THE APIC

Start-Up ist ein Wort, das man in letzter Zeit immer öfter hört. Dabei beschreibt es nicht unbedingt nur die mittellosen Tüftler, die in dunklen Kellern Nachtschichten schieben, um an ihren brillanten Ideen zu arbeiten. Allerdings ist eine gute Idee eigentlich immer die Motivation dafür, ein Unternehmen zu gründen und trotz geringer finanzieller Ressourcen eine Vision Wirklichkeit werden zu lassen.  So auch das neue Stuttgarter Start-Up The Apic. Der Name bezieht sich dabei auf die Dienstleistungen, die die drei jungen Profis Mathias Klinke, Felix Schwarz und Kha Tran in den Bereichen Medienproduktion, 3D-Technologie und Softwareentwicklung mit ihrem neuen Unternehmen anbieten: einfach Awesome Pictures.

Das Besondere ist die Kombination aus den jeweiligen Vorerfahrungen und Spezialisierungen der drei Gründer. Mathias ist ausgebildeter Mediendesigner mit einem Schwerpunkt auf kreativer  Retusche und Bildbearbeitung, der sein Können schon bei Kunden wie MINI und Villeroy & Boch unter Beweis stellen konnte. Felix ist erfahrener 3D-Artist und auf innovative Medientechnologien spezialisiert. Die perfekte Ergänzung dazu bildet Kha, der als 3D-Spezialist schon für Auftraggeber wie Mercedes-Benz und Züblin arbeitete. Drei Experten, die ihr Wissen jetzt bei Apic bündeln, da kann doch eigentlich gar nichts mehr schief gehen. Start it up!

Wir haben die drei Visualisierungsprofis in ihrem Büro in Untertürkheim besucht. Ein altes Industriegebäude mit offenen Räumen, das sich The Apic mit einem Verlag und einigen anderen Firmen teilt, begrüßt uns. Innen ist alles „typisch“ Start-Up: ein Tischkicker in der Mitte des Raumes, die ausladenden Schreibtische stehen direkt an den Fenstern, während ein großer Esstisch mit Küchenzeile auf der anderen Seite des Raumes darauf wartet, dass Kaffee aufgesetzt wird. Das Besprechungszimmer auf derselben Etage wird mit den anderen Unternehmen im Haus geteilt.

Im Gespräch mit den dreien stellt sich schnell heraus, dass der Initiator zur Gründung des Unternehmens Kha war. Neben positiven Erfahrungen und einer lehrreichen Zeit gab es beim vorherigen Arbeitgeber auch einiges was schief gelaufen ist. Daraufhin beschloss er, es selbst besser zu machen und etwas Eigenes zu beginnen.

Beim Pokern kam dann der finale Durchbruch und dann ging alles ganz schnell. Anfang 2014 haben  Mathias, und Kha ihre Jobs gekündigt und erst mal als Freelancer für verschiedene Kunden gearbeitet. Zu dieser Zeit war Felix bereits als Freelancer selbstständig. Dadurch konnten sie viel praktische Erfahrung sammeln. Dann beschlossen sie, The Apic zu gründen. Der Grundstein dafür wurde auf Felix Dachboden gelegt. Im Sommer bedeutete es schon mal Arbeiten bei 37 Grad.

Aber Hitze beflügelt anscheinend und so wurde am 01.01. 2015 das Unternehmen offiziell gegründet. Der Anfang in der Branche war nicht einfach, denn man muss sich erst einen Namen machen und das hieß in den ersten Monaten Kaltakquise, denn besonders die Kunden aus der Industrie sind nicht einfach zu erreichen. Persönliche Kontakte und Mundpropaganda versprechen den meisten Erfolg. Auch das Förderdarlehen zu bekommen war schwierig, denn zunächst einmal sind alle erst mal skeptisch – Wer sind die? Was machen die? Und wie soll man damit erfolgreich sein?

Aber die Jungs blieben dran und es hat geklappt. Einen wesentlichen Teil leisteten dabei Gespräche mit Unternehmern, ihrem Gründercoach und einer befreundeten Beraterin, die ihnen immer wieder gute Tipps und auch Motivation lieferten. Inzwischen sind die drei gut im Geschäft, sammeln immer mehr Erfahrungen und seit März gibt es mit Adrian sogar den ersten Praktikanten. Ein idealer Zeitpunkt, da die aktuelle Auftragslage die vier Jungs sehr gut auslastet.

Habt Ihr Tipps, die ihr anderen Start-Uppern mit auf den Weg geben würdet?

Felix: Seid mutig! Außerdem ist es vor allem wichtig, sich als Dienstleistungsunternehmen zu spezialisieren. Vor allem, wenn man mit großen Kunden aus der Industrie zusammenarbeiten möchte, ist das essentiell.

Kha: Ganz wichtig ist ein gemeinsames Fundament, ein Dokument, das die Zusammenarbeit regelt. Das muss nicht unbedingt der obligatorische Business Plan sein, aber irgendeine Art von Planung, um die gemeinsame Richtung, Ziele und Finanzen festzulegen. Das ist auch ein gutes Instrument, um nach einiger Zeit die Erfolge zu messen.

Mathias: Es ist wichtig, nicht zu kurzfristig zu planen, sondern sich für die Gründung Zeit zu lassen und auch immer langfristig zu denken. Man sollte also immer perspektivisch die nächsten fünf bis sechs Jahre im Auge behalten.

Kha: Auch wenn wir ein Start-Up sind, ist es wichtig geregelte Arbeitszeiten einzuhalten. Es kann nicht jeder dann vorbeikommen, wenn er sich gerade danach fühlt, sondern wir starten immer zwischen acht und neun Uhr morgens. Abends geht es meistens länger, je nachdem, was gerade ansteht.

Mathias: Es ist wirklich wichtig, sich regelmäßig abzustimmen und in Team-Meetings die anderen auf den neuesten Stand zu bringen und natürlich die anstehenden Projekte zu besprechen. Stuttgart ist als Standort ziemlich perfekt für uns. Es gibt eine hohe Unternehmensdichte, eine starke Wirtschaft und viele potenzielle Kunden.

Felix: Zwischendurch ist Entspannung aber auch extrem wichtig. Das machen wir am liebsten beim Kicken am Frauenkopf oder im Winter beim Snowboarden.

Kha: Ich würde niemals alleine gründen. Dazu sind meiner Meinung nach zwei bis vier Leute perfekt. Die Ausgangsidee muss nicht immer innovativ sein, denn dann spart man sich die Pionierarbeit. Wichtig ist vor allem die Einzigartigkeit der Idee, dass die Zahlen stimmen und man alle Eventualitäten durchdacht hat. Natürlich kann dann immer noch einiges schief gehen, aber es ist wichtig dranzubleiben.

Wo seht Ihr euch in 10 Jahren?

Felix: In 10 Jahren sind wir hoffentlich eine stabile Agentur, die große Projekte stemmen kann. Ich kann mir vorstellen, dass wir bis dahin acht Mitarbeiter und hoffentlich viele große Kunden haben.

Mathias: Wir sind nicht allein auf den Profit aus, würden aber gerne gut von The Apic leben können. Wir wollen ein fairer Arbeitgeber sein, der es uns und unseren Angestellten ermöglicht, möglichst flexibel zu sein.

Welche Geheimtipps habt ihr in Stuttgart?

Kha: In der Mittagspause genehmigen wir uns ganz gerne mal einen guten Burger in der Nachtschicht. Gutes Essen gibt’s auch in der Speiserei in Untertürkheim oder im Cassiopeia am Inselbad.


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