SO NACHHALTIG IST DIE BUNDESLIGA

VON AUTOGRAMMKARTEN AUS GRASPAPIER UND CO₂-NEUTRALEN STADIEN

Ökologische Lebensweise und Nachhaltigkeit sind die Top-Themen in vielen Lebensbereichen. Auch in der Bundesliga wird viel darüber diskutiert, wie viel Müllproduktion und Energieverschwendung mit so einem Spiel einhergehen. Aber ist das wirklich so? betway Sportwetten ist der Sache auf den Grund gegangen:

„Wie nachhaltig agieren die Vereine und Stadien der Bundesliga?“

Hier kommt die Analyse, sortiert nach der Größe der einzelnen Stadien:

FC UNION BERLIN
Der Verein FC Union Berlin wurde für sein Engagement in der Abfallvermeidung durch die Deutsche Umwelthilfe als Spitzenreiter der 1. und 2. Bundesliga 2016 ausgezeichnet. Hier gibt’s Getränke nur im Mehrwegbecher, die Wurst im Brot, Senf und Ketchup werden ausschließlich in Großbehältern serviert. An der Alten Försterei werden so jährlich hunderttausende Wegwerfbecher, Pappteller und Plastikgabeln eingespart. Im September 2020 wurde zudem die Fairness des Fanshops ausgezeichnet: Union ist mit etwa 100 fair produzierten Fantextilien Spitzenreiter der Bundesliga.

SC FREIBURG
Im Jahr 1995 war der FC Freiburg der erste Verein mit einer Solaranlage auf dem Stadiondach. Seitdem hat sich einiges getan. Es gibt Solarmodule auf Nordtribüne, Südtribüne und Gegengerade sowie eine Solartherme auf der Haupttribüne mit einer Leistung von 250.000 kwh pro Jahr. Mehrwegbecher sind bereits seit 1996 Standard. Der SC arbeitet mit vielen kleinen Speise- und Getränkeanbietern aus der Region zusammen. Im Stadion selbst ist nahezu alles umweltschonend: von den wasserlosen Urinalen über die LED-Beleuchtung, die Mülltrennung, den Öko-Strom, die thermische Sonnenkollektoren zur Warmwasseraufbereitung bis hin zum „Heimspiel für die Wildnis” mit dem WWF. Dabei geht es unter anderem um die Errichtung eines Wildnis-Erlebnis-Pfades im UNESCO-Biosphärengebiet Schwarzwald.

ARMINIA BIELEFELD
Bereits Ende der 1990er Jahre wurde auf dem Dach der Südtribüne eine Solaranlage installiert. Beim Neubau der Osttribüne 2006 bis 2008 wurden neuartige Solarzellen verbaut, die nicht auf das Dach montiert, sondern integriert wurden.  Arminia Bielefeld richtete als erster Profiverein im Juli 2019 zudem einen Bereich ein, der Autisten einen problemlosen Stadionbesuch ermöglicht. In dem Bereich oberhalb der Nordtribüne gibt es dafür einen Aufenthalts- und einen schallisolierten „Snoezelraum” mit besonderen Licht- und Musikelementen sowie einem beheizbaren Wasserbett.

VfL WOLFSBURG
Wie Bremen, Stuttgart und Leverkusen war auch Wolfsburg bei der Nachhaltigkeits-Zertifizierung des sustainClub dabei. Der VfL ist vorbildlich, wenn es darum geht, transparent über die eigene Nachhaltigkeit zu informieren. Auf der Website des Vereins kann man sich davon überzeugen. Seit 2011 kommt Ökostrom zum Einsatz, dazu pflanzt der Verein in seinem eigenen Wald Bäume an. Das Brauchwasser der Arena kommt direkt aus dem Mittellandkanal. Es wird aber zudem auch noch Wasser gespart, denn 230 wasserlose Urinale sind im Einsatz. Bei den Drucksachen und beim Toilettenpapier wird auf umweltfreundliches Papier gesetzt.

TSG HOFFENHEIM
Aus dem Rasenschnitt des Stadions entstehen die Autogrammkarten aus Graspapier. Zudem deckt eine Solaranlage den Tagesbedarf an Strom aller Einrichtungen rund um die Arena. Die Wasserflaschen im Stadion bestehen überwiegend aus Recycling-Material, die Glühweinbecher sind wiederverwendbar. Bei der Mülltrennung wurde ein Konzept zur besseren Gewinnung der Wertstoffe umgesetzt, der Restmüll wird nun als letztes entsorgt. Wer noch mehr wissen will, findet in der Nachbarschaft die Klima-Arena – ein Diskussions- und Erlebnisraum,  der darüber informiert, was es braucht, um die Umwelt zu erhalten und zu schützen.

BAYER 04 LEVERKUSEN
Auch Bayer Leverkusen hat an der Nachhaltigkeits-Zertifizierung sustainClub teilgenommen und ist erfolgreich zertifiziert worden. Im Stadion gibt es nur noch Mehrwegbecher. Ökostrom sorgt für Energie und Brunnenwasser wässert den Rasen. Seit 2017 findet in einem speziellen Klassenraum im Stadion sogar Schulunterricht statt –  kein Wunder, auch zum Thema Umweltschutz.

FC AUGSBURG
Augsburg ist das weltweit erste CO₂-neutrale Stadion. Dafür sorgen insbesondere zwei Großwärmepumpen, die die oberflächennahe Geothermie nutzen und das Herz  des Energiesystems bilden. Damit werden VIP- und Logentrakt, die Umkleidekabinen sowie die Büros komplett geheizt. Außerdem reicht die Energie auch noch für den Betrieb der Rasenheizung. Durch den klimaneutralen Betrieb werden mehr als 750 Tonnen CO₂ pro Jahr gespart.  Im Jahr 2011 wurde die Arena durch die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ ausgezeichnet.

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1. FSV MAINZ 05
Mainz 05 ist bereits seit 2010 als erster Bundesligist klimaneutral und bezieht schon lange Ökostrom. 2007 wurde der Verein von der Stadt Mainz für sein vorbildliches betriebliches Umweltmanagement als Ökoprofit-Betrieb ausgezeichnet. Auf dem neuen Stadiondach befindet sich eine Photovoltaik-Anlage, und zum Selbstverständnis des Vereins gehört es, seinen ökologischen Fußabdruck stetig weiter zu reduzieren. Seit 2010 beschäftigt der Verein einen „Klimawart“. Auch in Mainz findet sich ein Klassenzimmer zum Thema Umwelt.

WERDER BREMEN
Das Stadion verfügt über die größte gebäudeintegrierte Photovoltaik-Anlage in Europa. Dafür wurde das Stadion 2019 mit dem „Deutschen Solarpreis 2019“ in der Kategorie Solare Architektur und Stadtentwicklung ausgezeichnet. Die Anlage besteht aus 200.000 Solarzellen, die jährlich Strom für etwa 300 Haushalte erzeugt. Zudem hat Werder 2020 an der Nachhaltigkeits-Zertifizierung sustainClub teilgenommen.

RB LEIPZIG
Derzeit wird das Stadion komplett umgebaut und eine Strategie zu den Themen Klimaverantwortung und Umweltbewusstsein im Rahmen einer Corporate Social Responsibility erarbeitet. RB hat ein Hilfeportal eingerichtet. Darüber werden zum Beispiel Blutspendeaktionen organisiert oder Schokohasen an Kinder in verschiedenen Einrichtungen verteilt.

1. FC KÖLN
Im September 2020 hat der 1. FC Köln als erster Profiverein in Deutschland das Nachhaltigkeitszertifikat des Zentrums für Nachhaltige Unternehmensführung der Universität Witten/Herdecke für seine Umweltziele erhalten. So will der Verein ab dem Jahr 2021 klimaneutral wirtschaften. Geißbock Hennes fährt bereits elektrisch, die Fahrzeugflotte soll sukzessive auf Elektro- und Hybridwagen umgestellt werden. Das Trikot wird ab der Saison 2022/23 aus recyceltem Polyester hergestellt, die Autogrammkarten werden auf umweltzertifiziertem Papier gedruckt. Die FC-Stiftung ließ außerdem sechs eigene Lebensmittelausgabestelle für Bedürftige einrichten und zeigt somit nicht nur Engagement nach innen, sondern auch nach außen.

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EINTRACHT FRANKFURT
Schon seit 2012 kommen bei den Heimspielen der Eintracht keine Einweg-Plastikbecher mehr zum Einsatz und das Nachwuchsleistungszentrum wurde 2011 nach neuesten ökologischen Standards gebaut. Die Arena ist ökologisch auf dem neuesten Stand. So wird das Regenwasser in Zisternen gesammelt und deckt damit so gut wie den gesamten Wasserbedarf von Waschräumen und Toiletten. Die neueste Scheinwerfertechnik leuchtet gleichmäßiger und energiesparender und ist somit ein echter Gewinn.

BORUSSIA MÖNCHENGLADBACH
Die Arena ist seit langem ein Ökoprofit-Stadion und der Verein hat eigene Umweltleitlinien entwickelt. Eine davon ist, dass Mehrwegbecher obligatorisch sind.  LED-Beleuchtung, ressourcenschonender Betrieb von zwei Blockheizkraftwerken, zwei Brennwertkessel oder vier Gas-Luft-Wärmepumpen in Verbindung mit Ökostrom senken die CO₂-Emission. Dazu kommen Beregnung über einen Tiefbrunnen, überwiegend lokale Lebensmittel in der Gastronomie oder konsequente Mülltrennung: Überall setzt der Verein die Umwelthebel an.

VfB STUTTGART
Auch der VfB Stuttgart hat an der Nachhaltigkeits-Zertifizierung des sustainClub teilgenommen. Das ist der erste und einzig anerkannte Nachhaltigkeits-Standard und Orientierungsrahmen im Profifußball. Somit nehmen die Klubs damit eine Vorreiterrolle ein. Unter VfBfairplay ist die Nachhaltigkeit im Verein unter einem Dach zusammengefasst. Erst im Oktober stellte der Verein darüber auf einen klimafreundlichen Brief- und Paketversand um.

FC SCHALKE 04
Das Catering des Stadions hat sich dem Standard des Zentrums für Nachhaltige Unternehmensführung der Universität Witten/Herdecke zertifizieren lassen. Dabei setzt die Abteilung der Betreibergesellschaft auf die Bereiche Umwelt, Wirtschaft und Soziales. Im vergangenen Jahr wurde ein Sammelsystem eingeführt, damit alle Becher wieder recycelt werden. Wassersparende Spülmaschinen gehören ebenso dazu. Der Umweltschutz ist im Verhaltenskodex des Vereins für seine Angestellten festgehalten. Darin heißt es, dass der Schutz der Umwelt und die Schonung der natürlichen Ressourcen unabdingbar sind.

HERTHA BSC BERLIN
Ökologie und Nachhaltigkeit spielen für die landeseigene Betreibergesellschaft eine zentrale Rolle. Im August 2018 erhielt das Stadion als erstes weltweit die Zertifizierung durch Green Globe und 2015 den Meeting Experts Green Award. Ein Projekt des Konzepts ist eine Absorptionskälteanlage. Die Anlage wandelt Fernwärme in Kälte um, die zur Kühlung der Serverräume genutzt wird. Im Juni 2020 wurde das neue LED-Lichtkonzept eingeweiht. Damit werden zusätzlich 142 Tonnen CO₂ pro Jahr eingespart. Bereits 2011 wurde das Olympiastadion Berlin 2011 von Green Goal mit dem Ökoprofit-Siegel für seine bisherigen Bemühungen zur Reduktion seines Energie- und CO₂-Verbrauchs ausgezeichnet.

FC BAYERN MÜNCHEN
Schon 2006 als vorbildliches Stadion ausgezeichnet, ist die Arena seither für die Einführung und Aufrechterhaltung eines Umweltmanagementsystems nach den Vorgaben der EMAS-Verordnung verantwortlich, dem höchsten europäischen Umweltsiegel. Dabei werden Jahr für Jahr die Umweltmaßnahmen sowie die Energie- und Ressourcenverbräuche überprüft und bewertet. In der jüngeren Vergangenheit wurden biologisch abbaubare Einwegbecher durch Mehrwegbecher ersetzt. Eine neue Photovoltaikanlage auf einem Parkdeck dient zur Grundabdeckung des Eigenbedarfs im Stadion. Zudem sind die Stadiongesellschaft und der FC Bayern Mitglied der bayerischen Klima-Allianz.

BORUSSIA DORTMUND
2019 verkündete der BVB, dass seit 2013 seine Fans 81.365 Tonnen CO₂ – also eine Tonne pro Platz im Stadion – durch einen Ökostromtarif eingespart haben. Im Verein gibt es seit einem Jahr die Abteilung Corporate Responsibility. Das Flutlicht wurde zur Saison 2019/2020 auf LED umgestellt. Außerdem wurde im Jahr 2011 auf dem Dach der Nordtribüne eine Photovoltaik-Anlage in Form des BVB-Logos errichtet. Allein im Jahr 2018 lieferte sie 485.000 Kilowattstunden für das lokale Stromnetz.