JETZT ODER NIE – RADIKALE EMPATHIE

Erst kürzlich wurde der Kessel vom Tagesspiegel mal wieder als Protest-Hochburg bezeichnet. Gegen den neuen Bahnhof, gegen Atomkraft – und am letzten Wochenende gegen Rassismus. Immer wieder beweist sich Stuttgart als demofreudig. Man könnte meinen, die Hauptstadt Baden-Württembergs wird zur Hauptstadt des Widerstands. Widerstand ja, aber dennoch friedlich, ist die Mission der fiktionalen „Bewegung für Radikale Empathie“ (BRE).

„Ihr fragt euch, wie das zusammenpasst?“

Ganz einfach: Eine bunte Truppe aus Kreativen macht durch verschiedene Aktionen auf Missstände aufmerksam und sorgt gleichzeitig für die Stärkung der Gesellschaft durch Empathie!

„Nicht vergessen, auch Lachen ist extrem ansteckend!“

„Everything is possible.“

„Rechts geht’s nicht vorbei!“

Vielleicht ist euch in den letzten Tagen einer dieser Sprüche beim Schlendern durch die Stadt ins Auge gefallen oder euer Blick ist an einem besonders schönen Plakat hängen geblieben? Den Corona-Lockdown hat die Bewegung als Anlass genommen, eine neue Aktion ins Leben zu rufen. Unter dem Motto „Gute Leute müssen zusammen gute Sachen machen“ wurden 30 Gestalterinnen und Gestalter eingeladen, eine Plakatserie zu designen. Je kreativer, desto besser! Die einzige Regel: Die Poster sollen in der turbulenten Zeit Zuversicht geben und euch ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Seit Mitte Mai könnt ihr die Public-Poster-Gallery auf Litfaßsäulen und Klebeflächen in ganz Stuttgart und der Region bewundern!

Die Idee: Die Plakate sollen Mut machen, Solidarität feiern und Haltung zeigen. 

Die Bewegung für Radikale Empathie („BRE“) ist eine Kunstbewegung, die sich fragt, was wäre wenn es eine Gegenbewegung zur RAF gegeben hätte. Wir finden: gelungen! Denn schaut man sich die Bilder auf der Website an, könnte man wirklich meinen, die BRE hätte ihre Anfänge in den 70ern. Stellen wir uns doch einfach mal vor, es wäre so. Dann könnte die Story so oder so ähnlich lauten:
Ihren Ursprung fand die Bewegung in den 1970er-Jahren im süddeutschen Raum. In erster Linie war die Bewegung als Gegenentwurf zur Roten Armee Fraktion gedacht – heute setzt sie mit Flugblättern und anderen friedlichen Aktionen ein Zeichen gegen Hass. Seit den 2000ern begegnen uns fast täglich neue Konflikte. Flüchtlingskrise, Anschläge, Brexit, Populismus – Meldungen, die uns den Kopf schütteln lassen, reißen nicht ab. Der Hass wächst (und das ist Tatsache!)

„In Zeiten, wie wir sie heute haben, ist es besonders wichtig, ein Zeichen zu setzen. Gegen Bedrohung und Angst. Mit Mut, Respekt und Empathie. „

Was als kleine Organisation in der Schwabenmetropole begann, hat sich zu einer globalen Bewegung entwickelt. In den letzten Jahren ist sie ein bisschen aus der Wahrnehmung der Öffentlichkeit verschwunden, doch ihre Arbeit ruhte nie. Momentan steigen auch wieder die Mitgliederzahlen. Schade, dass es die „BRE“ so nie gegeben hat, aber die Message ist die richtige!

Die Aktionen sind durch Fotografien, Zeitungsartikel und Plakate dokumentiert. Diese werden nun das erste Mal in einer Gesamtschau der Öffentlichkeit zugänglich gemacht: https://bewegung-fuer-radikale-empathie.de/geschichte. P.S.(SSSST!): die schönen Plakate könnt ihr hier bestellen. Sämtliche Erlöse gehen an die Stuttgarter Organisation STELP e.V.

„Alle Daumen hoch!“