DAVID KEBEKUS

ZWEITE BÜHNENHEIMAT STUTTGART

„Ich mag Themen, die erst mal nicht lustig sind und deswegen dringend einen Witz brauchen“


David Kebekus ist viel mehr als „der kleine Bruder seiner großen Schwester“. Der Kölner Stand-up-Comedian hat sich mit seinem ganz eigenen Humor, seinem klaren Blick auf den Alltag und seiner angenehm unaufgeregten Art längst in der deutschen Comedy-Landschaft etabliert.

Am 13. Dezember ist er mit seinem aktuellen Programm „Sensible Inhalte“ imTheaterhaus Stuttgart zu Gast – höchste Zeit also für ein Gespräch über Humor, Stadtbeobachtungen und das Risiko, neue Witze auszuprobieren.

Deine Karriere begann mit Stand-up-Comedy. Was hat dich ursprünglich zum Comedy-Bühnenleben gebracht?

Zur Comedy hat mich definitiv die Faszination gebracht. Witze waren am Anfang ein Mysterium – wie wenn man das erste Mal einen Zaubertrick sieht. Das hat mich einfach gepackt!

Wie würdest du deinen Humor beschreiben? Gibt es Themen, die dir besonders am Herzen liegen?

Bei den Briten nennt man es schwarzen Humor, aber tiefschwarz ist meiner nicht. Ich will, dass man sich in meiner Show mindestens einmal erwischt fühlt und denkt: „Bei mir ist es auch so.“
Ich mag Themen, die erst mal nicht lustig sind und deswegen dringend einen Witz brauchen. Deshalb heißt die Show auch „Sensible Inhalte“.

Du beschreibst dein Material als „handgemacht, mit Selbstironie und Herzblut“. Was bedeutet Herzblut für dich?

Die Themen müssen dem Comedian persönlich wichtig sein. Wenn es dem Comedian egal ist, warum sollte es dann das Publikum interessieren?

Wie sieht ein typischer Tag für dich aus, wenn du dich auf einen großen Auftritt vorbereitest – etwa im Theaterhaus Stuttgart?

Ich bringe immer etwas über die Stadt mit. Ich bin ja quasi Tourist bei euch, schaue mir an, was mir geboten wird – und kommentiere das dann gerne! Stuttgart ist nach Köln meine zweite Bühnenheimat. Ich war von Anfang an relativ häufig hier, weil ich einen guten Draht zur Rosenau hatte und immer das Gefühl hatte: Die Leute in Stuttgart verstehen mich.

Wie entscheidest du, welche „heiklen“ Themen ins Programm kommen? Gab es schon einmal etwas, das dir zu riskant war?

Zunächst mal: Es ist eine sehr gute Comedyshow. Da ist überhaupt nichts schlimm, gefährlich oder heikel. Es ist durchgehend sehr lustig! Die schlimmen Sachen kommen in den Nachrichten. Und je schlimmer die Nachricht, desto dringender wird ein Witz gebraucht. Das ist für mich der beste Umgang damit – eine Befreiung aus der negativen Dauerbeschallung. Ich bin offen für alle Themen. Da, wo mir aber keine gute Perspektive einfällt, lasse ich weg. Riskant ist am Anfang fast jeder Witz, weil man immer das Risiko eingeht, keine Reaktion zu bekommen. Aber im Theaterhaus ist die Show fertig.

Gibt es eine Geschichte im Programm, die wirklich nur du so erzählen kannst?

Aus Onkelsicht kann über das Kind meiner berühmten Schwester sonst niemand sprechen.

„Manchmal mache ich auch einfach mal nix.“ Wie hilft dir Nichtstun beim Schreiben?

Das ist aus meinem alten Pressetext. Den muss ich echt mal updaten. Ich erinnere mich nicht mehr, wann ich das letzte Mal nichts gemacht habe – wahrscheinlich, als ich mit Grippe im Bett lag. Das muss ich mir wieder mehr zu Herzen nehmen. Aber das geht ja allen so.

Welcher Moment beim Testen neuer Witze bleibt dir am stärksten in Erinnerung?

Immer der allererste Versuch von etwas komplett Neuem. Das wird in Stuttgart in meiner Zugabe passieren. Da kann das Publikum live sehen, wie man mit einer neuen Idee scheitert oder eine Punktlandung macht – oder etwas dazwischen. ’Ne Wischiwaschi-Reaktion…

Wie sehr spielt Improvisation eine Rolle – gerade an Abenden wie dem im Theaterhaus Stuttgart?

Stell dir vor, du redest mit deinem Kumpel über wichtige Sachen. Du hast sie bestimmt schon mal anderen Kumpels erzählt, aber es ist immer anders. So wie in Stuttgart wird es nur da!

Welchen Rat würdest du jungen Comedians geben?

Überleg dir, was du willst. Hör nicht auf andere. Zieh durch!

Gab es Begegnungen mit Zuschauern, die dich nachhaltig beeindruckt haben?

Klar. Das war sogar auch in Stuttgart, in einer Mixed-Show mit ’ner Glasfront. Kleiner Laden, gemütlich. Da haben Leute reingequasselt und von mir dann einen Spruch bekommen – irgendwie unsouverän. Die Frau hat mir danach geschrieben, wir haben drüber gesprochen. Heute würde ich anders reagieren. Das hat mich geformt.

Worauf dürfen sich die Zuschauer*innen beim Auftritt am 13.12. am meisten freuen?

Dass es eine komplett andere Show ist als letztes Jahr – und nichts davon online ist!

Was kennst du bereits in Stuttgart? Was ist dir in Erinnerung geblieben?

Ich kenn den Feuersee – zumindest die Haltestelle. Die Bahnhofsbaustelle. Die Kneipe gegenüber von der Rosenau. Die Porsche-Arena und den Bahnhof. Aber ich denke, da gibt’s noch mehr Highlights.

Hast du einen Lieblingsjoke?

Immer den neuesten!

Und zum Schluss: Wer war in der Family die Ulknudel – du oder deine Schwester?

Die Mutter.

Wer jetzt denkt: „Den muss ich live sehen“ → Am 13.12. habt ihr die Chance dazu!

Tickets: 0711 / 402 07 20 oder unter www.theaterhaus.com und tickets@theaterhaus.com,
sowie bei allen bekannten Vorverkaufsstellen!

Über das Programm „Sensible Inhalte“

David Kebekus hat ein neues Programm: „Sensible Inhalte“.

Die Welt ist turbulent, Meinungen prallen aufeinander und Humor bewegt sich ständig auf dünnem Eis – überall sensible Inhalte. David hat Spaß daran, gesellschaftliche Normen, Traditionen und Regeln zu hinterfragen. Dabei stößt er auf absurde Gedankengänge, wagt sich aus der Komfortzone und findet neue Perspektiven, um mit der verrückten Welt klarzukommen.

„Sensible Inhalte“ ist Stand-up-Comedy über die schrägen Dinge, die wir als normal ansehen müssen. Die unbequeme Wahrheit als Vorlage, Humor als Bewältigungsstrategie.

David Kebekus liefert uns sensible Inhalte so, dass sie Spaß machen:
erfrischend unbeeindruckt, verdammt lustig und manchmal an der Schmerzgrenze.

Denn wer auf Nummer sicher geht, erzählt nichts Neues.
Und Comedy ohne Risiko gibt’s schon im Fernsehen.

MEHR INFOS:
https://davidkebekus.de