CONSTANTIN ZÖLLER

Constantin „Consi“ Zöller ist Radiomoderator bei SWR3, wo er unter anderem jeden Montag in der Musik-Show GOTTSCHALK UND ZÖLLER zu hören ist. Seit Jahren ist Consi außerdem begeistert vom Eurovision Song Contest, den er dieses Jahr mit seinen Gedanken und Kommentaren begleitet hat. Als Mitglied der deutschen Jury durfte er sogar seine Bewertung im Jury-Voting abgeben.

Für ihn zweifelsohne der beste Job der Welt, weil er endlich „ein Ventil für seine Boshaftigkeit“ gefunden hat. Dass er sich auch sonst nicht so ernst nimmt, beweist die Bezeichnung seiner selbst als „Rundfunkhure“ sowie seine eigene Personality-Show, die Consi-Show, die er fünf Jahre lang bei DASDING moderiert hat. Immer mit dabei? Seine Fliege, die ihm den Job beschert hat. Jetzt wollen wir aber ganz genau wissen, wer hinter besagter Personality steckt und treffen Consi ganz corona-conform zum Interview.

Consi, du bist Moderator mit Leib und Seele. Wer hat dich und dein Talent entdeckt?

Meine Mutter. Im Keller. In ihren königsblauen Pumps. Aber genug von letzter Woche: Eine (mittlerweile) Freundin hat mich als Praktikant beim Radio eingestellt – und dann ging’s los. 

Was hat das zu bedeuten: Warst du ein dahingehend auffälliges, extrovertiertes Kind oder eher schüchtern? 

Von meinem Auftritt in Mutters Stöckelschuhen abgesehen, war ich seltsam. In erster Linie war ich mit mir selbst beschäftigt. Die restliche Zeit hing ich vor der Glotze. 

Hand aufs Herz: Was war dein erster Berufswunsch?

Ehrlich? Lokführer! Ich hatte sogar eine Lego-Eisenbahn, Bitches. MIT SPEISEWAGEN!

Okay, kommen wir zu etwas Aktuellerem. Du hattest fünf Jahre lang deine eigene Consi-Show bei DASDING. Wie bist du an den Job gekommen?

Ich saß mit Fliege beim Vorstellungsgespräch. Man fragte mich: Warum das Ganze? Ich antwortete: Habe mich als Geschenk verpackt. Keiner hat gelacht, außer mir. Live, laut, lässig – passte augenscheinlich zu mir. 

Wenn man dich jetzt hören will, schalten wir am besten montags bei GOTTSCHALK & ZÖLLER auf SWR3 ein. Wie kam es zur Sendung?

Mein Chef hat Thommy und mich zusammengebracht. Es gab ein Kennenlernen im Restaurant (Sauvignon Blanc mit viel Eis, Sushiplatte und Mango-Crème als Dessert). Ich hatte einen Zettel mit Überlegungen zu einer möglichen Show. Drei Worte habe ich geschafft, anschließend habe ich 50 Minuten lang genickt und so getan, als wären Thommys Vorstellungen auch meine. Das tue ich eigentlich bis heute. (lacht

Was – außer deiner fränkischen Herkunft – hast Du noch mit Herrn (Thommy) Gottschalk gemeinsam? Was schätzt du außerdem besonders an deinem Kollegen?

Eine unverkrampfte Einstellung zum Leben. Schicksalsergebenheit würde ich es nennen. Das und die Vorliebe für Thunfisch-Crème. Besonders schätze ich an ihm, dass er mir niemals böse ist: Alles ist erlaubt. Da ist der ein oder andere Hörer bei Witzen auf Thommys Kosten deutlich strenger mit mir. Was mir denn einfallen würde, fragen die dann. Na, nix Gescheites – deshalb mach ich den Job ja.

Geratet ihr auch mal aneinander, wenn es um Musikrichtungen geht? Wie würdest du deinen eigenen Musikgeschmack beschreiben? 

Seine abgenudelten Rock-Nummern aus den 70ern sind manchmal zäh wie Treibsand. Grausamer Lärm. Mit „Tones And I“ kann ich ihn am besten zurück ärgern. Was meinen Musikgeschmack angeht: Ich habe mir mein Schamgefühl in großen Teilen abtrainiert – plump ist auch okay. Popmusik bekomme ich auf der Arbeit. Daheim läuft dann Indie. 

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Wenn du nicht gerade Musik hörst: Was tust du in einer ruhigen Minute am liebsten? 

Die nächste Flasche Wein köpfen. Jüngste Entdeckung: Schwarzriesling (2016) von Friedrich Becker. Schwarzriesling ist sonst oft Bückware für 2,87 € – dieser nicht, versprochen. Am meisten vermisse ich momentan unbeschwerte Menschen. Bin hart auf Entzug und würde mir für eine kleine Dröhnung selbst ein Konzert der Amigos geben. 

Dein Bezug zur Landeshauptstadt – was magst Du besonders am Kessel? Wo warst du am liebsten feiern in Stuttgart?

Meine besten Nächte hatte ich beim Stuttgarter CSD. Dort habe ich mir zwar nicht oft ein Selfie mit Promi geholt, das mit Kate Ryan musste aber sein. Meine besten Freunde leben außerdem in Stuttgart. Gemeinsam durch die Weinberge zur Grabkapelle laufen – unschlagbar! 

Deine Lieblingshood in Stuttgart? 

Man findet mich überall da, wo es Futter und Vino gibt. Mein Geheimtipp: Käse kaufen in der Markthalle und dann was Sprudelndes von der Weinhandlung Kreis holen. Cheers!

Cheers! Was ist bei dir in der näheren und weiteren Zukunft so geplant?

Das Beste an meiner Branche ist, dass man gar nicht so genau weiß, was man in zwei, drei, fünf Jahren machen wird. Bis dahin: Gönnung. 

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Hast du ein dazu passendes Lebensmotto?

„Kann ich da noch Trüffel drauf?“

Was möchtest du sonst noch gerne loswerden?

Ziegenkäse ist überschätzt. 

Vielen Dank für das Interview mit dir, Consi! Wir hoffen sehr, dass wir uns bald in den Weinbergen mit etwas Sprudelndem oder spätestens beim nächsten CSD in Stuttgart über den Weg laufen. Grüße an Thommy!

MEHR INFOS:
www.constantinzoeller.de