JONAS DEICHMANN

REKORDJAGT, ABENTEUERSINN UND GRENZENLOSE NEUGIER AUF DIE WELT

Extrem-Radfahrer, mehrfacher Weltrekordhalter, Abenteurer, Buchautor, Speaker und ein Mann, für den scheinbar alles möglich ist – Jonas Deichmann steht für sportliche Ausnahmeleistungen, die ihn rund um den Globus führen.

Im Jahr 2019 fuhr er auf dem Fahrrad 18.000 Kilometer vom Nordkap bis Kapstadt, 2024 hat er unglaubliche 120 Tage am Stück jeden Tag einen Ironman-Triathlon absolviert und hat die 5500 Kilometer der Transamerika-Route von New York nach Los Angeles per Rad bzw. laufend hinter sich gebracht. Nach seiner Rückkehr hat er den New-York-Marathon dann zum Cool-down genutzt. Das sind nur einige Weltrekorde, die Jonas zu verzeichnen hat, und wir könnten noch eine Weile weitermachen, um all die Herausforderungen zu listen, die er sich selbst gestellt hat. Seine Erfahrungen hat er in Büchern und Filmen, in Wörtern und Bildern verewigt, wie in dem Dokufilm „Weil ich es kann“.

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Jonas Deichmann ist eine Ausnahmeerscheinung, der seine Kindheit in Grunbach und Pforzheim verbracht hat. Nach Bachelor- und Masterstudium im Bereich Business in Dänemark begann er im Jahr 2018 mit seinen Ultralangstrecken und wird nicht müde, sich immer wieder neu herauszufordern. Wie schafft er es, sich immer wieder neu zu motivieren? Was ist ihm wichtig und mit welcher Strategie schafft er es, immer weiter im Superlativ unterwegs zu sein? Wir haben ihn getroffen, um mehr darüber zu erfahren.

Du kommst aus Stuttgart, bist heute aber auf der ganzen Welt unterwegs – was bedeutet „zu Hause“ für dich gerade?

Seit fast 10 Jahren habe ich keine eigene Wohnung mehr. Es gibt für mich eine offizielle Adresse bei meinem Vater in der Schweiz, aber zu Hause bin ich da, wo ich gerade bin. 

Wann hast du gemerkt, dass aus dem Sport für dich eine Art Lebensform wird?

Nach meinem ersten Eurasien-Weltrekord kam für mich ein 8-to-5-Tagesablauf in einem Büro nicht mehr infrage. Kurz darauf habe ich meinen Job gekündigt und alles auf die Karte Sport gesetzt.

Welche deiner Linien auf der Landkarte hat dich als Mensch am stärksten verändert: Eurasien, Panamericana, Nordkap–Kapstadt oder der Triathlon um die Welt?

Mit dem Triathlon um die Welt, und ganz speziell meinem Lauf durch Mexiko hat sich mein Leben nachhaltig verändert.

120 Ironmans in 120 Tagen – was hat dir diese Zeit gegeben, was in keinem Ranking abzulesen ist?

Das Ziel, den Weltrekord zu erreichen, war wichtig, aber der eigentliche Gewinn für mich, waren die vielen Menschen, die mitgefiebert und mitgemacht haben. Diese Erfahrung war definitiv eine 10 von 10.

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Viele kennen dich als den Typ mit den verrückten Distanzen. Wie würdest du Jonas beschreiben, wenn wir mal nicht über Kilometer sprechen?

Ich sehe mich eher als Motivator, der sich freut, andere dazu zu bringen, sich zu bewegen. Das ist meine Mission. 

Du sagst, Bewegung ist für dich der Mittelpunkt des Lebens. Wie sieht ein Tag bei dir aus, an dem du „nur“ normal unterwegs bist?

Neben dem Sport habe ich ganz nebenbei auch eine erfolgreiche Firma, die ich zusammen mit meinem Vater führe. Ich halte ca. 50–100 Vorträge pro Jahr, produziere Bücher und Filme und kümmere mich selbst um meine Social-Media-Kanäle. Die meiste Zeit verbringe ich auf Reisen, und wann immer sich eine Lücke auftut, mache ich Sport.

Wie entstehen deine Challenges – sitzt du da mit Karte und Kalender oder kommt die nächste Idee eher unterwegs im Kopf?

Zu meiner Strategie gehört, dass ich die Idee für die nächste Challenge parat habe, bevor ich im Ziel bin. Damit vermeide ich, danach in ein mentales Loch zu fallen. Von der Idee bis zur Entscheidung für ein Projekt, checken wir im Team die Chancen und Risiken und natürlich auch die Finanzierbarkeit. 

Woran merkst du: Das ist jetzt groß genug, um dich wirklich wieder zu fordern?

Ich mache Dinge, die mir Spaß machen und bei denen ich etwas lernen kann. Wenn ich dabei gefordert werde, ist das gut, aber nicht Bedingung.

Was wünschst du dir, persönlich aus den 30 Marathons in 30 Tagen mitzunehmen?

Ich bin zwar in Baden-Württemberg geboren, aber noch nie bewusst durchs Land gereist. Ich freue mich, BW besser kennenzulernen, und auf all die inspirierenden Begegnungen.

Deine Abenteuer inspirieren viele. Gibt es eine Person oder eine Geschichte, die dich selbst inspiriert?

Ja, mein Großvater, der 35 Jahre in Westafrika gelebt hat. Schon als Kind hat er in mir die Lust auf Abenteuer geweckt. 

Wenn jemand gerade mit seinem ersten 5-Kilometer-Lauf kämpft: Welchen Gedanken aus deinen Ultras würdest du dieser Person gern leihen?

Locker bleiben – morgen wird es leichter.

Wenn du dir deinen perfekten Jonas-in-Stuttgart-Tag bauen dürftest – womit fängt er an, womit hört er auf?

Der Tag startet mit einem Läufchen durch den Stadtpark am Morgen und endet am Abend mit einem Teller Käsepätzle.

Wenn du in Stuttgart nur eine einzige Lauf- oder Radstrecke empfehlen dürftest, welche wäre das und warum genau diese?

Meine Empfehlung ist, eine Runde im Rosensteinpark zu laufen. Oder raus aus der Stadt und rauf aufs Rad Richtung Nordschwarzwald.

Was sagst du Menschen, die beim Lesen denken: „Ich will auch was verändern aber wie fang ich an?“

Der beste Zeitpunkt etwas zu ändern, ist jetzt sofort.

MEHR INFOS: 
https://jonasdeichmann.com