FRISCHER WIND FÜRS LÄNDLE?
Es tut sich was im Südwesten. Am 8. März 2026 wird in Baden-Württemberg ein neuer Landtag gewählt und damit auch darüber entschieden, wie sich unser Land in den nächsten fünf Jahren in Sachen Bildung, Sicherheit, Umwelt und Mobilität entwickelt.
Es geht um nicht weniger als die Frage, wie das Baden-Württemberg der Zukunft aussehen soll: wirtschaftlich stark, sozial gerecht oder ökologisch mutig?
Neues Wahlrecht, neue Stimmen
Ein wichtiger Punkt: Das Landtagswahlrecht wurde reformiert. Zum ersten Mal dürfen auch 16- und 17-Jährige ihre Stimme abgeben. Die junge Generation wird immer politischer – und das ist auch gut so. Viel zu oft wurde zulasten der Jüngsten entschieden, was Frust erzeugte und den Wunsch nach mehr Einbezug in politische Entscheidungen wachsen ließ. Mit dem neuen Wahlrecht bekommen sie nun echte Mitsprache und können als Teil des gesellschaftlichen Diskurses ihre Zukunft selbst mitgestalten.
Zudem gibt es ab sofort zwei Stimmen. Ähnlich wie bei der Bundestagswahl wählt man mit der Erststimme einen Abgeordneten aus dem eigenen Wahlkreis und mit der Zweitstimme die Partei. Das Ziel: mehr Vielfalt im Landtag und mehr direkte Einflussmöglichkeiten für die Wähler*innen.
Die Gesichter der Landtagswahl
Zwischen erfahrenen Politprofis und neuen Hoffnungsträger*innen. Hier die Spitzenkandidat*innen im Überblick:

Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen) zieht es zurück in die Landespolitik. Der „anatolische Schwabe“, wie er sich selbst nennt, will zeigen, dass Ökologie und Ökonomie kein Widerspruch sind. Mit 40 Jahren Erfahrung in der Partei setzt er auf nachhaltiges Wachstum, Bildung und Integration.

Manuel Hagel (CDU), 37 Jahre und CDU-Landeschef, ist ein ambitionierter und moderner Konservativer mit klarer Mission: die Spitzenposition des Ländles nach 15 Jahren zurückerobern. Seine „Agenda 2036“ verspricht weniger Bürokratie, mehr Wirtschaftskraft, Forschung und ein starkes Familienland. Hagel steht für Tradition mit frischem Ehrgeiz.

Andreas Stoch (SPD), Jurist und ehemaliger Kultusminister, geht erneut für die SPD ins Rennen. Bildung, sichere Arbeitsplätze und bezahlbares Wohnen sind seine zentralen Themen. Aus seiner Zeit als Anwalt nimmt Stoch die Überzeugung mit, dass Gerechtigkeit immer auch Engagement fordert. So spielt für ihn auch der aktive Schutz demokratischer Werte eine große Rolle.

Dr. Hans-Ulrich Rülke (FDP), dienstältester Fraktionschef im Landtag, gilt als rhetorisch scharf und politisch erfahren. Der Pforzheimer setzt auf liberale Kontinuität und will die Partei als wirtschaftsnahe Kraft positionieren – gegen Bürokratie, für mehr Freiheit und eine starke Mitte.

Markus Frohnmaier (AfD) strebt direkt das Amt des Ministerpräsidenten an – ohne Landtagsmandat. Migrationskritisch, klimaskeptisch und russlandfreundlich steht er politisch weit rechts. Der 34-Jährige bleibt damit isoliert. Alle anderen Parteien schließen eine Zusammenarbeit mit der AfD aus.

Kim Sophie Bohnen

Amelie Vollmer

Mersedeh Ghazaei
Kim Sophie Bohnen, Amelie Vollmer und Mersedeh Ghazaei (Linke) kämpfen für Gleichberechtigung, bezahlbare Mieten, Bildungsgerechtigkeit und Antirassismus. Sie wollen zeigen, dass linke Politik im Südwesten Zukunft hat. Ihr Ziel: ein gerechtes, offenes und modernes Baden-Württemberg.
Warum wählen zählt
„Meine Stimme zählt doch eh nicht.“ Dieser Satz hält sich hartnäckig, ist aber schlichtweg falsch. Demokratie ist Teamwork. Wenn ihr denkt, eure Stimme hat keinen Einfluss, überlasst ihr das Spielfeld denen, die vielleicht ganz andere Werte vertreten. Nicht zu wählen, heißt andere für sich entscheiden zu lassen und damit indirekt den Parteien einen Platz im politischen Diskurs zu geben, die unsere demokratische Gesellschaft infrage stellen. Das aktuelle Weltgeschehen zeigt uns: Frieden und Mitbestimmung sind keine Selbstverständlichkeit. Eine Wahl ist die einfachste, aber gleichzeitig wirkungsvollste Form, diese Werte zu schützen. Wer wählen geht, zeigt, dass ihm oder ihr nicht egal ist, wohin sich das Land entwickelt.
Egal, ob man das Schwabenland bodenständig, traditionell oder visionär mag, eins ist klar: Es steht an einem Wendepunkt und fordert eure Teilnahme.
Das heißt: Wahlzettel schnappen, zeigen, was euch wichtig ist und mitbestimmen, wohin der Wind im Ländle weht. Denn nur wer wählt, gestaltet auch das Baden-Württemberg von morgen.


