GRÜNER WIRDS DOCH: ECOTRII

IM KESSEL WIRD ES IMMER HEISSER
Der Herbst ist jetzt voll da – und mal ehrlich, wie sehr genießt ihr es, endlich wieder in eine warme Jacke zu schlüpfen und den dicken Wollschal umzulegen? Oder seid ihr eher der Typ „Sommer für immer“ und zählt schon die Tage, bis ihr im nächsten Jahr wieder so richtig schön ins Schwitzen kommt? Und die Wahrscheinlichkeit, dass es im Kessel so richtig heiß wird, steigt jedes Jahr.

Denn genau diese Kessellage Stuttgarts begünstigt den kontinuierlichen Anstieg der Temperaturen, was schon jetzt deutlich spürbar ist. Zudem muss Stuttgart die Herausforderungen meistern, vor denen viele Städte stehen: zu viel Beton, zu wenig Grünflächen, sinkende Biodiversität und schlechte Luftqualität.

ecotrii als Klimaschirm der Zukunft

Um dem entgegenzuwirken, hat die Stadt Stuttgart den Hitzeaktionsplan mit über 50 verschiedenen Maßnahmen ins Leben gerufen. Zusätzlich gibt es verschiedene Projekte, die vom Stuttgarter Klimafonds gefördert werden. Eins davon ist ecotrii: innovative Begrünungslösungen, die Städte wieder grüner und lebenswerter machen.

Die Idee: Ein Klimaschirm, der Bepflanzung überall möglich macht, besonders auch auf versiegelten Flächen, von denen es in Städten oft viel zu viele gibt.

Ein ecotrii ist eine sechseckige, modulare und kompakte Konstruktion, die ganz einfach im urbanen Raum aufgestellt werden kann. Sie besteht aus einem Betonfuß, der als Wassertank und Sitzgelegenheit dient, und einer Art Baumkrone, die sich nach oben hin öffnet. Hier finden die Pflanzen ihren Platz, die so ihre Aufgabe als Schattenspender und Klimaanlage erfüllen können. Das Besondere ist, dass die einzelnen ecotrii-Exemplare ganz einfach und flexibel miteinander kombiniert werden können, sodass grüne Landschaften entstehen, wo sie gebraucht werden. Die Pflanzen spannen ein lebendiges Dach. Auf diese Weise sorgen sie für frische Luft, kühlen die Umgebung und sind gleichzeitig ein wertvolles Habitat für Insekten.

Smarte Lösungen für mehr Lebensqualität in Städten

Innenarchitektin und Diplom-Ingenieurin Rosa Pöttinger ist die Erfinderin von ecotrii. Mit dieser Idee hat sie an der Schnittstelle zwischen Design, Technologie und Klimaschutz zusammen mit Designerin Miriam Köpf ein System geschaffen, das auf ästhetische und effiziente Art und Weise urbane Räume bereichert, nicht nur im Hinblick auf den Klimaschutz. Hier entstehen gleichzeitig Orte, an denen sich Menschen gerne aufhalten.

Einladende Treffpunkte, um sich auszutauschen, was auch dem sozialen Leben in der Stadt zugutekommt. Aber Moment, wie genau funktioniert ein  ecotrii eigentlich?

Kurz gesagt: Das integrierte Photovoltaikmodul versorgt das System mit Solarstrom, während smarte Sensorik die Substratfeuchte misst und eine vollautomatische, autarke Bewässerung steuert. Über eine benutzerfreundliche Software lässt sich der ecotrii bequem aus der Ferne beobachten und steuern – per Rechner, Tablet oder Smartphone. Der integrierte Wassertank im Sitzmodul sorgt für eine nachhaltige Wasserversorgung über längere Zeiträume.  Die Substrate sind ebenfalls im Hinblick auf ihre Wassereffizienz ausgewählt und ein optimaler Nährboden. In den ecotrii kommen nur heimische Pflanzen, die so zusammengestellt werden, dass sie zu den Gegebenheiten am entsprechenden Standort passen. Also, minimaler Aufwand und maximale Wirkung für die Aufenthaltsqualität und das Leben in der Stadt.

Ressourcenschonendes Handeln als Grundlage

Gelebte Nachhaltigkeit gibt es bei ecotrii auch über die „Bäume“ hinaus. In jedem Detail spiegelt sich die Mission wider, möglichst ressourcenschonend zu handeln. Im Sinne der Kreislaufwirtschaft sollen alle Bestandteile möglichst langlebig und leicht zu reparieren sein. Aktuell werden zudem neue Materialien getestet, um ecotrii im Hinblick auf Recyclingfähigkeit, ökologische Bilanz und Haltbarkeit weiter zu optimieren. Und mögliche Standorte gibt es genug. Von innerstädtischen Hitzepunkten, Verkehrsinseln, Schulhöfen und besonders stark versiegelten Flächen bis zum kurzzeitigen Einsatz bei Events oder Messen: ecotrii ist nicht nur aufgrund seiner Bauweise, sondern auch hinsichtlich der Einsatzmöglichkeiten sehr anpassungsfähig und vor allem unabhängig von jeglicher Infrastruktur. Eine geniale Antwort auf die klimatischen Herausforderungen der Zukunft, die dringend angegangen werden müssen. Zudem ist ecotrii eine niedrigschwellige Lösung, die weder besondere Expertise noch Vorbereitung braucht. Nicht nur für Stuttgart ein echter Gamechanger im Umgang mit den Auswirkungen des Klimawandels und eine Antwort auf die Frage, wie wir Städte in Zukunft denken müssen, um sie lebenswert zu halten.

Wenn ihr selbst mal auf einem ecotrii Platz nehmen wollt, habt ihr in der Eichstraße 9 in Stuttgart die Gelegenheit dazu. Hier steht der erste Prototyp, der immer noch erlebenswert ist, auch wenn die Temperaturen mittlerweile unter 30 Grad gesunken sind.

MEHR INFOS:
https://ecotrii.de