DAS NEUE ROSENSTEIN-QUARTIER: FÜR ALLE. FÜR MORGEN.

WOHNEN WIE IN DER ZUKUNFT – STUTTGART MACHT’S MÖGLICH

Freie Flächen inmitten eines urbanen Ballungsgebietes sind etwas Wertvolles und Seltenes. Nicht oft haben Städte die Möglichkeit, Teile ihres Herzens fundamental zu ändern. Anders in Stuttgart: Die Stadt hat die Chance genutzt, die sich durch die Fertigstellung des neuen unterirdischen Hauptbahnhofes ergibt.

Die oberirdisch gelegenen Gleise, auf denen die Züge heute noch in den Kopfbahnhof einfahren, werden komplett rückgebaut. Durch den Rückbau des sogenannten Gleisvorfeldes ergibt sich eine Freifläche von rund 85 Hektar. Sie bietet Platz für einen neuen Stadtteil am nördlichen Rand der Innenstadt: Hier soll das Rosenstein-Quartier entstehen, aktuell das größte Bauvorhaben in Stuttgart.

Die Entwicklungsfläche liegt zentral in der Stadt und ist rund 85 Hektargroß.

In einer breit angelegten Beteiligung fragte die Stadt Stuttgart ihre Bürgerinnen und Bürger nach ihren Wünschen, Ideen und Sorgen. Darauf aufbauend richtete die Stadt Stuttgart einen internationalen städtebaulichen Wettbewerb aus. Den Zuschlag erhielten die Architektinnen und Architekten von asp Architekten/Koeber Landschaftsarchitektur. Derzeit überführen sie ihre Vision gemeinsam mit den Stadtplanerinnen und Stadtplanern der Stadt Stuttgart in einen städtebaulichen Rahmenplan. In diesem werden die Ideen und Zukunftsvisionen vertieft und als planerischen Vorgaben festgehalten. 

Der Entwurf teilt das Gebiet in fünf Abschnitte, die alles beinhalten werden, was für das Leben und Wohnen von morgen nötig ist. Im Einzelnen setzt sich das neue Quartier aus der Maker City, dem Europaquartier, dem Gleisbogenpark, dem Rosensteinviertel sowie dem Rosensteincampus zusammen. Das neue Quartier soll sich kantenlos in die Stadt integrieren und fügt sich zwischen Innenstadt und Neckar, Schlossgarten und Nordbahnhofviertel ein. Es bildet somit eine durchgrünte Verbindung zwischen bislang getrennten Teilen der Stadt.

Nach dem Siegerentwurf aus dem internationalen städtebaulichen Wettbewerb Rosenstein wird das Entwicklungsgebiet in fünf Abschnitte unterteilt. Bild: Stadt Stuttgart

DIE MAKER CITY: EXPERIMENTIERFELD MITTEN IN STUTTGART

Nachhaltigkeit, Klimagerechtigkeit, Arbeiten und Lernen zentral an einem Ort sind nur einige der Eckpunkte, an denen sich das Projekt orientiert. Besonders die Maker City verdient hierbei größere Aufmerksamkeit. Sie soll die Grenzen von Wohnen, Arbeit, Kunst und Kultur auflösen. Rund um die Wagenhallen soll das bestehende Quartier erweitert werden – ganz im Sinne des kreativen Geists, der dort schon heute besteht. Die Maker City versteht sich als Experimentierfeld und als Inkubator für das gesamte Rosenstein-Quartier. Daher ist das circa sieben Hektar große Gebiet auch ein Projekt der Internationalen Bauausstellung 2027 StadtRegion Stuttgart. Mit Holzbau, Urban Gardening und erneuerbarer Energiegewinnung lassen die geplanten Bausteine eine neue Definition des privaten und öffentlichen Raumes zu: Während im Erdgeschoss gearbeitet wird, findet das private Leben in den Obergeschossen statt. 

Maker City: In der „produktiven Straße“ siedeln sich Gewerbetreibende an, die Güter vor Ort herstellen. So werden Leben und Arbeiten im Rosenstein-Quartier wieder zentral an einem Ort gebündelt.

AUCH AN KULTUR UND FREIZEIT GEDACHT

Vielfältige kulturelle Angebote sollen Einzug ins neue Quartier erhalten. Die gegenwärtige Kultur- und Subkulturszene wird als aktiver Partner bei der Entwicklung der Maker City mit einbezogen. Die Räume der Kreativen, die bereits heute dort wirken, sollen in das neue Quartier integriert werden. 

Gleiches gilt für vielfältige Park- und Freiraumgelände, welche die Abschnitte des neuen Quartiers miteinander verbinden sollen. Insgesamt werden viele neue Grünflächen im Rosenstein-Quartier entstehen, die eine hohe Aufenthaltsqualität für die Naherholung aller Stuttgarterinnen und Stuttgarter bieten und überdies für ein verbessertes Stadtklima sorgen. 

MEHR WOHNRAM, MEHR RÄDER UND MEHR MITEINANDER

Für ein geringeres Verkehrsaufkommen soll eine Mischung unterschiedlicher Verkehrsformen die Grundlage im neuen Quartier bilden. Das Ziel ist ein möglichst geringer Autoverkehr, was durch Radwege und Sharing-Konzepte gewährleistet werden soll. Die neue Mobilität wird in den „Quartiers-Hubs“ gebündelt, die ebenfalls dafür sorgen sollen, dass sich die bunt gemischten Nachbarschaften miteinander vernetzen und verbinden. Eine Vielzahl neuer Wohnungen soll im Rosenstein-Quartier und auf den angrenzenden Flächen entstehen. Die Bezahlbarkeit ist ein zentraler Punkt der Planungen. Geeignete Gemeinschafts- und Genossenschaftsmodelle sollen das Wohnen für alle garantieren, schließlich lautet das Motto des neuen Quartiers nicht umsonst

„Für alle. Für morgen.“. 

Das Logo und der Claim zur Marke: ROSENSTEIN – Für alle. Für morgen. Bild: Stadt Stuttgart

Fassadenbegrünungen prägen die Wohnhöfe im neuen Wohnviertel. Sie verbessern die Luftqualität und sollen vor sommerlicher Überhitzung schützen.

UND DIE UMWELT?

Flächenversiegelung durch graue Betonbauten war gestern. Das neue Rosenstein-Quartier zeichnet sich durch ein zukunftsfähiges Konzept aus. Hausdächer mit Photovoltaik liefern den nötigen Strom, Wärmepumpen dienen dem dezentralen Heizen. Ins Stadtbild integrierte Rückhalteflächen erlauben das Sammeln von Oberflächenwasser, begrünte Fassaden und Dächer kühlen simpel, aber effizient durch Verdunstung. Ebenfalls begrünte Innenhöfe der Baublöcke leisten ihrerseits einen weiteren Beitrag zur CO2-Neutralität des neuen Viertels. Insgesamt soll das Quartier mehr Energie erzeugen als verbrauchen. 

Der Entwurf trägt allen gesellschaftlichen Zukunftsthemen Rechnung, verliert aber das Individuum nicht aus den Augen. Doch das Wichtigste: Er macht Stuttgart noch ein Stückchen lebenswerter! 

MEHR INFOS:
www.rosenstein-stuttgart.de