WAS IST EIGENTLICH GLÜCK?

Ist es Pech oder Glück? Hält das Universum die Fäden in der Hand oder kann man das eigene Glück doch maßgeblich selbst beeinflussen?

Klar ist, fast jeder ist auf der Suche nach dem vierblättrigen Kleeblatt, dem Schornsteinfeger auf dem Dach oder dem Sternschnuppenregen. Doch was hat es mit diesem Glückskonzept eigentlich auf sich?

EIN LAND VOLLER GLÜCK

In Bhutan ist Glück als Staatsziel in der Verfassung festgeschrieben. Das heißt, dass der Staat dafür verantwortlich ist, dass seine Bewohner glücklich sind. Obwohl Glück dabei natürlich für jede und jeden etwas anderes bedeutet, werden konkrete Maßnahmen ergriffen, die die Basis für Zufriedenheit und Ausgeglichenheit schaffen. Ein Beispiel dafür ist, dass in Schulen regelmäßig meditiert und eine Achtsamkeitspraxis gelebt wird. Grundsätzlich besteht das Glücksprinzip hier aus vier Säulen: eine gerechte wirtschaftliche und soziale Entwicklung, der Schutz der Umwelt, Erhalt und Förderung von Kultur und Traditionen sowie eine gute Regierungsführung. Das sind die Faktoren, die in Bhutan so gestaltet sein sollen, dass sie einen Rahmen für das Glücksempfinden der Einwohner des Staates schaffen.

LEBENSGLÜCK VS. ZUFALLSGLÜCK

Doch auch außerhalb von Bhutan muss es doch eine Begründung dafür geben, dass manche Menschen mit diesem seeligen Gesichtsausdruck durch die Gegend laufen, während andere ihre Zornesfalte trainieren. Ganz sicher gibt es viele verschiedene Gründe dafür, warum jemand glücklch ist. Vieles davon, wie Herkunft oder Gesundheit, liegen sogar außerhalb unserer absoluten Kontrolle. Aus diesem Grund unterteilt die Glücksforschung auch in Lebensglück und Zufallsglück. Zum Lebensglück gehören Faktoren wie Familie, Beruf, Liebe und Freizeit, das Zufallsglück wiederum ist wie der Name schon sagt nicht plan- oder vorhersehbar. Wenn man zum Beispiel bei Live Roulette Spielen im Internet richtig vorhersagt, ob die Kugel im schwarzen oder roten Feld landet, ist das pures Zufallsglück. Doch nicht nur, wenn man große Gewinne absahnt, steigt das Glücksgefühl. Vor allem die Faktoren Job, finanzielle Möglichkeiten und der eigene Handlungsspielraum bzw. die persönliche Freiheit beeinflussen das individuelle Glück.

DAS DEUTSCHLANDWEITE GLÜCK

Laut Glücksatlas der Deutschen Post, werden die Deutschen immer glücklicher. Trotz Corona-Krise blicken die Deutschen laut des Glücksatlas 2020 weiterhin recht positiv in die Zukunft. Das Glücksempfinden wird auf einer Skala von 1 bis 10 bewertet, wobei 10 das höchste Glückslevel ist.  Im Jahr 2019 wurde mit 7,14 auf dieser Skala ein Rekordhoch erreicht. Im Jahr 2020 waren es immerhin noch 6,74 Punkte. Trotzdem waren 80 Prozent der Befragten froh, dass sie die Pandemie in einem Land wie Deutschland erleben.

DAS LEBEN ALS SAMMELALBUM FÜR GLÜCKSMOMENTE

Doch egal, welche Religion, Philosopie oder Lebenseinstellung man vertritt, im Endeffekt bringt es Dr. Richard David Precht auf den Punkt: „Glück ist eine Aneinanderreihung von glücklichen Momenten. Man darf nicht erwarten, dauerhaft glücklich zu sein – es geht darum, erfüllt zu sein.“ Statt also immer darauf zu warten, dass endlich der eine Job anklopft, die größere Wohnung möglich wird oder die eine Sache passiert, damit wir endlich glücklich sein können, ergibt es viel mehr Sinn, nach den Regeln der Achtsamkeit im Moment zu leben. Weder in der Vergangenheit noch in der Zukunft festzuhängen, sondern sich vor allem mit der eigenen Zufriedenheit und schönen Momenten im Hier und Jetzt zu beschäftigen. Wenn man das Leben als Sammelalbum für schöne Augenblicke betrachtet, kommt da eine Menge zusammen, wenn man auch die kleinen Dinge wertschätzt. Eine leckere Mahlzeit, ein Plausch mit einer fremden Person in der Bahn oder einfach ein Moment der Ruhe. Glück ist Definitionssache! Warum nicht also heute an der eigenen Definition arbeiten?

„Viel Glück!“