NACHHALTIGKEIT MADE IN STUTTGART
Wer am Feuersee vorbeischlendert, rechnet nicht damit, plötzlich inmitten einer Mini-Zukunftsvision der Landwirtschaft zu stehen. Doch an der Silberburgstraße 163 zeigt „Kleinblatt“, Stuttgarts erste gläserne Cityfarm, echtes Urban Farming auf Hightech-Niveau:
Keimlinge, Microgreens und Pilze.
Frisch, lokal und ganz ohne Einsatz von Dünger oder Pestiziden.Was Kleinblatt anbaut, klingt wie ein kleiner Urban-Gardening-Traum: Ob roter Amaranth, Kapuzinerkresse, Radieschen, Rotkohl oder Senf – hier wächst eine ganze Palette an Sorten, die jedem Teller einen kleinen Glow-Up verpassen. Die Keimlinge sind echte Geschmacks- und Nährstoffwunder. Längst werden damit auch Stuttgarts Gourmetküchen versorgt.

Die Pflanzen wachsen dabei unter perfekt abgestimmten Bedingungen, geschützt vor Wetter, Schädlingen und Pestiziden. Somit ist Kleinblatt der traditionellen Landwirtschaft stets einen kleinen Schritt voraus.
Durch ganzjährige und wetterunabhängige Produktion zeigt das Unternehmen, wie nachhaltige Versorgung auch unter veränderten Klimabedingungen funktionieren kann. Das Ganze passiert in einem geschlossenen Indoor-System, das so präzise läuft, dass die Ernte das ganze Jahr über konstant frisch bleibt. Alles, was es braucht, ist Wasser, Licht, Saatgut und natürlich das Know-how.

Aus alt mach neu
Der vielleicht coolste Twist bei Kleinblatt: Hier wird nichts verschwendet. Was bei der Keimlingsproduktion übrig bleibt, verwandelt das Team nach der Zero-Waste-Nutzungskaskade in Gourmet-Pilze. Dadurch wird ein Produktionsprozess ermöglicht, der nahezu keine Abfälle erzeugt. Auf Einwegplastik wird komplett verzichtet, geliefert wird ausschließlich in wiederverwendbaren Hartplastik-Channels, die nach Gebrauch zurückgenommen und erneut genutzt werden. Nachhaltiger geht’s wohl kaum.
Ein Team mit klarer Mission
Hinter Kleinblatt stehen Jedrzej, Nikolas und Nico, drei Agrarwissenschaftler, die sich an der Uni Hohenheim kennengelernt haben. Während ihres Studiums haben sich die jungen Köpfe vorgenommen, eine City Farm für Stuttgart zu gründen, die umweltschonend funktioniert und zeigt, dass Landwirtschaft auch futuristisch sein kann. Ihre Idee: die frischesten Keimlinge in erntereifer Form in die Stadt zu bringen, ganz ohne Umwege oder lange Lieferketten. Mit Erfolg!


Das Potenzial des städtischen Anbaus
Die daraus resultierende Farm zeigt, wie Stadt und Landwirtschaft Hand in Hand gehen können. Urbane Räume sind nicht nur Beton und lärmender Verkehr, sondern Orte, an denen Lebensmittel entstehen können. Regional heißt im städtischen Kontext: Direkt vor der Haustür und doch naturnah. Innovation bedeutet nicht immer nur größer, sondern manchmal einfach klüger und ressourcenschonender zu denken. Kleinblatt weckt hier frische Perspektiven und bietet dadurch einen kleinen, aber wegweisenden Ausblick auf das Stuttgart der Zukunft. Wer Bock hat, zu sehen, wie das daraus resultierende Superfood aussehen und schmecken kann, sollte bei Kleinblatt vorbeischauen, sei es fürs Einkaufen oder zum selbst Hand anlegen in einem der Workshops.


