EL SECO

„Comida Ecuatoriana“

Der kürzeste Flug von Stuttgart nach Ecuador dauert mehr als sechzehn Stunden. Wer in deutlich kürzerer Zeit südamerikanisches Flair schnuppern möchte, dem sei das Restaurant El Seco stark ans Herz gelegt. Hier kann man, nur einen Katzensprung von der Stuttgarter Liederhalle entfernt, in entspannter Atmosphäre die ecuadorianische Küche probieren. Diese ist geprägt von Suppen und Eintöpfen mit Fleisch und Meeresfrüchten, die Beilage dazu ist fast immer Reis. 

Das Restaurant ist schon von weitem sichtbar, große beleuchtete Fototafeln mit verschiedenen Aufnahmen aus dem Heimatland von Guillermo Miranda, dem Besitzer des El Seco, zieren die großen Fensterfronten und sind ein echter Blickfang. Das Herzstück der Inneneinrichtung ist die lange Theke, an deren Rückseite ein großer Kartenausschnitt von Ecuador und das Menü, aufgedruckt auf große Acryltafeln, hängen. Es gibt eine kleine, gut ausgewählte Auswahl an Vor- und Hauptspeisen, diese kann man auch als günstigere Variante in einem Menü wählen. In diesem ist dann zusätzlich auch ein Getränk sowie ein täglich wechselnder Nachtisch inklusive. Bestellt wird nicht am Tisch, sondern direkt an der Theke – hier bezahlt man auch gleich und setzt sich dann wieder an seinen Platz. Dort heißt es erst einmal etwas warten, denn die Inhaber servieren alle Gerichte inklusive Vor- und Nachspeise eines Menüs zusammen und rufen davor den jeweiligen Namen auf. Reservierungen gibt es übrigens keine, auch das ist Teil des Konzeptes. Man möchte nicht nur die Küche, sondern auch ein wenig des Lebensgefühls nach Stuttgart bringen – das ist mehr als gelungen. Wir haben uns für die vegetarische Variante des Linseneintopfs sowie den Kokosreis mit Riesengarnelen entschieden. Als Vorspeise gibt es einmal die vegetarische Variante von Palmherzen sowie eine Kombination aus frischem Thunfisch. Wer sich übrigens beim Getränk für Wasser oder Bier entscheidet, kann sich dieses selbst aus dem Kühlschrank nehmen, die frischen und sehr leckeren Säfte werden dann erst zusammen mit dem Essen serviert. Dass alle Komponenten des Menüs gemeinsam an den Tisch kommen, stört uns bei unserer kalten Vorspeise nicht. Wer eine Suppe bestellt, sollte allerdings bei Bedarf darauf hinweisen, dass er diese separat erhalten möchte. Das Preis-Leistungsverhältnis ist unschlagbar, alle Gerichte sind angenehm gewürzt und erfrischend anders, Palmherzen essen wir beispielsweise das erste Mal. Durch die südamerikanische Musik und die entspannte Art des Besitzers (immer zu erkennen an seinem Hut) fühlt man sich wirklich wie im Urlaub – ¡Buen provecho!

Wer keinen Zeitdruck hat und gerne Neues ausprobiert, für den ist das El Seco ein echter Geheimtipp und eine fast unverzichtbare Alternative bei akutem Fernweh!