5 BERUFE, DIE SO WICHTIG SIND UND KAUM BEACHTUNG FINDEN

Wenn Kinder gefragt werden, was sie später mal werden wollen, bekommt man oft Antworten wie Tierärzt*in, Journalist*in oder Dressurreiter*in. Häufig sind es die Berufe der Eltern oder eben die Aktivitäten, die aktuell am meisten Spaß machen. Wie viel das dann wirklich mit dem Berufsalltag zu tun hat, ist eine Frage.

„Aber welches kleine Kind hat jemals gesagt, dass es gerne die Türen der Menschen aufbrechen würde, die ihre Schlüssel verloren haben?“

Eben! Doch nicht nur bei Kindern, auch gesamtgesellschaftlich gibt es Berufsgruppen, die unglaublich viel und auch so Wichtiges leisten und einfach kaum gesehen werden.

TATORTREINIGER*INNEN

Denkt ihr auch sofort an die Serie? Jepp, Bjarne Mädel trägt in seiner Rolle als Schotty definitiv dazu bei, das Image dieses Berufs zu polieren. Aber wie viel hat das mit der Wirklichkeit zu tun? Tatortreiniger sind nicht nur gefragt, wenn ein blutrünstiges Verbrechen oder ein schlimmer Unfall passiert ist, sondern auch dann, wenn eine Person unter natürlichen Umständen verstorben ist. Im Wesentlichen geht es darum, Gerüche zu reduzieren sowie den Ort des Geschehens zu reinigen und zu desinfizieren. Das erledigt erst mal ein Ozongerät, bevor die gründliche Reinigung durchgeführt wird. Danach stellt ein Laborergebnis sicher, dass auch alles hygienisch sauber geworden ist. Wirklich kein Beruf für Menschen mit schwachen Nerven, deswegen Chapeau an alle Tatortreiniger*innen.

HEBAMME

Wenn ein Kind zur Welt kommt sind sie da. Aber nicht nur dann! Hebammen betreuen die Frauen bei der Vorsorge, kommen im Wochenbett täglich vorbei und holen bei Geburtsvorbereitungen auch die Männer ins Boot. Dabei entsprechen weder das Gehalt noch die Arbeitsbedingungen dem, was die Geburtsbegleiter*innen täglich in Krankenhäusern, Geburtshäusern oder bei den Frauen zu Hause leisten. So wie bei Krankenpfleger*innen, Altenpfleger*innen und in vielen anderen sozialen und pflegenden Berufen, sollte sich hier schleunigst etwas ändern. #jensspahn

ERZIEHER*INNEN

Ähnlich wie Mitarbeiter in den pflegenden und anderen sozialen Berufen werden Erzieher*innen händeringend gesucht. Schlechte Arbeitsbedingungen sowie eine nicht angemessene Bezahlung führen dazu, dass immer weniger Menschen diesen Beruf ergreifen. Die Folge ist ein bedenklicher Betreuungsschlüssel vor allem in den Großstädten und immer mehr Sparmaßnahmen auf Kosten der Allerkleinsten. Kaum zu glauben, denn mal ehrlich, die Aufgabe die heranwachsenden Menschen von morgen zu begleiten, ist an Verantwortung und Wichtigkeit kaum zu überbieten, oder?Das geht an alle raus, die jeden Tag in ihrem Job so wahnsinnig viel leisten und deren Arbeit kaum wertgeschätzt wird. Wir bringen hier nur einige Beispiele, die aber nicht im entferntesten alle Bereiche wiedergeben, die betroffen sind. Denken wir nur an die Müllabfuhr!

„Danke, danke, danke an euch alle da draußen!“

BESTATTUNGSFACHKRAFT

Zugegeben, man muss schon dafür gemacht sein, sich tagtäglich mit dem Tod auseinanderzusetzen. Andererseits gehört dieser, genau wie die Geburt, einfach zum Leben dazu. Zum Glück gibt es Bestattungsfachkräfte, die sich nicht nur um die Organisation des Begräbnisses kümmern, sondern dazu auch noch die Behördengänge abwickeln und den Angehörigen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Ein Beruf ohne wirklich gute Nachrichten, der gleichzeitig so wichtig ist. Respekt an alle Bestattungsfachkräfte da draußen!

SCHLÜSSELDIENST

Einmal kopflos das Haus verlassen und boom! Tür zu, niemand sonst zu Hause und die Nachbarn sind mit dem Ersatzschlüssel im Urlaub. Da kann nur noch der Schlüsseldienst weiterhelfen. Zu jeder Tages- und Nachtzeit steht jemand bereit, um sicherzustellen, dass ihr schnellstmöglich wieder in eure vier Wände kommt. Doch nicht nur das, mittlerweile helfen die Mitarbeiter*innen des Schlüsseldienstes euch sogar dabei, wenn ihr euren Autoschlüssel verloren habt oder euren Tresor nicht mehr öffnen könnt. Wäre doch zu schade, nicht mehr an die Goldbarren zu kommen. Wohnung, Auto, Schätze – weil der Schlüsseldienst bei diesen wichtigen Dingen des Lebens weiterhilft, gehört dieser Beruf definitiv zu denjenigen, die mehr Beachtung verdienen.

Natürlich ist diese Liste nicht abschließend! Es gibt so viele stille Helden da draußen, die uns den Alltag erleichtern . Ob Müllabfuhr, Reinigungskräfte oder Gärtner*Innen – Berufe, die gesamtgesellschaftlich so wichtig und leider absolut unterbezahlt sind. Wir sollten viel öfter Danke sagen!