LISZT-INSTITUT

STUTTGARTS KULTURELLE BRÜCKE NACH UNGARN

Ein weltberühmtes Ballett, zahlreiche erstklassige Museen und eine lebhafte Theaterszene, Stuttgart kann mit einem vielfältigen Kulturprogramm glänzen. Das begeistert nicht nur Käpsele, sondern auch Besucher*innen aus der ganzen Welt.

Dabei stößt man im Kessel nach wie vor auf kulturelle Geheimtipps, die unbedingt entdeckt werden wollen.Dazu gehört ohne Zweifel das Liszt-Institut, das im Herzen des Kessels seit nunmehr 35 Jahren eine kulturelle Brücke zwischen Ungarn und Deutschland baut.

35 Jahre Liszt-Institut

Mit der Gründung des Ungarischen Kulturzentrums Liszt-Institut im Jahr 1990 begann ein wertvoller kultureller Dialog zwischen Süddeutschland und Ungarn, der sich in den vergangenen 35 Jahren immer weiter gestärkt hat. Mit Konzerten, Ausstellungen, Diskussionen und Lesungen bringt das Institut seitdem Menschen aus beiden Ländern zusammen und verbindet Tradition mit Innovation. So entsteht ein lebendiges Programm, das die Vielfalt Ungarns im mittel- und osteuropäischen Kontext sichtbar macht.

Junge Virtosen der klassischen Musik aus BW, Polen, Slowakei, Tschechien, Ungarn und der Ukraine im Institut nach ihrem Auftritt

Seit 2020 ist das Institut in der Christophstraße 7 ansässig, in unmittelbarer Nähe des ungarischen Generalkonsulats. Ein Jahr später erhielt es seinen heutigen Namen: Liszt-Institut – in Erinnerung an den Komponisten und Pianisten Ferenc Liszt, der als erster musikalischer Superstar Europas gilt.

Mit seiner einzigartigen Technik sorgte Liszt dafür, dass seine Zuhörer*innen reihenweise in Ohnmacht fielen. Kein Wunder, dass er bis heute als einer der bedeutendsten Komponisten der Romantik des 19. Jahrhunderts gilt. In seinem Geist steht das Institut bis heute für kulturelle Offenheit, internationale Begegnungen und den Austausch über Grenzen hinweg. Gleichzeitig verbindet das Stuttgarter Kulturzentrum die Schwabenmetropole mit einem internationalen Netzwerk von 26 weiteren Liszt-Instituten weltweit.

Ein Geheimtipp mit spannenden Projekten und Veranstaltungen

Das Liszt-Institut Stuttgart bietet ein facettenreiches Kulturprogramm mit Kunst, Musik, Literatur und Film, dessen Schwerpunkte stets im Dialog und der Begegnung liegen. Ob Podiumsdiskussionen zu den deutsch-ungarischen Beziehungen, Jazzabende mit Musiker*innen beider Länder, wissenschaftliche Projekte wie Biophilia. Was können wir von den Bäumen lernen? oder das internationale COMIC-Festival des EUNIC Clusters, das Liszt-Institut bietet für alle ein passendes Event, das neue Perspektiven eröffnet und interkulturelle Impulse bietet.

Internationales COMIC-Festival in der Stadtbiliothek

Auch Liebhaber*innen bildender Kunst kommen nicht zu kurz. Die Ausstellung Von Nagybánya zur Neuen Sachlichkeit zeigt diesen Herbst Werke aus der Sammlung von Dr. Jozsef Böhm, einem der interessantesten Kunstsammlers Ungarns, während sich die Neujahrsausstellung Die Acht auf Arbeiten des gleichnamigen Kunstkollektivs des frühen 20. Jahrhunderts fokussiert, das stets nach neuen Ausdrucksformen suchte, die eng mit den modernen europäischen Trends verbunden waren.

Design-Student*innen aus Budapest mit den Experten von DAIMLER bei Ihrer Präsentation

Alle Veranstaltungen sind kostenlos und richten sich an ein breites Publikum – ausdrücklich auch an Interessierte ohne ungarische Wurzeln. So wird das Institut zu einem lebendigen Ort, an dem sich Kultur in ihrer ganzen Vielfalt erfahren und gemeinsam diskutieren lässt.

Ob Literatur, Film, klassische Musik, Nikolauskonzert oder Weinprobe, ein Besuch im Liszt-Institut lohnt sich garantiert immer! Um noch mehr über das ungarische Kulturzentrum zu erfahren, haben wir uns zu einem Gespräch mit Institutsleiter Dr. Dezső B. Szabó getroffen.

Herr Dr. Szabó, wie kam es dazu, dass Sie Leiter des Liszt-Instituts geworden sind – und was hat Sie nach Stuttgart geführt?

Ich bin seit 1999 in der Kulturdiplomatie aktiv, unter anderem als Leiter der ungarischen Verlagspräsentation auf der Frankfurter Buchmesse. Als Germanist, Ungarndeutscher und Kulturdiplomat war es für mich fast natürlich, mich für die Leitung des Liszt-Instituts zu bewerben. Stuttgart und Baden-Württemberg kenne ich schon aus früheren Aufenthalten – der Schritt war also naheliegend.

Das Liszt-Institut feiert 35-jähriges Bestehen – worauf blicken Sie besonders stolz zurück?

Das Institut ist heute ein fester Bestandteil des kulturellen Lebens in Stuttgart und Baden-Württemberg. Es dient als Bühne für den Austausch zwischen Künstlern und Institutionen, fördert den Dialog zwischen unseren Ländern und bietet der Bevölkerung die Möglichkeit, ungarische Kultur hautnah zu erleben.

Ihr Programm reicht von Musik über Literatur bis Film – was ist Ihnen bei der Auswahl wichtig?

Vielfalt und Qualität sind zentral. Wir bieten Neues, ehren Traditionen und unterstützen junge ungarische Talente, die noch den Durchbruch suchen. Für die hier lebende ungarische Gemeinde haben wir zudem regelmäßig Literatur-, Theater- oder Filmangebote in der Muttersprache.

Wie bereichern ungarische Künstler die Stuttgarter Kulturszene?

Ungarische Künstler*innen bringen frische Perspektiven, eine Mischung aus Tradition und Moderne, und bereichern Musik, Theater, Literatur, Film und bildende Kunst. Gleichzeitig profitieren sie vom multikulturellen Umfeld Stuttgarts und nehmen neue Impulse mit in die Heimat – ein beidseitiger Gewinn.

Was verbindet Ungarn und Schwaben?

Beide Regionen sind stolz auf Kultur und Tradition, pragmatisch und effizient. Sowohl die Küche als auch die Wertschätzung für Sprache und Identität ähneln sich. Und trotz mancher Zurückhaltung verbindet beide Gastfreundschaft und Wärme.

Warum sollten Stuttgarter*innen das Liszt-Institut besuchen?

Für erstklassige Musik, inspirierende Kunst, unvergessliche Gespräche und aufgeschlossene Menschen – und um zu erleben, dass die schwäbische Weisheit „Was nix koscht, isch au nix“ bei uns auf keinen Fall zutrifft.

Auf welche zukünftigen Projekte freuen Sie sich besonders?

Auf die Herbstkonzerte, das Jazz Summit HU-BW, Bartóks Oper, das internationale Comic-Festival, wunderschöne Ausstellungen wie aus der Sammlung von József Böhm und ungarische Weinverkostungen. All das zeigt die Vielfalt unserer Arbeit und der ungarischen Kultur.

Der ungarische Wein schmeckt immer!

Na, neugierig geworden? Wenn ihr mehr über die Arbeit des Liszt-Instituts erfahren möchtet, dann schaut doch mal auf den Social-Media-Kanälen des Kulturzentrums vorbei oder abonniert den Newsletter, um garantiert kein Event zu verpassen.

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