Die großen Festzelte gehören auf den Wasen. Für die Hocketse im Weinort am Neckar oder den kleinen Adventsmarkt vor der Kirche reicht dagegen ein Faltpavillon, und davon stehen im Herbst in Stuttgart und der Region jede Menge.
Der Sportverein verkauft Zwiebelkuchen, die Schulklasse sammelt mit selbst gebackenen Brötchen für die Klassenfahrt. Nur spielt das Wetter schon bald nicht mehr so bereitwillig mit wie im Juli. Mit etwas Vorbereitung bleibt euer Stand trotzdem trocken und vor allem genau da, wo er hingehört.
Kessel oder Filder? Erst den Platz anschauen
In Stuttgart hängt viel davon ab, wo genau euer Stand steht. Unten im Kessel ist es an vielen Herbsttagen fast windstill. Dafür hält sich morgens gern der Nebel, und die Feuchtigkeit legt sich auf Dach und Tisch. Oben auf den Fildern oder auf den Höhen rund um die Stadt weht oft ein spürbar frischerer Wind. Und selbst mitten in der Stadt kommt der Wind zwischen hohen Häusern manchmal in Böen um die Ecke. Schaut euch den Standplatz deshalb vorher an, am besten zur selben Uhrzeit wie am Markttag. Ob ihr auf dem Pflaster vor der Kirche steht oder auf der Wiese hinter der Festhalle, entscheidet darüber, wie ihr den Pavillon sichert. Fragt außerdem beim Veranstalter nach, was er zur Befestigung vorgibt. Plant ihr einen eigenen Stand auf öffentlichem Grund, lohnt sich eine frühe Anfrage bei der Stadt oder Gemeinde, denn die Regeln unterscheiden sich von Ort zu Ort.
Drei mal drei Meter und ein Weg über die Stäffele
Für einen Verkaufsstand mit langem Tisch und zwei Leuten dahinter ist ein Faltpavillon 3×3 meist das passende Maß. Vorne steht der Tisch, dahinter bleibt Platz für Kisten und Nachschub. Auf kleinen Plätzen in den Stadtbezirken wird es allerdings manchmal eng. Klärt also vorher, wie groß eure Standfläche ist.
Unterschätzt wird oft der Weg zum Stand. In Stuttgart liegt zwischen Parkplatz und Standplatz nicht selten eine Steigung oder ein Stück Stäffele. Ein 3×3-Pavillon ist gepackt rund anderthalb Meter lang. Mit einem stabilen Gestell kommen schnell 20 Kilo und mehr zusammen, bei kräftigen Profilen auch deutlich über 30. Plant deshalb zwei Leute fürs Tragen ein oder nehmt eine Sackkarre mit. Immerhin lässt sich ein schweres Gestell vom Wind nicht so leicht bewegen.
Erst die Gewichte, dann die Wände
Aufgebaut wird am besten zu zweit. Ihr fasst an zwei gegenüberliegenden Ecken an und zieht das Gestell gleichmäßig auseinander, bis die Verriegelungen einrasten. Dann fahrt ihr die Beine auf die gewünschte Höhe aus. Viele Modelle haben dafür mehrere Stufen, mit denen sich auch ein leichtes Gefälle ausgleichen lässt.
Bevor die erste Seitenwand drankommt, bekommt jedes Bein sein Gewicht, auch wenn beim Aufbau um sieben Uhr früh kein Lüftchen geht. Auf der Wiese halten Heringe durch die Fußplatten und Abspannleinen an den Dachecken den Pavillon am Boden. Auf Pflaster und Asphalt helfen Heringe dagegen nicht weiter. Bei Zeltpro etwa gehören zu den 3×3-Pavillons vier Heringe und vier Abspannleinen, für harte Böden verweist der Anbieter ausdrücklich auf zusätzliche Gewichte. Die sollten fest mit dem Bein verbunden sein. Ein Getränkekasten, der nur daneben steht, hält im Ernstfall gar nichts.
Bei den Seitenwänden kommen Wetterseite und Rückwand zu, die Front bleibt offen. Hat euer Set eine Wand mit Reißverschlusstür, gehört sie nach hinten. So kommt ihr an den Nachschub, ohne um den Stand herumzulaufen. Hängt das Dach bei Regen durch, sammelt sich Wasser in einer Mulde und wird schnell schwer. Zieht dann die Gurte nach. Checkt außerdem am Vorabend die Wetterwarnungen. Hebt der Wind trotz Gewichten die Beine an oder schlägt das Dach, ist Schluss. Dann heißt es Wände ab und Gestell zusammenschieben, bevor etwas passiert.
Wenn es um fünf dunkel wird
Im November ist es gegen fünf dunkel, und im Kessel verschwindet die Sonne gefühlt noch früher hinter den Hängen. Beim Laternenumzug der Kita gehört das dazu, am Verkaufsstand eher nicht, denn an einem dunklen Tisch laufen die Leute vorbei. Klärt deshalb früh mit dem Veranstalter, ob es Strom gibt und was ihr anschließen dürft. Ein Waffeleisen braucht deutlich mehr Leistung als eine Lichterkette. Kabel und Leuchten müssen für draußen geeignet sein, und eine Kabeltrommel wickelt ihr immer ganz ab, weil sie sonst zu heiß werden kann. Gibt es keinen Anschluss, helfen Akku-Leuchten, die ihr am Vorabend aufladet.
Mit der Dunkelheit kommt die Kälte. Nach Sonnenuntergang sammelt sich kühle Luft gern unten in den Tallagen, und nach ein paar Stunden auf dem Pflaster merkt ihr das zuerst an den Füßen. Ein Stück alter Teppich oder eine Isomatte hinter dem Tisch bringt dann mehr als die dritte Jacke. Bewährt hat sich außerdem eine feste Markt-Kiste mit Kleinkram, der sonst immer fehlt.
- Kabelbinder und Gewebeband für alles, was sich lockert
- Wäscheklammern für Preisschilder an den Seitenwänden
- ein Handtuch für nasse Tischplatten
- eine Stirnlampe für den Abbau im Dunkeln
- ein großer Müllsack für die nasse Plane
Nach dem Markt muss die Plane trocknen
Abgebaut wird in umgekehrter Reihenfolge. Erst nehmt ihr die Wände ab und fahrt die Beine ein. Die Gewichte bleiben bis zuletzt dran. Nach einem nebligen Tag ist die Plane oft feucht, auch wenn kein Tropfen Regen gefallen ist. Für den Heimweg wandert sie deshalb in den Müllsack aus der Kiste. So bleiben Tasche und Kofferraum trocken. Spätestens am nächsten Tag hängt ihr Dach und Wände zum Trocknen auf, etwa im Vereinsheim oder in der Turnhalle. Wer das vergisst, öffnet im Frühjahr eine Tasche voller Stockflecken.
Gehört der Pavillon dem Verein oder der Schule, hilft eine klare Zuständigkeit. Eine Person nimmt ihn nach dem Markt mit und kümmert sich ums Trocknen. Ein Zettel an der Tasche mit Datum und dem Vermerk „trocken“ erspart dem nächsten Team eine unangenehme Überraschung.
Ein Stand auf dem Herbst- oder Adventsmarkt ist gut zu stemmen. Das Wichtigste passiert, bevor die ersten Leute am Tisch stehen. Wer den Platz kennt und jedes Bein beschwert, hat schon viel richtig gemacht. Licht und Strom klärt ihr am besten Wochen vorher, nicht erst am Morgen des Markttags. Liegt die Plane danach trocken im Regal, ist der Pavillon im Frühjahr sofort wieder bereit für die erste Hocketse der neuen Saison.


