MADE IM LÄNDLE: REZEMO – KAFFEEKAPSELN AUS HOLZ

Die zwei Stuttgarter Gründer Julian Reitze und Stefan Zender sind wahre Käpsele. Sie machen aus einem umweltschädlichen Wegwerfprodukt ein biologisch abbaubares, kompostierbares Kaffeemanufakt. Wie das funktioniert? Mit biobasierten Kaffeekapseln aus Holz, gefüllt mit einer fair gehandelten Bohne. Geröstet und verpackt werden die Kapseln in einer Behindertenwerkstätte in Baden-Württemberg.

Was wären wir nur ohne unseren montäglichen Kaffee? Vor allem eins: schlecht gelaunt. Zum Glück sorgen Julian und Stefan vom Stuttgarter Start-up rezemo nicht nur für gute Laune, sondern auch für ein gutes Gewissen. Mit einer Kapselmaschine unterm Arm besuchten uns die sympathischen Mittzwanziger, um uns dem ultimativen Geschmackstest zu unterziehen. Doch wie kam es zur alternativen Idee?

„Als Studenten hatten wir eine Nespresso-Maschine. Eines Tages haben wir uns gefragt, was eigentlich mit dem ganzen Kaffeesatz aus den Kapseln passiert. So kam die Idee ins Rollen“,

erklärt uns Stefan. Bis zum fertigen Produkt vergingen drei Jahre. Diese verbrachten sie vor allem mit der Entwicklung einer alternativen Verpackung. „Aluminium ist einfach nicht der geeignete Werkstoff für ein Wegwerfprodukt“, sagt Julian, „deshalb haben wir uns für Holz entschieden“. Holz ist in Deutschland leicht verfügbar und außerdem klimaneutral – perfekt für ihre Zwecke. So begann die Tüftelei. Gemeinsam mit der Uni Stuttgart und dem Fraunhofer Institut IPA starteten sie ihre Testreihe. Nach etlichen Versuchen gelingt ihnen endlich der Durchbruch.

DAS PATENTREZEPT: HOLZSPÄNE

Ihr Patentrezept scheint banal:

„Wir verwenden Holzspäne als Hauptbestandteil, die mit einem vollständig abbaubaren Bio-Kunststoff gemischt werden“,

erklärt uns Stefan. Die Holzspäne werden von der Schwäbischen Alb bezogen; dabei handelt es sich um ein Abfallprodukt aus einem Sägewerk. Anders als bei bisherigen Kaffeekapseln beginnt der Zersetzungsprozess bereits kurze Zeit nach dem Brühen. Der Kontakt mit dem warmen Wasser führt dazu, dass sich die Kapsel langsam auflöst, sodass man sie einfach in den Biomüll oder auf den Kompost werfen kann. Wer mag, kann sie auch in den heimischen Ofen werfen.

Weil nicht nur die Verpackung, sondern auch der Kaffee umweltfreundlich sein soll, machen sie sich auf die Suche nach einer nachhaltigen Café-Rösterei. Mit Erfolg: In Kooperation mit der Cafésito-Rösterei mit Sitz im Allgäu wurden Anfang des Jahres die ersten 30.000 Kapseln produziert. Weitere Chargen folgen. Das Besondere? Die Rösterei wird von den Oberschwäbischen Werkstätten (OWB) betrieben. Hier arbeiten vor allem Menschen mit Behinderungen. Sozial, nachhaltig und lecker – so schmeckt uns der Kaffee doch gleich viel besser!

OHNE NACHHALTIGEN KAFFEE KEINE COMPETITION

Ihr denkt jetzt: Das ist zu schön und teuer, um wahr zu sein? Falsch gedacht! 5,99 Euro kostet eine Packung mit 14 Kapseln (Espresso) bzw. 6,49 Euro der Biokaffee – ein Träumchen, das tatsächlich real ist. Damit schenkt man jedem Montags- sowie Morgenmuffel ein Lächeln ins Gesicht. Mit rezemo möchten die Gründer aber nicht nur ihre Kunden glücklich machen, sondern auch der Natur etwas von dem zurückgeben, das wir Menschen von ihr empfangen dürfen. Man merkt, dass ihnen ganzheitliches Denken, soziales Handeln und Vertrauen am Herzen liegt. Dieser offene und transparente Teamgedanke stärkt die Gemeinsamkeit.

„Ich glaube an das Gute im Menschen“,

sagt Stefan. Der Glaube an dieses Fundament bildet den fruchtbaren Boden für die Umsetzung ihres Projekts und die gemeinsame Vision – ein starkes Stück, wie wir finden!

Wer die zwei ganzheitlichen Unternehmer gerne einmal kennenlernen möchte, der trifft sie am besten im Claus bei einer Kugel Eis oder in Sophies Brauhaus bei einem gemütlichen Bier. Kaufen könnt ihr die leckeren Holzkapseln zum Beispiel im Meat Club in der Eberhardstraße 31 oder online unter www.rezemo.de. Weitere lokale Verkaufsstellen sind geplant.

P.S.(SSSST!): Fun Fact: rezemo ist eine Kombination aus den Nachnamen Reitz und Zender – ein Phantasiekonstrukt, da alle Begriffsideen mit „Kaffee“ bereits vergeben waren.


MEHR INFOS:
www.rezemo.de

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