Duncan Smith | Rock Star Photo Gallery

Mit einem Wulle in der Hand sitzen wir auf der „White Bench“, der weiß strahlenden Bank direkt vor der großen Fensterscheibe, die Einblicke in Duncan Smiths berühmte Rock Star Photo Gallery gewährt. Neben uns der Meister selbst, der hier im wilden Stuttgarter Westen mindestens genauso beliebt ist wie seine weiße Bank. Seit 2010 präsentiert der gebürtige Londoner in seiner Galerie besondere Fotografien bekannter Fotografen. Von Impressionen des allerersten Fotoshootings der Rolling Stones (Philip Townsend, 1963) bis zu den Fotos eines Konzertes von Jimi Hendrix in der Stuttgarter Liederhalle (Werner Pawlok, 1969) – in Duncans Rock Star Photo Gallery findet man die exklusivsten Momentaufnahmen der Musikgeschichte. Neben seiner Arbeit als Galerist nimmt Duncan aber auch gerne mal selbst seine Leica in die Hand, um Popgrößen wie Pharrell Williams zu knipsen. Mit Blick auf das Café Moulu, bei dem sich die fleißigen Stuttgarter gerade ihr Feierabendbier gönnen, sprechen wir mit Duncan über Fotografie und die kulturellen Unterschiede zwischen Schwaben und Engländern.

Was genau ist die Rock Star Photo Gallery?

Ich verkaufe hier ganz besondere Zeitdokumente. Meistens handelt es sich um Schwarz-Weiß-Aufnahmen von Rockstars aus den 60ern, wie den Stones oder Jimi Hendrix. Viele wissen gar nicht, welche verborgenen Schätze sich in ihrem Keller befinden. Das finde ich spannend. Aber auch Fotografien von aktuellen Persönlichkeiten aus der Showbranche, wie Lenny Kravitz oder Pharrell Williams findet man bei mir.

Hast du einige Stars schon persönlich getroffen?

Ich kenne eher die Fotografen. Philip Townsend hat tolle Aufnahmen von Rolling Stones in ihrer Anfangszeit 1963 gemacht. Er ist in der Fotografie eine echte Ikone. Philip ist öfter mal bei mir in der Galerie. 2006 hatte ich das Glück, Aufnahmen von Pharrell Williams in Miami machen zu dürfen. Echt ein lockerer Typ und sehr sympathisch. Und einen wertvollen Ratschlag hab ich auch von ihm bekommen:  Nie einen Hubschrauber chartern, sondern immer kaufen.

Du bist ja quasi in Stuttgart aufgewachsen. Wie war deine Jugend hier?

Genau. Ich bin mit 12 von London nach Stuttgart gekommen, weil mein Vater, der bei der Army arbeitete, in Stuttgart stationiert wurde. Ich war sehr viel unterwegs, vor allem in den 80ern. Da gab es noch den Jugendhausclub Degerloch OBW9, das war damals eine richtige Institution für viele Künstler. Auch die Fanta4 haben sich in dem selbstverwaltenden Punkcafé kennengelernt. Von dieser Zeit ist meine heutige Arbeit sehr beeinflusst. Meine eigene Galerie befindet sich irgendwo zwischen Punk und Buckingham Palace.

Was ist aus deiner Sicht das Besondere an Stuttgart?

Was mir am Herzen liegt, ist mein Stuttgart! Stuttgarts Bürger haben eine tolle Einstellung und sehnen sich nach noch mehr Lebensqualität. Das Leben und Feiern auf der Straße kommt hier immer mehr an.

Wer im Stuttgarter Westen wohnt, will auch in seinem Viertel bleiben. Man will nicht mehr in die Innenstadt auf die Theo. Das Relaxte von Berlin bringen viele mit nach Stuttgart. Es ist hier einfach traumhaft schön. Klar, London hat auch seine Ecken. Aber auch mein Vater will nicht mehr zurück. Stuttgart bietet einfach das beste Lebensqualität-Paket an, das man sich vorstellen kann. Das Besondere an Stuttgart ist einfach die Topografie. Keine Stadt liegt so geil. Genau das Richtige, um sesshaft zu werden. Das einzige „Problem“ ist, dass sich die Schwaben nicht so „sexy“ verkaufen können, wie z.B. die Bayern. Da ist noch viel Luft nach oben.

Wie ist denn der typische Schwabe so?

Also dieses scheiß Vorurteil: „Alle Schwaben sind spießig“ stimmt auf keinen Fall. Der Schwabe will einfach sein Geld und seine Ruhe. Allem anderen gegenüber ist er sehr offen. Man darf die Menschen sowieso nicht miteinander vergleichen. In meinem Kosmos gibt es keine Spießer!

Was ist denn der Unterschied zwischen Schwabe und Engländer?

Naja der Engländer an sich ist eher der Gentleman. Außerdem hat ein Schwabe nicht diesen typischen schwarzen Humor, den ich so liebe. Natürlich bin ich auch stolz darauf, Engländer zu sein. Aber mein Stuggi will ich auf keinen Fall missen. Am Ende ist eben alles so, wie es ist!

Das klingt ja fast nach einem Lebensmotto?!

Nein, ich hab kein Lebensmotto, aber ich glaube an Karma. Alles kommt so, wie es kommen soll.

Hast du denn noch einen persönlichen Geheimtipp in Stuttgart oder Umgebung für unsere Community?

Einen wunderschönen Ausblick hat man vom Blauen Weg am Südhang des Hasenbergs hoch über Stuttgart-Heslach. Da wandere ich gerne hin und schau auf mein schönes Stuttgart.

Danke Duncan!


MEHR INFOS:
www.duncansmith.de