er von den Medien stiefmütterlich behandelt. So sehr, dass es wahrscheinlicher ist, Skispringen auf dem Rollrasen im Fernsehen zu sehen. Dabei gibt es bei diesem Spiel einiges zu sehen, denn auch im internationalen Nass können die Deutschen Wasserballer  durchaus mithalten. Die Mannschaft gewann im Jahr 1984 Bronze bei Olympia, wurde 1981 und 1989 Europameister und bei der Europameisterschaft 2016 machten sie den 11. Platz. Doch gegen die führenden Teams aus den Balkanländern, Ungarn und Italien muss man auf dem 20×30 Meter großem Feld erstmal bestehen. Während einer Spielzeit von 4×8 Minuten kämpfen sechs Feldspieler und ein Torwart pro Team um den Ball im Netz und die Nase über der Wasseroberfläche.

Vergleiche mit Hund, Schmetterling oder Blei-Ente verblassen hier. Wenn man die Sportler im Wasser sieht, erinnert es doch eher an die Big Five der afrikanischen Savanne, mitten in Bad Cannstatt.


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