REIF FÜR DIE (KULTUR-) INSEL

Auf dem ehemaligen Güterbahnhof in Bad Cannstatt wächst seit nun sieben Jahren eine der wenigen subkulturellen Oasen Stuttgarts:

Die Kulturinsel bietet einen Raum für Kunst, Kultur, Begegnung und Vernetzung. Wir haben uns mit den Insulanern Clarissa Luciano und Michael Kling unterhalten.

Den Austausch zu fördern, diese Vielfalt buchstäblich zu leben – und dafür im umtriebigen und teils hektischen Stuttgart ein entspanntes Biotop zu schaffen, das Welten verbinden soll und auf dem eben gerne auch mal experimentiert werden darf: Für diese Ziele haben die Macher der Kulturinsel in Cannstatt ihre Inselflagge gehisst.

Einen „Willkommensraum“ nennt Clarissas Mitstreiter Michael Kling daher das Projektareal auf dem ehemaligen Güterbahnhof beim Zollamt. Es geht den „Kulturinsulanern“ darum, Stuttgart aus einem anderen Winkel zu zeigen. „Unser Areal bietet einen subkulturellen Flair, der zum Verweilen einlädt“, sagt Michael. Ein Zuhause für jede und jeden, an dem Integration, Gemeinschaft und nachbarschaftlicher Zusammenhalt die Wertebasis bilden.

Dass all dies weit mehr als leere Phrasen sind, zeigt Monat für Monat der Blick in den Veranstaltungskalender des Gemeinschaftsprojekts Kulturinsel. „Unser Programm soll niemanden ausschließen, sondern jeden willkommen heißen“, sagt Clarissa Luciano.

„Egal ob Gäste aus der Industrie, Subkultur, der Nachbarschaft und natürlich auch Geflüchtete – bei uns soll sich jeder wohlfühlen können. Wer die Idylle liebt, der kann bei uns einfach 24/7 entspannen oder bei der Wildkräuterführung noch mehr dazu lernen“, ergänzt Michael.

Das Besondere: Viele der Veranstaltungen sind kostenlos.

„Wir wollen, dass jeder Zugang zu unserer gebotenen Vielfalt erhält, ganz egal aus welcher Einkommensschicht er kommt“,

begründet Michael. So wird bei „Redirection“ nach dem Prinzip „Pay what you want“ bezahlt, für den Yogakurs reicht eine freiwillige Spende und beim Benefizkonzert „Open Air for Social Care“ geht ein freiwilliger Spendeneintritt zugunsten des MedMobil Stuttgart. Cool, oder? Dann ab auf die Insel!

Der Eventkalender in Stuttgart ist prall gefüllt. Betrachtet ihr andere Veranstalter eigentlich als Konkurrenten?

Clarissa: Wir wollen zunächst mal sicherlich kein Monopol auf Veranstaltungen, die sich abseits der Masse bewegen. Wir freuen uns vielmehr über jedes zusätzliche Angebot, das sich der Förderung von Integration, Vielfalt und einer bunten Alternativkultur verpflichtet sieht, dass Stuttgart also kulturell bereichert. Veranstalter, die eine ähnliche Intention verfolgen wie wir, empfangen wir deshalb mit offenen Armen: Weil wir uns in der Sache vereint sehen.

Monat für Monat stellt ihr ein kunterbuntes Programm zusammen. Worauf achtet ihr dabei?

Michael: Welten zu verbinden, den Austausch zwischen Menschen jeder Nationalität zu fördern und für Kunst und Kultur einen Raum zu bieten, an dem experimentiert werden darf – das soll die Kulturinsel sein.

Gibt es einen solchen Raum in Stuttgart noch nicht?

Clarissa: Er fehlt in der Stadt zumindest häufig, denn gerade in Stuttgart ist Raum oft vor allem eines: zu teuer. Auf unserer Insel haben wir eine Menge Platz und diesen wollen wir der Kunst und Kultur zum Experimentieren anbieten. Nur so kann Neues entstehen.

Was fördert ihr konkret?

Michael: Wir wollen solche Ideen, Projekte und Initiativen unterstützen, die Stuttgart zu einem besseren Ort machen. Davon gibt es eine ganze Menge! Wir wollen unseren Teil leisten, dass diese gehört werden. Wenn wir bemerken, dass wir Menschen zusammenbringen und Menschen sich bei uns entfalten, dann wissen wir, die Insel lohnt sich. Genau das macht uns glücklich!

Welche Erwartungen möchtet ihr auf der Kulturinsel erfüllen?

Clarissa: Stuttgart einfach mal aus einem anderen Winkel zu sehen. Unser Areal bietet ein subkulturelles Flair, das zum Verweilen einlädt. Im „Willkommensraum“ fördern wir Integration und nachbarschaftlichen Zusammenhalt. Unser Programm soll niemanden ausschließen, sondern jeden willkommen heißen. Egal ob Gäste aus der Industrie, Subkultur, Nachbarn oder Geflüchtete – bei uns soll sich jeder wohlfühlen können.

Industrie, Kunst und Kultur – wie passt das zusammen?

Michael: Ja, auf unserer Insel kann der Manager bei Tagungen, Workshops oder Veranstaltungen auf den Kulturschaffenden treffen, das lässt einen einzigartigen Perspektivwechsel entstehen und so verzahnen sich Welten, die sonst womöglich nie miteinander in Kontakt kommen würden.

Aber hey, überzeugt euch doch einfach selbst vom kunterbunten Programm und schaut am Vatertag (Donnerstag, 30.05.19) bei “Entdecke die Kulturinsel” (14-22 Uhr) vorbei!

Wie gewohnt wird der Tag wieder bunt, vielfältig und sozial! Live-Musik, Getränke, Essen und jede Menge Input – Auch dieses Jahr erwartet euch ein buntes Programm, lasst euch überraschen!

“Wir sind reif für die (Kultur-) Insel!”


MEHR INFOS:
www.kulturinsel-stuttgart.org

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