DER MÜLL IM KOPF – UND WIE WIR IHN ENDLICH LOSWERDEN

WARUM UNSERE GEDANKEN OFT VOLLER ALTLASTEN SIND – UND WAS WIR DAGEGEN TUN KÖNNEN

Wir räumen unsere Wohnungen regelmäßig auf. Wir wischen, sortieren, entsorgen, optimieren. Doch unser Geist? Der bleibt oft unberührt – obwohl er der Ort ist, in dem wir den ganzen Tag leben. 

Prof. Milenko Vlajkov, Psychotherapeut, Meditationsmeister und Mitgestalter des REVT- Ausbildungsprogramms am Dr. Holzinger Institut, verwendet dafür ein unvergessliches Bild: den „geistigen Müll“. Und er trifft damit einen Nerv unserer Zeit. 

Wir sind nicht überfordert – wir sind überfüllt 

Noch bevor wir morgens das Haus verlassen, haben wir bereits Dutzende Reize verarbeitet: Nachrichten, Social-Media, E-Mails, Termine, Erwartungen. Wir verlieren uns in Informationen, Meinungen und Vergleichen Das Ergebnis: Gedanken, die schwer sind. Gedanken, die wir nicht brauchen. Gedanken, die uns blockieren. Viele interpretieren dieses Gefühl als „Stress“. Doch wie Vlajkov im Interview betont: „Stress entsteht oft nicht durch das Leben selbst, sondern durch falsches oder unreflektiertes Denken.“ Mit anderen Worten:

Nicht das Leben ist zu voll – unser Kopf ist es. 

Warum unser Geist zugemüllt ist 

Von der Kindheit bis zum jungen Erwachsenenalter füllt sich unser Geist mit allem, was wir erleben, hören und glauben: Enttäuschungen. Forderungen. Vergleiche. Urteile. Selbstzweifel. Schädliche Muster, die tief sitzen. Man unterscheidet vier Grundmuster, aus denen praktisch alle emotionalen Probleme entstehen: 

  • Katastrophisieren („Wenn etwas passiert, ist alles verloren.“) 
  • Geringe Frustrationstoleranz („Das halte ich auf keinen Fall aus.“) 
  • Absolute Forderungen („Ich MUSS, andere MÜSSEN, das Leben MUSS…“) 
  • Globale Bewertungen („Ich bin ein Versager.“) 

Diese automatischen Gedanken laufen im Hintergrund wie alte Programme auf einem überlasteten Computer. Ein vermüllter Geist ist nicht schwach. Er ist einfach unaufgeräumt. 

Warum Aufräumen im Kopf wichtiger ist als Aufräumen in der Wohnung 

Gedanken bestimmen unser Erleben. Nicht die Umstände machen uns gestresst, sondern wie wir sie interpretieren. Deshalb beginnt echte innere Ruhe nicht mit Yoga, Urlaub oder digitalem Detox. Sie beginnt mit einer simplen Frage:

„Muss ich diesen Gedanken denken?“

Oder noch direkter: 

  • Ist das wahr? 
  • Hilft mir das? 
  • Ist dieser Gedanke logisch? 
  • Kann ich danach handeln und meinen Gedanken umsetzen? 

Alles, was diese Fragen nicht besteht, ist Müll. Und Müll gehört raus – außer man ist sich der eigenen Irrationalität bewusst. Dann nennt man es Fantasie. Und die darf bleiben. 

Wie man den Kopf entrümpelt – in nur 60 Sekunden 

Für die Leser*innen, die täglich im Kessel unterwegs sind: Hier sind drei Mikro- Übungen, die man überall anwenden kann – in der SSB, im Büro, beim Warten am Charlottenplatz: 

1. Der Gedanken-Check 

Belastenden Gedanken kurz festhalten.
Nur eine Frage stellen: „Hilft mir dieser Gedanke?“
Wenn die Antwort „Nein“ lautet: bewusst verabschieden. 

2. Die neutrale Frage 

In Stressmomenten: „Was ist gerade wirklich los, völlig ohne Drama?“ Diese Frage trennt Realität von Katastrophisierung. 

3. Das 20-Sekunden-Reset 

Augen schließen.
Bewusst Einatmen – 4 Sekunden. Bewusst Ausatmen – 6 Sekunden. Zwei Wiederholungen.
Der präfrontale Cortex atmet mit. 

Der geschulte Geist: Was wirklich zählt 

Vlajkov sagt: „Nur ein geschulter Geist hat Ressourcen, um sich selbst zu helfen.“ Und seine jahrzehntelange Erfahrung zeigt, was hilft: 

  • Meditation – um den Geist zu beobachten 
  • Richtiges Denken – um schädliche Muster zu verändern 
  • ATOS-Übungen – um das Nervensystem auszubalancieren 

Wer das übt, gewinnt etwas, das im modernen Leben selten geworden ist: innere Freiheit. Nicht Freiheit von äußeren Umständen. Sondern Freiheit von innerem Druck. 

Ein Schlussgedanke 

Vielleicht ist jeder Winter eine Einladung, nicht nur die Wohnung zu sortieren, sondern auch den Kopf: Gedanken ordnen. Erwartungen hinterfragen. Blockaden erkennen. Denn zwischen den Weinbergen, der Karlshöhe, dem Schlossgarten und der alltäglichen Hektik liegt eine einfache Wahrheit: 

Das Leben wird leichter, wenn der Geist leichter wird.

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