DAS FEIERABENDKOLLEKTIV

LIEDERMACHER AUS STUTTGART

„Zusammen sind sie weniger allein.“

Weil das Leben als Singer/Songwriter manchmal einsam sein kann, haben sich sieben Stuttgarter zusammengetan. Gemeinsam sind sie das Feierabendkollektiv: eine Gruppe MusikerInnen, Veranstalter, Techniker und MusikenthusiastInnen, die die Bühnen Stuttgarts erobern und die Akustik- & Folk-Szene hier etablieren wollen. 

Feierabend – das steht für Zeit zum Abschalten, Zeit für Muse, Zeit für Gedanken, Zeit für Freunde und natürlich die Musik. Letzteres ist für Max Francois und Micha Schlüter besonders wichtig. Deshalb haben sie das Feierabendkollektiv gegründet. Das Kollektiv versteht sich als Wohngemeinschaft, die sich bei allen musikalischen Belangen unterstützt, z.B. beim Aufbau und Buchen von Events und Veranstaltungsräumen.

Ihr Traum: Als Kollektiv musikalische Räume schaffen, indem sie Liedermacher- und Singer/Songwriterkonzerte in Süddeutschland veranstalten.

Mittlerweile haben sich ihnen weitere Singer/Songwriter angeschlossen. Darunter sind auch Tobias und Stefan, die uns vor kurzem in unserem Headquarter besucht haben. Tobias macht schon Musik, solange er denken kann. Sobald es ein Lagerfeuer gab, packte er seine Gitarre aus und trällerte seine Lieder. Diese komponiert er selbst. Inspiration dafür tankt er im Alltag. Groß geworden ist er mit deutschen Liedermachern wie Reinhard Mey und Hannes Wader sowie den österreichischen Größen Georg Kreisler und Georg Danzer. Stefan ist Theaterregisseur und für die Organisation zuständig. Er arbeitet im Kulturbüro Sorglos und sucht regelmäßig nach Möglichkeiten für die Künstler sich zu entwickeln und ein Publikum zu finden. Doch es geht nicht nur ums Organisieren von Konzerten: Man unterstützt sich gegenseitig, hilft mit Equipment aus, probt gemeinsam oder tritt auch mal zusammen auf. Die Arbeit im Kollektiv ist dabei ehrenamtlichen und wird von vielen freiwilligen HelferInnen unterstützt.

EINE PLATTFORM FÜR HANDGEMACHTE MUSIK

Gemeinsam möchten sie Bühnenräume schaffen und die Stadt dadurch beleben. Beliebte Veranstaltungen sind z.B. die Feierabendkonzerte im clubCANN in Stuttgart, das Staub und Sterne im Theater am Olgaeck, das „Vive la Vie Festival“ im Eliszis Jahrmarktstheater im Höhenpark Killesberg und das „Bunter Beton Festival“ auf dem Züblin-Parkhaus-Dach. Dort präsentiert der Freundeskreis genau die Musik, welche ihn ausmacht: handgemacht, mit akustischen Instrumenten. Dabei bleibt der Künstler mit seiner Geschichte immer im Mittelpunkt. 

Mitglieder: Tobias Dellit, Beatrice Bacher, Max Francois (Kollektiv-Gründer), Omid Gollmer, Florijan van der Holz, Micha Schlüter, Albert Schnauzer, Andy Wilsing, Darko Veric, Stefan Kraft (Vorstand), Armin Schwarz

Was ist euer größter Wunsch? 

Tobias: Es wäre toll, wenn die Eric Clapton-Tickets in der Schleyerhalle keine 400€ kosten würden (lacht). Aber Spaß bei Seite: Wir würden gerne ernstgenommen werden, mit dem, was wir tun. Oft werden wir belächelt, viele denken nur an den finanziellen Support bei unserem Kollektiv. Doch gerade die Subkultur macht eine Stadt aus: Insbesondere für junge Menschen wird eine Stadt dadurch attraktiv. Als kreative Industriestadt sollte Stuttgart deshalb diese Kultur fördern. 

Stefan: Die Trennung von E- und U-Musik (Anm. d. Red.: ernste Musik und Unterhaltungsmusik) ist einfach nicht mehr zeitgemäß. Die E-Kultur wird mit deutlichen höheren Summen gefördert als die sogenannte U-Kultur. Dabei bräuchte gerade die sogenannte Subkultur, die sich hier einer Zuordnung verweigert, die Unterstützung, um Basisarbeit zu leisten. 

Was mögt ihr besonders gern an Stuttgart?

Stefan: Das fragen wir uns auch manchmal … Klar, Stuttgart hat super Ecken. Aber traurig ist, dass die Subkultur in den letzten Jahren immer kämpfen muss. Die Kulturinsel kämpft z.B. seit Jahren ums Überleben. Obwohl in Gesprächen mit Politik und Verwaltung der gute Wille betont wird, lässt die Umsetzung aber immer oft auf sich warten. Dabei geht es uns nicht nur um finanzielle Hilfe: Wichtig ist dem Feierabendkollektiv und allgemein der Kultur-Szene, dass sie Beachtung und Anerkennung erfährt – z.B. aktiven Dialog mit der Stadt oder Unterstützung der Sichtbarkeit.

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Wo seid ihr gerne unterwegs?

Tobias: Die Kulturinsel hat ein besonderes Flair, der früher nur in Freiburg und jetzt im hippen Leipzig zu finden ist. Generell halten wir uns gerne an Orten auf, wo man noch selbst gestalten kann. Dazu gehört z.B. die Container City an den Wagenhallen: Dort nutzen im Moment fünfzig Kunst- und Kulturschaffende aller Kunstsparten den Ort als Interimsquartier. Weitere Locations sind das Sutsche – nach wie vor der Place to be, wenn es um gute, schwäbische Hausmannskost geht. Und auch die Alte Schule in Stuttgart-Gablenberg ist legender sowie der Klassiker im Osten: Beim Bernie. Weitere Lieblingsorte von uns sind das Zimt&Zucker, Café Babel, Galao oder die wunderschöne Rosenau. 

Welche Musik hört ihr privat?

Stefan: Ich feiere gerade die deutschsprachige Indie-Pop-Band Fortuna Ehrenfeld aus Köln. 

Tobias: Auf meiner Playlist darf MGMT einfach nicht fehlen – immer wieder gut!

Euer Lebensmotto?

Seid lieb zueinander!

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Ihr möchtet mitmachen, mitgestalten und Teil des Kollektivs sein? Das Feierabendkollektiv hat immer ein offenes Ohr! Oder schaut mal bei der „SorglosJamSession“ an jedem letzten Montag im Monat im clubCANN vorbei! Dort kommt man in gemütlicher Atmosphäre in Kontakt mit dem Feierabendkollektiv und anderen Musikern.

Mehr Infos zum Feierabendkollektiv findet ihr unter www.feierabendkollektiv.org