IST KOSTENLOSES WIFI IN DER STADT SICHER?

Kurz mal ins Netz, eine kleine Recherche hier, eine große Bestellung da – das Internet ist der Wahnsinn und wir lieben es, all seine Vorteile zu nutzen. Abseits des heimischen WiFi gibt es auch im öffentlichen Raum immer mehr Möglichkeiten, sich einfach ins kostenlose Netz einzuwählen.

Arbeiten im Café, am Flughafen kurz die Mails checken oder in der Buchhandlung nachsehen, welche Titel gerade ganz oben auf der Bestseller-Liste stehen: alles null Problemo, das nächste Netz ist sicher in der Nähe und das sind nicht nur für Berufstätige richtig gute Neuigkeiten.

Bevor ihr euch in eurer Euphorie nun aber fröhlich in allen verfügbaren WLAN-Netzen anmeldet, noch ein Hinweis. Vorsicht, Hacker! Denn nicht jedes Netz ist auch sicher und gerade wenn ihr darüber Daten abruft, die sehr privat oder relevant für die Arbeit sind, solltet ihr entsprechende Schutzmaßnahmen treffen.

Öffentliches WiFi: Ein Paradies für Hacker

Nicht nur Verbraucher lieben kostenlose WiFi-Hotspots, auch für Hacker sind diese echte Perlen. Besonders die Tatsache, dass keine Authentifizierung notwendig ist, um sich anzumelden, ist eine hervorragende Gelegenheit für Hacker. Auf diese Weise erhalten sie  ungehinderten Zugang zu ungesicherten Geräten im selben Netzwerk. Et voilà, da habt ihr den Salat.

Die größte Bedrohung für die Sicherheit des kostenlosen WiFi ist die Möglichkeit für den Hacker, sich zwischen euch und den Verbindungspunkt zu stellen. Konkret heißt das, statt euch direkt mit dem Hotspot zu verbinden, schickt ihr eure Informationen an den Hacker, der sich wahrscheinlich sehr freut und das Ganze weiterleitet. Denn da kommen einige interessante Details zusammen: wichtige E-Mails, Kreditkarteninformationen und sogar die Zugangsdaten für dein Unternehmensnetzwerk. Sobald diese Infos also erst mal beim Hacker gelandet sind, kann dieser ganz nach Geschmack auf alle deine Systeme zugreifen und sich als andere Person ausgeben.

Eine weitere Gefahr ist die sogenannte Malware, die gerne über ungesicherte WiFi-Verbindungen verbreitet wird. Wenn du die gemeinsame Nutzung von Dateien über ein Netzwerk zulässt, kann ein Hacker problemlos infizierte Software auf eure Computer, Smartphones und Tablets schleusen.

Ganz schlaue Füchse unter den Hackern haben es sogar geschafft, den Verbindungspunkt selbst zu hacken. Dann erscheint während des Verbindungsvorgangs ein Pop-up-Fenster  das ein Upgrade für eine beliebte Software anbietet. Wenn du auf das Fenster klickst, ist die Malware schon installiert. Boom!

Umso mehr mobiles WiFi überall um uns herum anzutreffen ist, desto mehr Sicherheitsprobleme und Risiken im öffentlichen WiFi sind zu erwarten. Das heißt allerdings nicht, dass ihr euch zu Hause einschließen müsst und diese Angebote gar nicht mehr nutzen dürft. Fest steht, die meisten Hacker haben es auf leichte Ziele abgesehen, und wenn ihr ein paar Vorsichtsmaßnahmen trefft, sind auch die Daten sicher.

VPN sind die magischen Buchstaben

Eine VPN-Verbindung (Virtual Private Network) ist ein Muss, wenn ihr euch mit einem WiFi-Hotspot verbindet. Selbst wenn es einem Hacker gelingt, sich zwischen euch und die Verbindung zu schalten, werden die Daten nur stark verschlüsselt übermittelt.

Der Prozess, diese Daten zu entschlüsseln, ist – selbst bei einem kostenlosen VPN – langwierig und aufwendig. Deshalb ist dieser Entschlüsselungsprozess für die meisten Hacker abschreckend, wenn sie den Aufwand für die Entschlüsselung mit dem Wert der gestohlenen Daten aufwiegen.

SSL-Verbindungen für Favoriten aktivieren

Es ist unwahrscheinlich, dass ihr für das allgemeine Surfen im Internet ein VPN zur Verfügung habt, aber ihr könnt trotzdem eine Verschlüsselungsebene für eure Kommunikation einrichten.

Einfach die Option „Immer HTTPS verwenden“ auf Seiten aktivieren, die ihr häufig besucht und bei denen eure Anmeldedaten abgefragt werden. Denn fest steht, auch wenn euer Passwort kreativer als 1,2,3,4 ist – Hacker wissen, wie Menschen Passwörter verwenden.

Mal ehrlich, wie viele verschiedene Passwörter nutzt ihr? Und könnte es nicht vielleicht doch sein, dass die Benutzernamen und Passwörter für dein E-Mail-Postfach und dein Bankkonto dieselben sind? Eben! Also wenn es geht einfach auf Nummer sichergehen und auf Seiten, die ein Konto oder Zugangsdaten erfordern, in den Einstellungen die Option „HTTPS“ wählen.

Ungenutztes WLAN ausschalten

Auch wenn gerade nichts auf dem Bildschirm stattfindet, liegt das Handy oft weiterhin neben euch und funkt fröhlich weiter. Sogar wenn ihr keine aktive Verbindung zu einem Netzwerk hergestellt habt, überträgt die WiFi-Hardware in eurem Computer immer noch Daten zwischen allen Netzwerken in Reichweite.

Es gibt zwar Sicherheitsvorkehrungen, die verhindern sollen, dass ihr durch diese unbedeutende Kommunikation gefährdet werdet, aber nicht alle drahtlosen Router sind gleich, und Hacker können eine ziemlich clevere Bande sein.

Wenn ihr also eure Computer nur nutzt, um an einem Word- oder Excel-Dokument zu arbeiten, solltet ihr euer WIFI ausschalten. Als Kirsche auf der Sahne gibt es dazu noch eine viel längere Akkulaufzeit. Check.

Clever geschützt bleiben

Selbst Personen, die alle möglichen Sicherheitsvorkehrungen im öffentlichen WiFi treffen, werden von Zeit zu Zeit auf Probleme stoßen. Das ist einfach eine Tatsache in diesem vernetzten Zeitalter. Deshalb ist es wichtig, eine zuverlässige Internet-Sicherheitslösung auf allen vernetzten Geräten zu installieren und entsprechend zu nutzen.

Fazit ist: Keine Angst vor der Nutzung von öffentlichen Netzwerken! Denn es ist nicht die Frage, ob man sie nutzt, sondern ganz einfach wie. Ein bewusster Umgang mit den verfügbaren WiFi-Spots ist schon die halbe Miete. Wenn ihr dann noch unsere Tipps beherzigt, steht einem ausgiebigen Surferlebnis nichts mehr im Wege.