VON HELDEN UND ANTIHELDEN

Hauptsache authentisch: Wir haben mit den Stuttgarter Jungs von Antiheld über ihre Musik, ihre Träume und ihre Inspirationen gesprochen.

Wir können uns wohl alle noch an die Zeit erinnern, in der Mariah Carey singend zu ungefähr jeder Gelegenheit versprach, dass irgendwann ein „Hero along“ kommen wird, der auch noch die „strength to carry on“ hat. Ganz schön verwegen, wenn man bedenkt, dass wir mit einem Antihelden doch irgendwie viel besser bedient wären – auch musikalisch. Immerhin ist ein Antiheld per definitionem der vielschichtigere und exakter gezeichnete Charakter einer jeden Geschichte. Vielschichtig ist auch die Band, die sich ANTIHELD nennt: Luca Opifanti, André Zweifel, Henry Kasper, Theo Balbig und Arne Brien machen seit 2014 gemeinsam sogenannten Straßenköterpop. „Das Wort trifft unsere Musik am besten. Damit assoziiert man Punk, Pop und Rock. Wir kommen sozusagen auch von der Straße. Immerhin haben wir am Anfang nur Straßenkonzerte gegeben – und sind heute immer noch so authentisch wie damals. Dazu passt auch unser Name: Antihelden sind einfach sympathischer als die perfekten Helden. Sie haben Schwächen und zeigen sie auch. Wir wollen nicht in erster Linie Preise abräumen, sondern unserem Publikum gefallen“, erklärt Luca, Sänger und Gitarrist der Band.

SCHICKSAL, SOUTHSIDE, STARWATCH

Aber wie sind die fünf Jungs eigentlich zu ANTIHELD geworden? Luca wollte schon immer Musik machen: „Ich habe schon mit 13 in einer Band gespielt und habe vor fünf Jahren einen eigenen Song bei YouTube hochgeladen. Obwohl kein Bewegtbild im Spiel war, hatte ich dann auf die Schnelle 30.000 Klicks gesammelt – und einige Anfragen von Agenturen.“ Und dann lief alles wie am sogenannten Schnürchen: In der Agentur, für die er sich entschieden hatte, lernte er zufällig André kennen, der heute Gitarrist bei ANTIHELD ist.  „Es hat sofort gefunkt und wir haben vor Ort direkt zwei Stunden zusammen gejammt und musikalische Zukunftspläne geschmiedet.“ André brachte Henry, der heute am Keyboard und Akkordeon ist, mit in die Band. Der wiederum kannte Schlagzeuger Arne und den damaligen Bassisten Jan. Als der ausstieg, um sich vollständig dem Jazz zu widmen, meldete sich Theo, ein alter Freund von Arne:

„Das hat so kommen müssen. Wir haben uns gesucht und gefunden.“

In dieser Konstellation gibt es ANTIHELD seit 2014 und seither geben sie so richtig Gas. Sie spielten bereits auf dem Southside und traten als Vorband von Rea Garvey, The BossHoss und Max Giesinger auf. 2014 haben sie den Nachwuchswettbewerb Play Live gewonnen – und sind seit 2017 bei Starwatch Entertainment unter Vertrag, wo sie erst kürzlich ihr Album Keine Legenden veröffentlicht haben.

VON INSPIRATION UND WHISKEY SOUR

„Ich schreibe immer und überall, gehe einfach mit offenen Augen und Ohren durch die Welt und lasse mich so von ganz verschiedenen Dingen inspirieren“, erzählt Luca, der die Songs für ANTIHELD schreibt. Für ihr Album, das sie mit dem erfolgreichen Musikproduzenten Ralf Christian Mayer eingespielt haben, waren die Jungs vier Wochen in Granada – umringt von Avocadobäumen in der Idylle: „Ein Highlight war, die Ballade An uns live aufzunehmen. Luca hatte seinen ersten Whiskey Sour, bis auf ein paar Kerzen war alles dunkel – es war einfach ein magischer Moment in Andalusien.“ Aber es muss nicht immer Whiskey sein, da sind sich die Jungs einig: Ein Bier am Palast geht immer. Was sie sonst noch so an Stuttgart lieben? „Das Popbüro – es ist Wahnsinn, was Peter James und sein Team für die Musik in der Region tun. Wir finden, dass das noch viel mehr gefördert werden sollte. Leider ist es ein riesiges Problem, einen Proberaum in Stuttgart zu finden. Wir proben im Moment bei Freunden – kein Wunder, dass alle nach Berlin gehen!“

Der größte Traum der Band ist allerdings nicht Berlin, sondern Adenau in der Eifel: Sie wollen einmal Headliner bei Rock am Ring sein. Aber vorher geht’s für ANTIHELD erst mal auf große Tour: Hannover, Hamburg, Berlin, Köln, München, Leipzig, Dortmund, Frankfurt und, natürlich, Stuttgart. Und wenn Helden die Stärke haben, immer weiterzumachen, hat das ANTIHELD tausendmal:

„Wenn man Träume hat, muss man dafür kämpfen und sie nicht rationalen Entscheidungen unterordnen. Aufs Herz hören und einfach mal machen, Fehler akzeptieren, sie mitnehmen und daraus lernen!“

ANTIHELD blicken auf ein erfolgreiches Jahr 2017 zurück: Plattenvertrag, Debütalbum und die erste eigene Headliner-Tour. So erschien im September, mit einem starken Team im Hintergrund, „Keine Legenden“, welches die Lederjacken-Jungs im Herbst auf deutschen Clubstages präsentieren durften. Übrigens: am 22. Dezember wurde die zweite Single „Wenn die Welt brennt“ veröffentlicht. Aus der Thematik „Wenn die Welt brennt“ und dem Stuttgart-Bezug („wir pflücken Sterne auf dem Killesberg und werfen sie in den Kessel“) entstand eine besondere Idee für das Video zum Song – KÜSSEN FÜR EINE BESSERE WELT. Am 02.12. haben ANTIHELD in Stuttgart in Kooperation mit dem WOUAHOU Winterdorf zum „Küssen für eine bessere Welt“ aufgerufen. Für jeden Kuss, der am Stand im Rahmen des Weihnachtsmarktes ausgetauscht wurde, spenden WOUAHOU und WULLE einen Betrag von 10€ an die Balkanroute Stuttgart e.V. Alle Gelder fließen dem Aufbau eines Dorfes in der Türkei für gestrandete Geflüchtete zu. Das komplette Projekt wurde in Form eines Musikvideos festgehalten. Inhalt des Videos sind neben den Kussszenen auch Bilder aus den Krisengebieten.


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www.antiheldmusik.de