UNTERWEGS AUF DEM HELDENMARKT: TIPPS FÜR EINEN NACHHALTIGEN ALLTAG

L.A.ON.TOUR

Her mit dem schönen Leben! Zwei Freundinnen, eine Stadt und tausend Dinge zu entdecken. Laura und Alina aus dem GTS-Team nehmen euch mit auf Entdeckungstour zu den coolsten Events und hippsten Adressen im Kessel. Jeden Donnerstag auf
geheimtippstuttgart.de.

MAKE LOVE, NOT CO2

Brennende Regenwälder, schmutzige Weltmeere und schmelzende Gletscher. Der Klimawandel ist ein Thema, das uns alle etwas angeht. Doch wie können wir tatsächlich etwas tun, um unseren Planeten zu schützen und welche umweltfreundlichen Alternativen gibt es? Um diese Fragen zu beantworten, waren wir am Wochenende auf Entdeckungstour auf dem Heldenmarkt in den Stuttgarter Wagenhallen. Dort angekommen, begegneten uns nicht etwa Fantasy Heroes wie Superman, Batman oder Wonder Woman. Es waren junge, umweltbewusste Start-Ups und Gründer am Werk, die mit ihren Ideen und Produkten die Welt ein wenig besser machen wollen.

Ob Lebensmittel, Kosmetik oder Mode, für jeden Bereich unseres Lebens fanden wir Denkanstöße und Impulse.

“Wie können wir uns möglichst ökologisch ernähren und welche Rolle spielen regionale Produkte?”

Wir haben ganz viele Tipps für euch und uns gesammelt, um unseren Alltag etwas grüner zu gestalten. Los geht’s!

1. IM BAD

Der tägliche Gang ins Bad: Zähne putzen, Duschen oder Rasieren. Um uns einfach kurz „frisch“ zu machen, drücken wir Produkte aus Plastiktuben oder kleinen Flaschen, bei denen wir eigentlich keine Ahnung haben, wie viel Chemie drin steckt oder wir benutzen Einmalprodukte wie Abschminkpads und Wattestäbchen. Der erste Schritt zu einem nachhaltigen Badezimmer? Das Aussortieren von vielen Produkten, die ganz einfach durch nachhaltige Alternativen ersetzt werden können:

Zähne putzen mit denttabs. Schluss mit nervigem Reste-Quetschen aus der Zahnpastatube! Dentabs sind vegane Zahnputztabletten aus natürlichen Inhaltsstoffen, die ganz ohne Wasser hergestellt werden. Der Unterschied wird deutlich, sobald man weiß, dass eine Zahnpastatube zu 50 Prozent aus Wasser besteht und in Deutschland jährlich bis zu 480 Millionen Tuben hergestellt werden. Vor dem Putzen wird die Tablette kurz zerkaut, anschließend werden die Zähne mit einer Zahnbürste natürlich aufpoliert. So bleiben weniger Beläge haften, Karies und Zahnstein werden vorgebeugt. Seit 2019 werden die Tabletten des Berliner Jungunternehmens zudem in Tütchen aus Maisstärke gesteckt. So landet die leere Verpackung im Biomüll und wird ökologisch abgebaut. Die Kombination aus strahlendem Resultat und Plastikvermeidung hat uns beim Selbsttest am Stand der dentabs-Jungs überzeugt. Wer zusätzlich mit Zahnbürsten aus Bambus putzt, vermeidet noch ein weiteres Stück Plastik.

Naturkosmetik mit balmyou und wiederverwendbaren Abschminkpads. Wir wollen es nicht wahrhaben, doch der Herbst hat begonnen. Bald wird es kalt. Als Ersatz für die wärmenden Sonnenstrahlen gibt es für unsere Haut jedoch eine kleine Hoffnung: Sheabutter von balmyou schützt vor dem Austrocknen. Die Creme wird aus Sheanüssen aus Uganda hergestellt, die schonend kalt gepresst werden. Anschließend werden weder Duft- Farb-, noch Konservierungsstoffe hinzugefügt. Ein weiterer Pluspunkt: Die Haut duftet nach Nüssen und einem Hauch Schoki. Das Start-up balmyou hat seinen Sitz in Mannheim. Dort wird die Körpercreme in eine recycelte Verpackung aus Glas und Holz gefüllt, die ganz nach dem Zero-Waste-Gedanken bald auch in Unverpackt-Läden wiederbefüllbar sein soll. Außerdem im Sortiment: Kaffeeöl (praktisch gegen Augenringe am Morgen) und Moringaöl, von dem man zum Abschminken nur einen einzigen Tropfen braucht. Hierfür am besten saugfähige, waschbare Abschminkpads zum Wiederverwenden benutzen.

Bio-Tampons des Stuttgarter Unternehmens The Female Company

Das Stuttgarter Unternehmen The Female Company hat es sich zur Aufgabe gemacht, die weibliche Periode nachhaltig zu machen. Einmal im Monat geben wir Frauen ein kleines saugstarkes Teilchen in unseren Körper und verschwenden anschließend nur wenige Gedanken daran, weil es unser Lebendeutlich einfacher macht. Doch wissen wir, aus was unsere Tampons bestehen? Tatsächlich enthalten viele Hygieneartikel schädliche Chemikalien und Pestizide, denn die Hersteller müssen keine Inhaltsstoffe angeben. Das frauengeführte Unternehmen aus dem Kessel produziert Tampons aus spanischer Bio-Baumwolle, die zu 98 Prozent kompostierbar ist. Die erste Online-Lieferung kann in einer schicken Aufbewahrungsbox verpackt werden, die dann per Briefversand automatisch aufgefüllt wird. Pro abgeschlossenem Abo spendet das Unternehmen Hygienemittel an Frauen in deutschen Flüchtlingsheimen und versorgt Frauen in Indien mit waschbaren Stoffbinden.

2. IN DER KÜCHE

Nachhaltigkeit ist in der Küche ein allgegenwärtiges Thema. Von der Verpackung bis hin zu den Produkten: Wer umweltfreundlicher leben will, muss etwas verändern. Wir haben Start-Ups getroffen, die schon einmal damit anfangen:

Be(e) plastic-free mit WildwaxtuchDu hast genug von Plastikverpackungen, mit denen du dein Essen zwar haltbar machst, die sich anschließend aber im Mülleimer stapeln? Das Start-Up Wildwaxtuch sagt Plastikmüll den Kampf an. Aus Bienenwachs aus Deutschland, Fichtenharz aus Frankreich, Biobaumwolle und Kokosfett stellt das Team die Tücher in Frankfurt per Handarbeit her. Die rechteckigen, bunten Tücher sind echte Allrounder und können zum Frischhalten, Einfrieren, Abdecken und Mitnehmen von Lebensmitteln verwendet werden. Durch die Wärme unserer Hände lässt sich das Tuch verformen und passt sich an jede Oberfläche an. Die Wildwaxtücher gibt es in allen möglichen Farben und Mustern. Brot, Käse, Gemüse und Obst werden so fancy verpackt und gleichzeitig haltbar gemacht. Ein weiterer Pluspunkt: Wenn man bereits beim Einkauf auf Plastik verzichten möchte, lassen sich die Lebensmittel vor Ort in die Tücher wickeln. Das gelingt zum Beispiel im Stuttgarter Unverpackt-Laden Schüttgut. Jedes Wildwaxtuch hält bis zu zwei Jahre und kann anschließend kompostiert werden. Wer sich künstlerisch ausprobieren möchte: Auf YouTube hat das Unternehmen Tutorials mit verschiedenen Falttechniken hochgeladen. So macht plastikfreies Verpacken richtig Spaß! P.S.(SSSST!): Checkt auch mal die Bienenwachstücher von Bee Food Wraps aus Herrenberg! Diese gibt es zum einen in GOTS zertifizierter Bio-Baumwolle und 100% Bienenwachs von deutschen Imkern oder als vegane Wachstücher aus pflanzlichem Material.

Naschen ohne schlechtes Gewissen mit Chocqlate und Chill Choc. Ihr liebt Schokolade, könnt euch vor dem Süßigkeitenregal aber nie entscheiden? Welche Sorte schmeckt wohl gut und wird zugleich nachhaltig produziert wird? We feel you! Mit dem Unternehmen Chocqlate hat die gefühlt endlose Suche ein Ende. Im Onlineshop vertreibt das Münchner Team Schokolade aus vollaromatischen naturbelassenen Kakaobohne (Virgin Kakao), die unter fairen Bedingungen in Sri Lanka geerntet werden. Das Endprodukt ist vegan, enthält Kokosblütensüße statt Zucker und ganze Früchte. Unser Favorite: Kokos.

Auf Kakao und pflanzliche Inhaltsstoffe setzt auch ein Stuttgarter Start-Up. ChillChoc steht für Kakaopulver, das CBD enthält. Canabidiol, das sind verarbeitete naturbelassene Hanfblätter, bringt das Chill in den Kakao und kann unseren Alltagsstress senken. Zudem kann es Regelschmerzen mindern oder nach einem Workout die Muskeln lockern. Wer’s ausprobieren will: Eine Tasse ChillChoc könnt ihr unter anderem auch im Holzapfel und CouCou genießen. Im Cafe Gustav gibt es auch ganze Packungen zu kaufen. Besonders cool finden wir: Ein Teil des Umsatzes fließt in Projekte zur Bodenverbesserung und Wiederaufforstung in den Anbauländern des importierten Kakaos.

3. AM ARBEITSPLATZ

Ist Büromaterial nachhaltig? Zugegeben, darüber haben wir uns bisher keine Gedanken gemacht. Bis uns ein Start-Up darauf hinwies, dass Deutschland jährlich so viel Papier wie Südamerika und Afrika zusammen verbraucht. Und dass es bereits einen Weg gibt, um die Baumbestände durch eine andere Art von Papier zu schonen:

Schreibutensilien aus Graspapier von MatabooksDas junge Unternehmen Matabooks aus Dresden produziert Bücher, Notizbücher, Kalender, Postkarten und Bürobedarf aus Graspapier. Dies hat vor allem einen Grund: Der Rohstoff Gras ist ein reines Naturprodukt und ausreichend vorhanden. In erster Linie wird Papier aus Holz hergestellt. Für die Produktion von einer Tonne Holzzellstoff benötigt man jedoch 5.000 Liter Wasser. Für dieselbe Menge an Graspapier wird nur ein Liter Wasser gebraucht. Der Energieeinsatz ist somit deutlich geringer. Graspapier ist zudem vegan und kompostierbar. Was uns abseits des Nachhaltigkeitsgedanken gefällt: Das Papier ist cremefarben und hat von Natur aus ein schönes Muster.

4. IN DER FREIZEIT

Shoppen zählt zu unseren liebsten Freizeitbeschäftigungen. Doch es nicht einfach, mit gutem Gewissen Kleidung zu kaufen. Fast-Fashion-Facts: Laut Greenpeace werden durch die Produktion und den Transport von Textilien jährlich mehr als 850 Millionen Tonnen an CO2 verursacht. Das heißt: Es wird mehr Kleidung hergestellt als alle Menschen jemals tragen können. Nicht nur für die Umwelt ist das schlecht, sondern auch für die Menschen, die unter katastrophalen Arbeitsbedingungen unsere Kleidung produzieren.

Faire Mode bei Green Lavadee in Winnenden. Johanna Widulski führt seit einem Jahr die faire Mode-Boutique Green Lavadee in Winnenden. In Südostasien hat sie mit eigenen Augen gesehen, unter welchen Bedingungen die Modeindustrie produziert. Anschließend hat sie beschlossen, es in der Heimat anders zu machen. Nun verkauft sie in ihrem Laden nachhaltige Kleidung für Männer, Frauen und Babys.

An den Ästen von Johannas Messestand hängen bekannte Fair-Fashion-Brands wie Armed Angels, aber auch kleine Marken wie das Stuttgarter Label [eyd]. Unser Lieblingsteil? Ein weißes Shirt mit einem Mops über der linken Brust. Wusstet ihr, dass da eine historische, besonders lustige Erzählung dahinter steckt? Dieser kleine Mops soll der Legende nach in elf Tagen 1100 Kilometer zurück nach Winnenden gelaufen sein, nachdem er sein Herrchen in der Schlacht um Belgrad im Jahr 1716 verloren hatte. Süße Story, noch cooleres Shirt.

Accessoires von Cork + Crochet. Kork ist das neue Leder. Das Taschen und Accessoires nicht immer aus Leder oder Lederimitaten stammen müssen, beweist das Start-Up Cork + Crochet. Die zwei Gründerinnen verarbeiten portugiesisches Kork zu handgefertigten Einzelstücken in Köln. Uns haben es vor allem die Bauchtaschen im verspielten Design angetan.

Wie immer freuen wir uns über euren Input! Also, lasst uns wissen, was ihr über nachhaltige Alternativen denkt oder welche Produkte und Start-ups ihr noch so kennt. Wir sind gespannt auf eure Nachrichten per Facebook oder Instagram an L.A.ON.TOUR und wollen euch noch auf eine wichtige Veranstaltung aufmerksam machen: Morgen, am 20. September, findet nämlich der globale Klimastreik statt. Unter dem Motto „Alle fürs Klima“ gibt es auch in Stuttgart eine Demo auf drei Routen. Die Startpunkte sind am Hölderlinplatz im Westen, am Erwin-Schöttle-Platz im Süden und am Kernerplatz.

“Seid ihr dabei, um ein Zeichen für Klimaschutz zu setzen?”

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