MICKY KURZ

ZWISCHEN BÜHNE, BEWEGUNG UND BLICK HINTER DIE KULISSEN

Vom Tanzstudio in Stuttgart bis zu internationalen Produktionen in Los Angeles: Micky Kurz gehört zu den Kreativen, deren Weg nie geradlinig, aber immer konsequent war.

Wir haben mit ihm darüber gesprochen, wie sich sein Leben seit unserem letzten Interview 2018 vor Ort in Los Angeles verändert hat – und wie sich seine Arbeit vom Tänzer hin zum Choreografen, Movement Director und Creative Director entwickelt hat. Heute bewegt er sich an der Schnittstelle von Performance, Bildsprache und visuellem Storytelling – mit wachsendem Einfluss auch in Fotografie und Regie.

Micky, beim letzten Geheimtipp-Interview hast du erzählt, wie dich dein Traum vom Tanzen von Stuttgart bis nach L.A. gebracht hat. Wenn du heute zurückblickst: Was hat sich seitdem am stärksten verändert?

Ich glaube, das Größte ist tatsächlich, dass ich älter geworden bin und sich meine Prioritäten verschoben haben. Kurz vor der Pandemie habe ich noch für Britney Spears gearbeitet – wir waren mitten in den Proben für ihre geplante „Domination“-Vegas-Show, bevor alles sehr kurzfristig gestoppt wurde. Gleichzeitig habe ich mich in dieser Zeit schwer an der Hüfte verletzt, was zwei Operationen nötig gemacht hat. Danach konnte ich nicht mehr Vollzeit tanzen. Und natürlich hat auch die Pandemie unsere Branche massiv getroffen.

All das hat dazu geführt, dass ich mich stärker auf Choreografie, Creative Direction und Movement Coaching konzentriert habe. Heute sehe ich meine Arbeit viel ganzheitlicher: Es geht nicht mehr nur um Bewegung, sondern darum, wie Bewegung mit Bild, Kamera und Story zusammenwirkt.

Dein Weg vom Tänzer zum Creative Director – war das eine bewusste Entwicklung?

Teilweise. Vieles ist organisch passiert, aber irgendwann musste ich bewusst entscheiden, nicht mehr jeden Tanzjob anzunehmen. Heute entwickle ich Konzepte, gestalte Bewegungswelten und arbeite eng mit Brands und Künstlern zusammen. Ein aktuelles Beispiel ist meine Arbeit als Movement Director für die Adidas Kampagne „WC26 FEDS AWAY JERSEY“, bei der ich für die Entwicklung und Umsetzung der Bewegungssprache mitverantwortlich war.

Deine Arbeit geht inzwischen auch in Richtung Fotografie und Regie. Wie kam es dazu?

Das hat sich in Los Angeles stark entwickelt. Ich habe vor Kurzem Tom Kaulitz für eine Special Episode der Netflix-Serie „Kaulitz & Kaulitz“ fotografiert, die später dieses Jahr ausgestrahlt wird. Für mich ist das eine logische Erweiterung meiner Arbeit – ob Movement, Foto oder Film: Am Ende geht es immer um Storytelling.

Du hast in Stuttgart angefangen. Wie sehr prägt dich diese Zeit heute noch?

Extrem. Ich habe dort gelernt, wie man mit Menschen arbeitet – das ist bis heute die Basis meiner Arbeit.

Was ist dein Ziel für die nächsten Jahre?

Ich möchte Creative Direction, Movement, Regie und Fotografie noch stärker miteinander verbinden.

Dein Lebensmotto?

„What goes around comes around.“

MEHR INFOS:
https://www.mickykurz.com